In unserem letzten Beitrag hatten wir anlässlich der anstehenden Zeitumstellung auch die Sensibilität von Menschen angesprochen. Insofern gibt es ja riesige Unterschiede, wie man sieht. Gerade die sensiblen Menschen trifft es jedoch besonders hart in unserer Gesellschaft, die auf nichts Rücksicht nimmt, um deren vom einzelnen Individuum losgelösten Interessen zu verfolgen.

Hochsensible Menschen, versteckt Euch nicht“, lasen wir jüngst auf der Webseite einer Psychologin. Damit hat diese Frau zum einen recht, weil wir das Allgemeinwohl nicht den plumpen und trägen Menschen überlassen sollten. Andererseits beherbergt dieser Wunsch auch die Gefahr, dass die sensiblen Menschen zwischen den abgestumpften und trägen Menschen untergehen können. Sind es doch auch die sensiblen Menschen, die der Staat nicht so leicht hinters Licht führen kann. Ihre Intuition, die noch auf natürlicher Wahrnehmung beruht, deckt viele Dinge auf. Die abgestumpften und trägen Menschen hingegen würden sich wahrscheinlich sogar noch in einer Schlange anstellen, wenn der Staat von ihnen abverlangen würde, ohne Winterbekleidung in der Antarktis Schnee zu schippen, was ungut enden kann.

Jeder Mensch kann selbst dafür sorgen, wie er seine Umwelt wahrnimmt, ob sensitiv oder abgestumpft. Dies hat viel mit der Ernährung zu tun und ob man die innere Stärke besitzt, sich von dieser oberflächlichen „Spaß- und Konsumgesellschaft“ etwas abzusondern. Dies bedeutet nicht, in Depressionen zu verfallen, denn Freude im Leben ist wichtig. Wir sollten dabei aber zwischen wahrer Freude und stumpfsinniger Ablenkung unterscheiden.

Oder lassen wir Schiller sprechen ( Zitat aus „An die Freude“):

Freude heißt die starke Feder
     in der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
     in der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
     Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
     die des Sehers Rohr nicht kennt!

P.S. Und wahre Freude hätten wir wohl jetzt alle, wenn wir in diesem oben abgebildeten Naturpool auf den Azoren baden dürften. Oder nicht? Und unglaublich, wie riesig dieses Farngewächs ist. Um das zu erkennen, muss man übrigens nicht sensibel sein. 🙂