Die den Grünen nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung hat ein Papier zum Geo-Engineering mit dem Titel „Geo-Engineering – Gibt es wirklich einen Plan(eten) B?“ herausgebracht.

In der Einleitung heißt es zunächst unmissverständlich:

Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist wissenschaftliche Tatsache und manifestiert sich mehr denn je als kaum noch abwendbare Bedrohung„.

Die CO2-These wird somit zur Tatsache erhoben und ist Ausgangspunkt der Diskussionen über das Geo-Engineering. Dabei gibt es über 800 Studien und Zehntausende von Wissenschaftlern, die etwas anderes behaupten (siehe „Der große Erderwärmungs-Schwindel„).

Vordergründig steht dieses Papier dem Geo-Engineering kritisch gegenüber. Geo-Engineering wäre aber ein Thema, wenn ein paar Regeln eingehalten würden:

Es bedarf öffentlicher Beteiligung bei Entscheidungen über Geo-Engineering. Experimente müssen immer nach vorhergehender Information und in freier Übereinkunft mit der lokalen Bevölkerung und allen möglicherweise von den Folgen signifikant beeinflussten Menschen erfolgen. Um auch den Natursystemen eine Stimme zu geben, bedarf es stets auch der Beteiligung von entsprechenden Umweltverbänden.“

Da die Technokraten die öffentliche Beteiligung und vor allem die Beteiligung der von ihren Maßnahmen Betroffenen scheuen wie der Teufel das Weihwasser, erscheint diese Forderung sehr naiv.

Governance-Fragen müssen stets vor einem Einsatz geklärt werden. Selbst Wissenschaftler, die ein globales Klimaabkommen nicht für nötig erachten, fordern eine internationale Übereinkunft. Allerdings könnte dies politisch kompliziert werden, da sich v.a. die USA schwer einbinden lassen (siehe CBD-Vertrag). So empfehlen einige nordamerikanische Expertinnen und Experten bereits jetzt, dass «praktischerweise ein weniger formaler Prozess sichtbar produktiver wäre als formale, multilaterale Verhandlungen» (BPC 2011).“

Stimmt, da eine internationale Übereinkunft aller betroffenen Nationen politisch äußerst kompliziert und vor allem langwierig wäre, haben die Technokraten eben beschlossen, mit den Maßnahmen zu beginnen – ohne öffentliche Beteiligung und ohne rechtlichen Rahmen.

Geo-Engineering darf nicht von wirtschaftlichen Profitinteressen gelenkt werden.“

Aha, deswegen haben es ja die Grünen auch in den letzten Jahrzehnten erfolgreich geschafft, dass bei der Kernkraft und der „grünen“ Gentechnik wirtschaftliche Profitinteressen keine Rolle spielen. -) Das gegenwärtige, kranke System zeichnet sich doch gerade dafür aus, dass derartige Maßnahmen aufgrund wirtschaftlicher Profitinteressen durchgedrückt werden.

Immerhin verweist das Papier auf die von uns geschätzte ETC Group:

Man muss feststellen: Geo-Engineering ist heute so eng mit einer Handvoll von Unternehmen verbunden, dass ein Einsatz bedeutete, dass auf Grund von Patenten «[…] Entscheidungen über die Klima-Allgemeingüter effektiv dem Privatsektor übergeben werden» (ETC Group 2011).“

Und unter der Überschrift „Die Popstars des Geo-Engineering“ wird auf eine prominente „Dinner-Debatte“ zu Geo-Engineering der Herren David Keith und Ken Caldeira hingewiesen:

Dort diskutierte man dann auch nicht über Fragen wie «Können wir es?» oder «Sollten wir es?», sondern «Wie machen wir es?».“

Und genau diesen Eindruck hatten wir auch, nachdem wir das „Final Symposium: The Atmospheric Science and Economics of Climate Engineering via Aerosol Injections“ besucht hatten (siehe Erfahrungsbericht eines Aktivisten im Zuge des „Final Symposium: The Atmospheric Science and Economics of Climate Engineering via Aerosol Injections“).

Interessant erscheint noch diese Aussage:

Oder geht es bei Geo-Engineering nur «ganz oder gar nicht»?“

Genau! Die Heinrich-Böll-Stiftung hat es begriffen. Und die Technokraten haben sich für „ganz“ entschieden, während die Grünen und die Umweltverbände noch ganz fest schlafen.