Neben dem erwartungsgemäß gescheiterten Rio+20 Gipfel fand eine interessante Parallelveranstaltung der Zivilgesellschaft, der so genannte „People´s Summit Rio+20“, statt. Im Zentrum stand dabei eine wirtschaftliche Neuausrichtung in Verbindung mit sozialer Gerechtigkeit, die eine erfolgreiche ökologische Wende nur dann als möglich erachtet, wenn sie von der Bevölkerung gefordert und im täglichen Leben mitgetragen wird.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion beim People´s Summit sprach Pat Mooney (ETC Group) von einer unsinnigen Logik und definierte die so genannte „Green Economy“ als nichts anderes als ein „greenwashed business as usual“. Er klagte die so genannten „erneuerbaren Energien“ scharf an, da diese an Monokulturen, Waldrodung, GMO-Pflanzen und synthetische Biologie mit unvorhersehbaren und unumkehrbaren Auswirkungen gekoppelt seien. Es sei naiv, leichtsinnig und geradezu eine Dreistigkeit zu behaupten, dass ein anderes Wirtschaften im Rahmen des jetzigen Wachstumsparadigmas möglich sei. Und warum sollten wir denjenigen, die die Finanzkrise zu verantworten haben, zutrauen, uns aus der Umweltkrise zu befreien – mit den gleichen Instrumenten, welche die Krise erst verursacht haben? Die gegenwärtigen Machtkonstellationen auf Unternehmerseite würden ein wirkliches Umsteuern verhindern, argumentierte Pat Mooney völlig zu Recht.

Der Gipfel in Rio sollte eigentlich auch Ergebnisse hinsichtlich des Geo-Engineering und der synthetischen Biologie bringen. Mooney sagte zu einem früheren Zeitpunkt, dass man im US-Kongress und im britischen Parlament Hearings abgehalten hätte mit dem Ziel, öffentliche Mittel für Geo-Engineering-Versuche im großen Stil freizumachen, um die absurden Strategien, die schon in den 70er Jahren aufkamen, salonfähig zu machen. Es blieb jedoch beim Rio+20 Gipfel bei einer mageren Bezugnahme auf die Gefahren der Ozeandüngung, die z.B. im Rahmen der CBD zu einem Moratorium geführt hätten, was wiederum für die USA von keiner Bedeutung sei. Ansonsten wäre von Geo-Engineering praktisch keine Rede gewesen.

Die „Lösungen“ und „Konzepte“ für unsere zukünftige Welt werden somit auch weiterhin hinter verschlossenen Türen von einer kleinen und selbsternannten Elite verhandelt.

„50 Jahre Scheitern, und der große Gewinner ist die Privatindustrie, die sich nun grün schminkt“, kommentierte die ETC-Group das Scheitern des Gipfels in Rio. Pat Mooney sagte zudem, es sei alles schlimmer, als er es bisher eingeschätzt habe. Man betreibe eine totale „Financialization“ der Natur und des Planeten.

[Hier] finden Sie den Redebeitrag von Pat Mooney auf dem „People´s Summit Rio+20“ (ab der 20. Minute).