Abschied kann schwer sein. Aber es war soweit. Meine Fundtaube ist wieder frei. Heute ist sie in ihr Leben davongeflogen.

Ich hatte sie vor rund vier Wochen fast auf einer Straße überfahren, weil sie nicht mehr fliegen konnte. Ein Flügel war verletzt. Sie kam nicht einmal mehr über den Bordstein hinweg. So fing ich sie ein und brachte sie nach Hause.

Dies hier hatte ich bereits dazu geschrieben.

Man ist sich ja dann nie ganz sicher, wann es soweit ist. Im Internet kann man lesen alles zwischen 2 Wochen und niemals. Also es gibt auch Flügelverletzungen, die nicht mehr heilen wollen. Manchmal geht es schnell und zuweilen dauert es sehr lange. Und bevor man sich da große Gedanken macht, sollte man sich besser an der „Sprache“ bzw. den Zeichen des Tieres orientieren. Und die Taube hatte mir heute früh ganz klar signalisiert, dass es soweit ist. Ich habe ihr dann gesagt, dass sie noch etwas trinken und essen soll für ihren ersten anstrengenden Tag da draußen. Dies hat sie sofort getan vor meinen Augen. Normal wollte sie dies nur tun, wenn ich nicht anwesend war.

Und dann sieht man auf dem obigen Bild links unten, dass sie mich anschließend fordernd angeschaut hat. So habe ich dann das Fenster geöffnet. Und sie ist sofort an mir vorbei nach draußen geflogen, dieser „Bengel“. Und zwar kein Absturz in den Vorgarten, sondern hoch über alle Dächer hinweg – wie eine absolute Nr. 1 unter den Tauben. Der Flügel ist somit offenbar sehr gut geheilt, was mich natürlich freut. Und die Taube ist nun wieder frei.

Fais-le bien, ma petite chérie

Do it well, my little sweetheart.

Und pass bitte gut auf dich auf, oder?

 

PS: Ich hatte die Taube übrigens – bis auf das Einfangen – kein einziges Mal berührt. Dies war nicht nötig. Sie wollte es auch nicht. Jeder Griff nach einem Vogel ist ein Schock für diesen. Und so sollte man Vögel wirklich nur anfassen, wenn es absolut notwendig ist. Meine Orientierung für ihr Wohlbefinden waren ihre Laute und Bewegungen und vor allem ihre Positionen. Je besser es ihr ging, desto höher rückte sie mit ihren Plätzen. Erst war sie ganz unten und am Ende ganz oben. Und in den letzten Tagen hatte sie mich plötzlich jeden früh um ca. 5.30 Uhr mit ihrer Taubenflöte, die von Tag zu Tag heller und lauter wurde, geweckt. Heute sogar um 5.00 Uhr schon. So wusste ich, da auch die Sonne schien, es war so weit! Sie wird wohl auch ihre Familie wieder finden (diese Tauben leben meist in kleinen Gruppen), weil ich sie ganz in der Nähe einfing.

Die Scheu der Tauben hier in der Bretagne ist absolut verständlich. Hier geht es nur um Taubenschlegel und Taubenbrust – und das kostenlos und pünktlich am Sonntag zur Mittagskost. Die Bretonen sind auch nicht gerade bekannt dafür, mit Tieren gerecht umzugehen (aber welches Land oder welche Region ist das schon). Auch bei den Delphinen merkt man das überdeutlich. In Südafrika kommen diese fast jeden Tag an den Strand, um in den Wellen bei den Surfern zu sein (exakt solche Bilder – hier klicken – sieht man in Südafrika frühmorgens, wenn die Surfer noch schlafen; da warten die Delphine schon längst), Und hier in der Bretagne meiden sie in der Regel die unmittelbare Küste, was auch verständlich ist. Bei den Franzosen dreht sich eben nahezu alles ums Essen (und natürlich um das Flüssige). Und wenn die Delphine dann gelegentlich auftauchen, oder gar ein Großer Tümmler, werden die Fischer und Angler gleich nervös. Das ist dann Nahrungskonkurrenz. Und die meisten haben Gewehre auf ihren Booten – genau deshalb. Deswegen bin ich auch froh, dass die Delphine hier vorsichtig sind.

Letztendlich schaden wir Menschen uns dadurch doch selbst, da Delphine – und natürlich auch andere Tiere – uns große Freude bereiten könnten. Für die Touristen hier wäre es eine große Attraktion, wenn die Delphine näherkämen. Aber gegen diese „Fresslobby“ könnte sich selbst eine wollende „Tourismuslobby“ wohl kaum durchsetzen. Letztere zeigt zwar ständig Bilder von Delphinen in Hochglanz-Broschüren für die Touristen. Einen Schutz gewährt sie diesen Tieren allerdings nicht, zumal viele Touristen beinahe nur wegen des Meeresgetier-Essen hierher kommen. Und so sehen dann die meisten Touristen eben auch nur unlebendige Delphine als Opfer der „Fresslobby“ an den Stränden liegen (ich habe in Südafrika in knapp einem Jahr keinen einzigen toten Delphin am Strand gesehen, hier nahezu wöchentlich). Die werden dann schnell weggeräumt, weil sie dem „Tourismus“ schaden könnten und eben das Gegenteil von den Broschüren zeigen. Auch daran sieht man recht deutlich, dass der auf diesem Bild verwendete Begriff „Biodiversity“ nur eine komplett leere Worthülse von Politik und Schein“verbänden ist. Man kann es gar nicht anders sagen. Viel wichtiger ist daher der Begriff „Understandig“ für uns alle, der ebenfalls in dem Bild auftaucht. Und ich denke, es sollte eine Zeit geben, in der wir Menschen als Mehrheit endlich damit beginnen, Tiere verstehen zu lernen. Gleich ob Taube oder Delphin. 

Daran erkennt man übrigens auch gut, dass die „Kost“ aus dem Meer erhebliche „Nebenwirkungen“ hat. Also so ökologisch, wie viele meinen, ist das ganz gewiss nicht (auch wegen der Schwermetalle, unter denen vor allem die Meeressäuger in Europa als sog. „letztes Glied“ der verseuchten Nahrungskette stark zu leiden haben, auch weil es die Geburtenraten dieser Tiere nahezu minimiert). Aber man muss wohl selbst vor Ort sein, um so etwas derart deutlich sehen zu können. Und ich frage mich hier oft: Essen uns etwa die Delphine auch unsere Äpfel vom Baum weg, und töten uns sogar dabei auf heimtückische Weise (Netze und Kugeln)?

Auch hier verschleiern die Umweltverbände, da es selbstverständlich jede Form von Netz ist und nicht „nur“ die sog. Schleppnetze oder Treibnetze, in denen sich diese Tiere – insbesondere deren noch unerfahrenen Kinder – täglich verfangen (müssen). Sogar in einzelnen Leinen, wie wir unten noch sehen werden (und die Meere sind voll davon). Man sieht und hört diese heutigen High-TechnologyNetze der Fischereien so gut wie nicht (die Schleppnetze können Delphine sogar hören und manchmal noch rechtzeitig reagieren). Außerdem ist nahezu jedes Netz automatisch ein Treibnetz, sonst könnte man ja auch kein Fische damit fangen, oder höchstens zwei oder drei. Und man geht mit diesen Netzen und mit High-Technology-Solar jeden Tag exakt dorthin, wo die Fischschwärme sind, also die tägliche Nahrungsgrundlage der Delphinschulen und Tümmler (daher die unlebendigen Delphine am Strand, vor allem Jungtiere, brutal aus den Netzen geschnitten).

Stattdessen könnte es hier am europäischen Atlantik stets so aussehen, d.h. wenn eine Delphinschule auf einen Fischschwarm ohne Netze trifft:

So schaut der Alltag einer Delphinschule aus. Das sind nicht nur Streicheltiere. Die haben auch Hunger und müssen etwas essen. Und man sieht auch, dass die Delphine diesen Vögeln (Basstölpeln), die ebenfalls sehr beeindruckend sind, nichts neiden. Es ist für alle da. Das ist sogar Symbiose, da beide Arten voneinander profitieren. Man sieht sie auch in solchen Situationen, wo größere Fischschwärme beteiligt sind, stets zusammen. Die Delphine wissen dank dieser Vögel auch, wo die Fischschwärme sind. Es sind ihre Späher zu Luft. Genauso zeigen mir den Weg zu den Seehunden oft die Möwen, die sich hysterisch und laut darüber freuen, was der Seehund alles aus der für sie verborgenen Tiefe zum Frühstück oder Abendessen an die Wasseroberfläche bringt. Diese stellen sich dann manchmal auf den Kopf und schlagen mit ihrer Schwanzflosse um sich, weil sie etwas genervt sind von dem vielen Geschrei. Auf der anderen Seite lassen die Möwen in ihren „Luftgefechten“ untereinander oder mit den Kolkraben, wenn es um „Futterneid“ und „Stehlen“ geht, auch oft etwas fallen, was der Seehund dann gerne isst als lachender Dritter.

Nun kann man sich somit leicht ausmalen, was passiert, wenn in einer solchen Situation Netze anwesend sind. Da landen auch die Vögel drinnen und natürlich die Fische – und alles andere auch. Keine Regeln gibt es dort. Das sagen die Fischer selbst. Darauf sind sie stolz. Wären die Delphine nicht so intelligent, würden noch viel mehr sterben. Die meisten Fischer hier hassen diese als Konkurrenten. Oder sie sind ihnen völlig egal. Es geht nur um Knete. Ich wurde ausgelacht, als ich nach einem Schutz für Delphine gefragt hatte. Der eine Fischer wurde sogar aggressiv mir gegenüber, natürlich auch, weil er zu viel gesoffen hatte. Wenn man in Südafrika einen Delphin erschießen würde, könnte man sich nie wieder am Strand blicken lassen. Und hier ist es beinahe umgekehrt (die Ausnahme hiervon kommt ganz am Ende dieses Beitrags).

Mir tut dies alles Leid, weil die Küste hier am Cap Sizun ist wie geschaffen für Delphine. Und jede Begegnung mit einem freien Delphin, vor allem im Wasser selbst, ist ein Höhepunkt im Leben. Und dies bestätigt ein jeder, der Delphine schätzt und dies erlebt hat.

Ein Nebeneinander von Mensch und Delphin muss doch möglich sein, oder? Auch in Europa! Ebenso mit dem Seehund. Aber auch diese werden hier beschossen. Und sie wehren sich. Mir ist ein Fall bekannt, da hat ein großer Seehund (hier gibt es ausgesprochen große Seehunde als Einzeltiere) einen Bretonen im Niedrigwasser gepackt und ins tiefere Wasser verfrachtet. Dann hat er ihn in Ruhe gelassen. Es war wohl nur ein Denkzettel. Diese Tiere könnten uns im Wasser leicht töten, tun es jedoch nicht. Aber wir tun es…

Diese beiden Taucher im obigen Video, so schön es auch ist, machen übrigens fast alles falsch, was man falsch machen kann, und dennoch hat sich der Delphin ihnen gewidmet. Man langt wilden Meeressäugern selbstverständlich niemals in die Schnauze oder hält ihnen den Finger dort hin als wäre es ein Fisch. Man sollte auch nicht ständig mit Geräten in ihren Gesichtern herumfuchteln, insbesondere nicht vor ihren Augen und empfindlichen Schnauzen. Man sollte auch nicht ständig in alle Richtungen strampeln. Ab Minute 1:37 wird es daher – trotz der angenehmen Musik – etwas angespannt. Das ist fast schon ein „Angriff“ vom Delphin. Ein solcher zweiter nach einer kurzen Bedenkzeit und Abstand des Delphins in Minute 1:48. Wenn er wollte, könnte er mit einem solchen Stoß – ähnlich wie bei Haien – das Leben des Tauchers beenden. An mir, vielleicht um mir einen Scherz zu bereiten, tauchte einmal in Südafrika ein Delphin so schnell vorbei, dass ich nur die Druckwelle spüren und ganz kurz seine Laute vernehmen konnte (sie mögen auch die echten Taucher mit den Tankflaschen, wie ich dort gerade unterwegs war, nicht; daher mache ich das auch nicht mehr). So ähnlich dürfte es auch unvorbereiteten Haien ergehen. Delphine mögen diese nicht, da diese natürlich eine Gefahr für ihre Kinder darstellen.

Delphine können somit nicht nur überdurchschnittlich liebevoll, sondern auch äußerst streng und hart sein. Sie sind blitzschnell und enorm stark. Und diese beiden Taucher im obigen Video tanzen diesem Delphin eine Weile auf der Nase herum. Man sieht am Ende auch ganz deutlich, dass der Delphin von diesen beiden Menschen enttäuscht ist. Auch wenn man so viel zusätzliches Gewicht am Gürtel benötigt, dann sollte man vielleicht nicht unter Wasser gehen (ich benutze hier nur zwei, drei kleine abgerundete bzw. flache Steine, die ich mit in den Neoprenanzug packe, den man hier leider benötigt, da das Wasser bei längeren Aufenthalten recht kalt ist). Was man vor allem überhaupt nicht tut, dass man unter Wasser alles anlangt, wie es am Anfang zu sehen ist. Das ist zum einen gefährlich und zum anderen völlig rücksichtslos, eben kein „understanding“. Wenn man z.B. mit Japanern taucht, und da gibt es leider fast keine Ausnahmen, dann muss man erleben, dass diese für ihre hysterischen „Familien–Fotoshootings“ unter Wasser die hochsensiblen und brüchigen Korallenriffe als Leitern, Bühnenboden oder gar Trampoline verwenden. Ich habe noch nie ein Foto unter Wasser gemacht. Ist doch viel schöner, dass alles mit den eigenen Augen anzusehen und nicht nur via Pixel, oder?

Und jetzt müssen wir hier doch noch etwas nachträglich einfügen, da es uns so kitzelt. Sehen Sie sich doch noch einmal das Video genau an, den Einspieler, das Boot, die Flagge, die teuren und schicken Tauchanzüge, den hohen Technikeinsatz, die Respektlosigkeit und Überheblichkeit bei gleichzeitigem Dilettantismus, und dann können Sie fast schon erahnen, aus welchen Kreisen diese Taucher kommen, was in Frankreich sogar auch noch die Regel bei Männern ist. Vor allem auch unter denen, die sich eigene Boote für die Freizeit leisten können. Und nachdem der Delphin ausgiebig an den Fingern des einen Tauchers gerochen hatte (ab Minute 1.30), hatte er sich entschieden, ihnen einen Denkzettel zu verpassen. Er hat den Charakter dieser Taucher gerochen. Tiere haben Spürsinn. Vor allem Delphine. Wir Menschen haben diesen nahezu verloren. Andernfalls würden wir uns – so wie der Delphin hier auch – gegen diese „Kreise“, die auch Sie und uns als sog. „profane“ Menschen jeden Tag verarschen, auflehnen und ihnen ihre Grenzen aufzeigen. Dies tut dieser Delphin ganz deutlich.

Delphine haben übrigens überhaupt keine Probleme mit Surfern. Im Gegenteil. Sowohl vor Ort als auch im Internet können Sie zahlreiche Berichte finden, wo Delphine Surfer bei Haiangriffen geschützt haben. Diese Haiangriffe sind jedoch allermeistens ein Versehen, weil der Surfer mit seinem Brett und dem Geplantsche mit seinen Armen aus dem „Blick“ der Tiefe optisch und akustisch (allerdings nicht geruchsmäßig, daher auch oft das zu beobachtende Zögern vor dem Angriff, da sich der Hai nicht sicher ist) exakt ins Beuteschema bestimmter Haiarten passt – ausgerechnet der Handvoll „gefährlichsten“, also derjenigen, die in der Lage sind, Pinguinen, Seehunden, sogar Seelöwen oder gar anderen Haiarten etc. nachzustellen: Der allgemein bekannte Weiße Hai, der ebenso große Tigerhai, die unberechenbaren und pfeilschnellen Makohaie (deren Hautstruktur ist Gegenstand von Forschungen bei Techniken, die den Luftwiderstand reduzieren sollen) und insbesondere der in der Tat „bullige“ Bull Shark, den man in Südafrika nach einem Fluss in Mosambik benannt hat („Huge Zambezi Shark“), da diese Haiart auf ihren Beutezügen gerne in die flachen Flüsse schwimmt (neuerdings sogar in Golfanlagen in Australien). Dies wollte ich den Einheimischen, die mich damals eindringlich warnten, zunächst nicht glauben. Dann musste bzw. durfte ich dies aber selbst erleben. Danach hatte ich an dieser verführerischen Stelle nicht mehr gebadet. Der Ruf des Weißen Haies ist nämlich vor allem deshalb so schlecht, weil die Surfer den im flachen Wasser angreifenden Bull Shark meistens für einen „Großen Weißen“ halten. Auch sind in den jeweiligen „Szenen“ meist nur Begegnungen mit dem „Great White“ ehrenhaft für Surfer. Meistens oder oft sind es aber eben diese Bull Sharks, die angreifen, ohne dieser Haiart einen Vorwurf machen zu wollen. Ihre Nahrung und damit auch ihre Beutezüge befinden sich eben zumeist genau dort, wo sich die auffällig plantschenden Surfer und Schwimmer aufhalten. Zudem nimmt man vor allem diesen Haien durch Baumaßnahmen an den Küsten ihren Lebensraum weg. Der Bull Shark ist zudem ein starker Beißer, der kaum mehr ablässt, wenn er einmal damit begonnen hat. Er scheint auch schmerzunempfindlicher zu sein als andere Haiarten. Überlebende berichteten, dass selbst ein Augenstechen den Hai nicht hätte beeindrucken können. Als ehemaliger Taucher bin ich – bis auf dem Weißen Hai – nahezu allen Haiarten unter Wasser begegnet – auch dem großen Tigerhai (diesem u.a. an der Wasseroberfläche, was man – siehe diese Meldung – vermeiden sollte. Einer meiner Tauchschüler in Südafrika konnte jedoch aus Angst vor dem plötzlich auftauchenden Hai nicht abtauchen. Dieser umrundete uns mehrfach, was eigentlich kein besonders gutes Zeichen ist, es kann aber auch nur reine Neugier oder eine Feststellung des Geruches sein, dann verschwand er jedoch so schnell, wie er gekommen war).

Beim Tauchen in einer gewissen Tiefe sind Haibegegnungen somit viel ungefährlicher als strampelnd an der Wasseroberfläche. Ich hatte meinen Tauchschüler daher auch umklammert, damit er bzw. sie in diesem Moment nicht wild um sich strampeln konnte – auch um sie zu beruhigen. Ebenso erscheint man auf diese Weise dem Hai gegenüber größer, und diese suchen sich in der Regel die einfachste „Beute“ aus. An der Wasseroberfläche wild bzw. unkontrolliert zu plantschen, wie es nicht nur beim Schwimmen, sondern auch z.B.  beim Bootbesteigen automatisch der Fall ist, impliziert aus Sicht dieser Tiere zumeist ein verletzter und damit leicht zu erbeutender Meeressäuger (Robben etc.) zu sein. In Südafrika, insbesondere um Durban herum, wo es quasi alle großen Haiarten und ebenso nahezu alle Meeressäuger an einer einzigen Küste gibt (darunter auch fast alle Walarten), da sich dort tropische mit kalten Gewässern mischen, gilt daher unter Tauchern die Regel, so schnell wie möglich abzutauchen, aber auch wieder ins Boot zu steigen. Surfer, Schnorchler, Taucher an der Wasseroberfläche und Schwimmer in dunkler Kleidung in Ufernähe und im Bereich von Flussmündungen, an denen sich ja auch gerne die „Beute“ von Haien aufhält (Seehunde, Pinguine etc.) sind somit am meisten gefährdet. Vor allem deren Beine, weil Haie meistens von schräg unten und hinten angreifen bzw. „testen“, was aus deren Sicht logisch ist (daher verklammerte ich mich auch mit meinem panischen Tauchschüler). Manchmal kommen sie auch seitlich im Bereich etwas oberhalb der Hüfte. Versuche, Haie zu vertreiben, und gleichzeitig ins Boot zu steigen, können somit fatal sein, wie es die oben verlinkte deutsche Meldung bereits gezeigt hat. In der New York Post heißt es sogar: But as they surfaced, the shark swam directly at Bhandari and began biting her legs“. Diese Tauchgruppe hatte somit vermutlich eine Kette von Fehlern begangen, was natürlich nicht in den Zeitungen steht (dazu unten noch mehr). Aber „Notsituationen“ wie diese – die vor allem deshalb eintreten, weil sensationslüsterne „Taucher“ Tigerhaie füttern und diese somit von Tauchern angezogen werden – kann man eben nur schwerlich üben. Man muss sie „bestehen“, wenn sie plötzlich „auftauchen“.

Mit Tauchanfängern begannen wir dort daher auch oft in einem – garantiert „Bull Shark-freien“ – See, damit diese nicht wie „absolute Beginner“ in dieses nicht ungefährliche Wasser steigen mussten, das ja zudem extrem strömungs- und wellenreich dort ist (die meisten Tauchtouristen wurden auf der Fahrt zu den Tauchgründen seekrank, die einzige „Medizin“ hiergegen ist „abtauchen“, da es unter Wasser ruhiger ist). Wie mein Fall gezeigt hat, macht man dies mit „Anfängern“ auch aus „Eigennutz“. Denn als verantwortlicher Taucher muss man immer mit dem „letzten“ Taucher „leiden“, manchmal auch mit dem „ersten“. Aus dem Staub machen, geht hier nicht. Andernfalls sollte man keine Verantwortung im bzw. unter Wasser übernehmen. Ich tat dies, obgleich der vielen Gefahren, gerne, und ich finanzierte dadurch meine eigenen Tauchgänge und Unterkunft. Und ich konnte dort gut – wie an fast keinem anderen Ort dieser Welt – jeden Tag lernen, die zahlreichen Gefahren des Meeres ernst zu nehmen („understanding“).

Viele Touristen unterschätzen das Meer oder „Abenteuer“ bzw. „Modetrends“ wie Tauchen etc.. Daher auch die vielen Unfälle. Zwischen Bildern in Prospekten und der vorhandenen Realität klaffen oft „Welten“. Obwohl ich Training und Erfahrung habe, wurde ich ja hier in der Bretagne auch vom Wasser wild überrascht, wie ich es kürzlich bereits geschildert hatte. Unerfahrene Schwimmer bzw. „Meergänger“ ertrinken genau in derartigen Situationen (sog. „Rippströmung“). Wenn die Touristen hier einströmen, komme ich mir gelegentlich vor wie ein unbezahlter beach guard“, wenn ich die leichtsinnigen Badegäste zwischen all diesen Felsen und Wellen beobachte – und manchmal schon innerlich bereit bin. Vor allem die Erwachsenen. Die Kinder wissen meist, was sie tun (Stichwort „emotionale Intelligenz“; auch ein Thema von uns sogar mit Verweis auf autistische Kinder und Delphine). Und die Mädels oft noch besser als die Jungs. Diese tauchen manchmal wie Delphine durch die großen Wellen, so dass ich fast „neidisch“ bin  🙂 (zum „Neid“ noch mehr ganz am Ende). Aber auch beim „Helfen“ sollte man seine Grenzen kennen. Mir sind Fälle bekannt, bei denen („nur“) der „Helfer“ ertrunken ist. Die „Notgeratenen“ haben sich nämlich manchmal schon etwas an die Situation anpassen können (müssen), wohingegen es den „Helfer“ oft zunächst unvorbereitet trifft. Diejenigen, die in der Bretagne am häufigsten ertrinken, sind die Angler. Wenn sie mit ihren warmen Gummistiefeln bei ereilender Flut von den Felsen fallen, da ein oder zwei Fische in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht genug wären (Gier), sagt man hier zumindest. Deren Stiefel laufen dann mit Wasser voll.  Das ist wie ein „Ticket“ in die Tiefe. Und an der hier abgebildeten Steilküste vom Cap Sizun gibt es zwar noch über ellenlange Fische, dafür aber eben keine schnelle Hilfe. Und selbst bei überfüllten Stränden sind Ertrinkende oft ganz alllein. „Beim Ertrinken ist man alleine“, sagt man daher auch.

Und genau dies konnte ich bei meiner Situation auch spüren; obgleich ich mir stets sicher war, dass ich nicht ertrinken werde, bei Kenntnis, dass es grenzwertig ist, also die Grenze zum Ertrinken, die ich – trotz Tigerhaie und riesiger Surfwellen in Südafrika – noch nicht kannte. Und ehrlich gesagt, war es meine größte Sorge gewesen, dass einer der Beobachter, es waren nur wenige bei diesem Wetter anwesend, auf die Idee gekommen wäre, mir zu helfen. Denn ohne Neoprenanzug, den ich aufgrund der Jahreszeit trug, hätte ich in dieser Situation vermutlich dem „Helfer“ helfen müssen. Und dann wäre es vielleicht für beide schief gegangen – wegen meiner Leichtsinnigkeit an diesem Tag, an dem nicht einmal die Surfer im Wasser waren (dieses Bild zeigt einen Surfer am Cap Sizun). Auch deshalb verhielt ich mich im Wasser so ruhig, d.h. auch um bei den Beobachtern Vertrauen zu erwecken. Dabei gab ich mir Mühe, eine Art von „Übung“ bzw. „Training“ zu imitieren, da an jenem Tag ja auch keine „gewöhnlichen“ Schwimmer ins Wasser gestiegen wären. Es geht einem somit viel durch den Kopf . Es dauert ja auch eine Weile (Geduld), bis man bei starken „Rippströmungen“ den Weg zurück zum Strand findet. Und jeder Ruf an die Küste wäre verlorene Luft, die man in solchen Situationen, in denen man automatisch viel Wasser schluckt, dringend benötigt. Ertrinken ist zunächst ein Mangel an Luft. Und ich denke, dass es in solchen Situationen am wichtigsten ist, Frieden mit dem Wasser zu schließen (auch wenn man genau in diesem Moment die Heftigkeit bzw. „Gewalt“ des Wassers erst richtig erkennen bzw. spüren kann). Sofern dieses nicht eiskalt ist oder man keinen sonstigen „Schock“ erleidet oder sich den Kopf nicht am Felsen anstößt (Kopf immer schützen, z.B. mit den Armen), bringt es einen nicht sofort um – und es trägt einen (natürlich nicht mit Gummistiefeln oder anderen „Tickets in die Tiefe“; diese im Wasser sofort ausziehen und loslassen). Wenn der Kopf von einer Welle unverhofft unter Wasser gedrückt wird, einfach Luft anhalten und warten, was passiert. Hier sofort die Atmung zu suchen bzw. die Luft, kann zu Wasserschlucken und Panik führen. Ruhe bzw. sogar eine Portion Gelassenheit ist daher in solchen Situationen äußerst wichtig. Aus meiner Sicht entscheidet dies sogar oft über Leben oder Tod.

Dieses Video zeigt eine ähnliche Situation, wobei hier die Hauptwellen relativ glatt zum Strand zurückführen und die Rippströmung etwas neutralisieren, da die Wellen nicht seitlich abknicken. Dennoch kann man deutlich sehen, wie schwer sich die beiden Männer im Wasser tun, obwohl sie Surfbretter haben und das Meer nicht ganz so stürmisch ist:

Brandungsrückstrom bzw. Rippstrom nennt man so etwas. Wobei das etwas untertrieben ist, weil es schön wäre, wenn so etwas nur eine einzige Rückströmung wäre. Da arbeiten ganz viele Strömungen auf einmal. Wäre in diesem Fall die Strömung noch etwas stärker gewesen, hätte der zweite Surfer, obgleich er ein sehr starker ist, vermutlich auch seine Kraft verloren. Dies kann man am Ende deutlich erkennen. Den kürzesten Weg zurück zum Strand zu suchen, und damit dann auch meist gegen die Rippströmung anzukämpfen, ist daher in solchen Situationen zwar menschlich (wir sind schließlich keine Fische), jedoch meistens fatal. Stattdessen sollte man erst einmal ruhig bleiben und sehen, wo dieser Wirbel einen hinführt, um von dort aus den Weg zurück zum Strand, wo man ja ursprünglich auch hergekommen ist, zu eruieren. Gut kann man hier auch sehen, dass ein „Ausgang“ über die Klippen kaum möglich bzw. äußerst schmerzhaft ist. Und an den schlaffen Beinen des geretteten Surfers kann man erkennen, wie erschöpft dessen Körper ist. Steigen Sie mit diesen Beinen einmal über die Klippen aus. Sie werden von den Wassertürmen einfach abgeräumt. Hinzu kommt, dass diese weiße Gischt überwiegend aus Luft besteht. Man findet somit auch keinen ausreichenden Widerstand, um effektiv schwimmen – bzw. hier paddeln – zu können. Dies kann man ebenfalls in diesem Video erkennen. Ähnliches kann übrigens auch Ihnen beim Badeurlaub passieren. Entsprechende Verhaltensregeln sollte man daher kennen. Da dies aber oft nicht der Fall ist, ertrinken jedes Jahr unzählige Menschen im europäischen Atlantik. Ich hatte das damals recherchiert und war wirklich überrascht von der sehr hohen Zahl. Wichtig in derartigen Situationen ist zudem, seine Lunge als Schwimmweste zu benutzen. Je mehr Luft in der Lunge ist, desto stabiler liegt man auf dem Wasser. Aber selbst das vergessen viele Betroffene in solchen Situationen. Die wenigsten Strömungen ziehen einen unmittelbar unter das Wasser. Dies wird zwar oft behauptet, es sind jedoch zumeist ganz lapidare Dinge, warum so viele Menschen ertrinken.

Siehe auch: Erfahrungen mit einer „Rippströmung“

Ich suche derartige Extremsituationen, wie sie mich an dem hier abgebildeten Bereich wegen einer über Nacht neu aufgetauchten, seitlich wegknickenden Sandbank „überraschte“, nicht. Der Atlantik am Cap Sizun ist jedoch seit gewisser Zeit sehr unberechenbar und äußerst „wild“  geworden, wie man es auf diesem Bild ja auch gut erkennen kann – und dies sollte man unbedingt anerkennen. Vor allem, wenn man einen „Denkzettel“ erhält, was einen ja auch vor noch schlimmeren Dingen bewahren kann. Aber hier können Sie sehen, dass es Menschen gibt, welche die gefährlichsten Wasserstellen dieser Welt, in diesem Fall in Portugal ebenfalls am Atlantik, aufsuchen, um „Extremerlebnisse“ zu haben. Dies hier, das Surfer und zu Hilfe eilende Jetskier (die nur Krach an der Küste machen) betrifft, würde ich niemals freiwillig tun. Warum auch? Und dann macht der Jetskier ab Minute 1.07 auch noch einen großen Fehler (vielleicht sah er ja auch einen Hai oder Felsen vor sich oder ich übersah etwas), und dann geht das künstliche und glimpflich endende „Drama“ eben los (da sieht man auch recht gut die Rippströmung und dass man darin nur ein „Spielball“ des Wassers ist, und wie schnell aus einem „Helfer“ ein weiterer „Notleidender“ wird, nur weil er vom Jetski fällt, und obwohl dies alles „Red-Bull-Profis“ sind, die den ganzen Tag fast nichts anderes machen. Ab Minute 2.13 kann man besonders gut sehen, warum derartige Rippströmungen an den Klippen, so wie auch in meinem Fall, so gefährlich sind. Nicht nur wegen Strömungen, in denen man unkontrolliert zwischen Felsen herumschaukelt. Es ist die erhöhte Sequenz der Wellen. Diese kommen wegen der Klippen aus mehreren Richtungen, und man hat zwischen den vielen brechenden Wellen kaum Zeit, richtig Luft zu holen. Die Abstände sind zu kurz. Daher auch das viele Wasserschlucken; und gleichzeitig muss man bei jeder einzelnen Welle aufpassen, dass man nicht direkt an die Klippen gerät. Auch dieser zweite „Red-Bull-Jetskier“ macht zunächst einen großen Fehler, indem er bei Minute 2.16 gleich in die erste brechende Welle hineinfährt. Das ging gerade noch gut. Dann ist er wach und wartet, bis es zwischendurch mal etwas nachlässt, und dies sollte man dann auch als „Schwimmer“ nutzen oder noch warten; das Orange zeigt meinen Umweg zurück zum Strand, ohne diesen landet man meist wieder dort, wo man gerade herkam, lernte ich dabei, und verliert dadurch natürlich viel Kraft und man ist enttäuscht; und da war mir klar, dass viele beim Ertrinken bestimmt auch irgendwann einfach aufgeben. Und dieses hier absichtlich für Werbezwecke und Nervenkitzel herbeigeführte Ereignis muss dann auch noch „The Big Ugly“ heißen. Das sagt eigentlich schon alles. Besser wieder zurück zu Delphinen & Co. (die übrigens kaum „Fehler“ im Wasser machen, der Mensch hingegen neigt hierzu oder provoziert diese sogar regelrecht, wie wir auch noch weiter sehen werden, und schiebt die Folgen dann gerne den Tieren, in deren Element wir uns doch freiwillig begeben, in die Schuhe).

…..  „pfeilschnell“ können Delphine sein. Dieser Surfer hat eine gute bzw. schnelle Reaktion, weil das von seiner Position direkt vor der Welle nur sehr kurzfristig zu erkennen ist. Zudem war er bereits darauf konzentriert, unter der kommenden Welle mit seinem Board durchzutauchen oder eben auf diese aufzusteigen. Wäre dies kein Delphin, sondern eine reale Gefahr, dann wäre es vielleicht schon zu spät. Daran sieht man, wie schnell Gefahren eintreten könnten und wie achtsam man daher sein sollte, ähnlich wie dieser Surfer, der das sofort erkennt. Es scheint fast so, als würden die beiden sich anblicken. Delphine mögen Surfer, da diese beim Surfen per se friedliche Absichten verfolgen und dabei auch noch mit den Wellen „spielen“, was die Delphine doch viel besser können und zeigen wollen. Als guter Surfer kann er dabei bereits im Reflex zwischen Delphin und Hai unterscheiden. Delphine „erschrecken“ gerne, ähnlich wie Kinder das tun.

Wir würden einem Delphin, der ernsthaft versuchen wollte, an Land  über Hürden zu springen, auch zeigen wollen, wie das funktioniert. Aber das will  jetzt bestimmt kein Surfer hören. Delphine können diese Wellen auch seitlich nehmen und entlang düsen bzw. fliegen. Das machen sie aber relativ selten, weil sie dadurch die Surfer in Gefahr bringen könnten. Da gab es hinterher schon zerbrochene Boards und vielleicht auch hier und da kleine Beulen:

Vielleicht wollte der Delphin den Surfer erschrecken und hat sich dabei etwas in der „Fluglänge“ verschätzt. Wobei er ihn nicht voll trifft, sondern eher seitlich daneben „einschlägt“. Vielleicht kam es auch vorher schon zu einer Begegnung mit diesem Surfer, die dem Delphin nicht gepasst hatte. Delphine beherschen nämlich in der Regel auch ihre Luftakrobatik“ in sensationeller Weise (und das hier schaut ein bisschen „gezielt“ aus). Zu „Zusammenstößen“ kann es in vielen Fällen nur kommen, indem sowohl Delphin als auch Surfer in voller Fahrt sind und sich nicht oder zu spät sehen. In den ersten Sekunden des Videos kann man erahnen, wie schnell so etwas in der Realität abläuft (siehe oben), und das war vom Delphin noch lange nicht „Vollgas“ bzw. „Voll(schwanz)flosse“. Die Schwanzflosse beim Delphin ist äußerst kräftig und dabei sehr elastisch und dadurch auch wendig. Ähnliches könnte auch passieren, wenn die Delphine von vorne kommen: 


Das war eindeutig Absicht vom Delphin (aber zärtlich fast in Zeitlupe und nicht in voller Fahrt, aber dennoch zu schnell für einen Menschen; siehe oben). Er hat den Paddle Boarder schnurstracks vom Board geholt. Unmittelbar danach sind die Delphine sogleich wieder geschlossen aus der Welle herausgegangen (daran sieht man, wie gut deren Kommunikation funktioniert, und auch, dass diese Aktion wohl allein dem anwesenden Menschen gewidmet und zuvor abgesprochen war). Vielleicht, damit dieser nicht mehr länger so steif im unsicheren Stand herumpaddelt, sondern endlich auf die Wellen steigt, um mit ihnen gemeinsam zu reiten (dieser Langweiler). Man kann auch schön sehen, wie die Delphine genau am rechten Fleck warten, um auf die Welle aufsteigen zu können. Bei Surfern kann das zuweilen eine halbe Ewigkeit dauern, bis die endlich mal passend auf einer Welle stehen, um sogleich wieder von dieser herunterzufallen. Manchmal ist es aber auch ein Genuss, Surfer zu sehen, die lange reiten können. Da steckt viel Arbeit dahinter, weil das nicht einfach ist. Da muss man meist schon als kleines Kind auf dem Board gestanden nnd mit diesem samt Welle quasi verheiratet gewesen sein — wie das bei manchen Surfern aus Hawaii, Kalifornien, Australien oder Südafrika der Fall ist. Bei Minute 00:03, also ganz am Anfang, schlägt ein Delphin vor den anderen mit der Schwanzflosse in die Luft. Das geschieht nur einmal. Das könnte als Zeichen für die anderen gedient haben, den Surfer vom Board zu holen. Könnte. Diese Delphine sehen noch etwas aus wie Jungspunde. Und diese haben viele Faxen im Kopf. Ähnlich wie bei Menschen. Als Jungtaucher lernt man auch, wie man Schwimmer oder Schnorchler erschrecken oder kleine Boote – z.B. von delphin-jagenden Piraten etc. –  versenken kann (Satire).

  Ein Grund, warum ich an dieser Küste bei Durban damals so lange beim Tauchen verweilte, war, dass ich dort praktisch jeden Tag Wale und Delphine gesehen hatte (sog. „Dolphins Coast“), und ich mir diesen Kindheitstraum nach meinem Studium erfüllen wollte. Die meisten (männlichen) Taucher kommen jedoch wegen der vielen Haie dorthin, und füttern sie auch, um sie anzulocken, und das geht dann eben auch manchmal schief. Und dann wird wieder alles den sog. „bösen Haien“ in die Schuhe geschoben – vor allem die ebenso sensationslüsternen Medien tun das. Auch ich wurde hiervon zunächst geblendet. Als ich zuvor in Indonesien meinen ersten Großhai beim Schnorcheln sah (einen Grundhai, der deutsche Name für „Bull Shark“, also den sog. „gefährlichsten“, und das auch noch ziemlich weit draußen am Außenriff), schwamm ich wie ein durchgehender „Blitz“ an den Strand zurück – aus Angst. Heute würde ich mich natürlich – aufgrund eigener Erfahrungen und da der Hai, wenn er will, eben auch viel schneller ist als man selbst – anders verhalten. Und ehrlich gesagt, vermute ich eines: Die Tauchgruppe, bei der dieser Unfall geschah, hat vielleicht sogar die im Vergleich harmloseren Riffhaie aufgrund der prominenten Touristen angelockt und gefüttert. Diese wollen dann in New York natürlich über Haibegegnungen im Rahmen des teuren und exklusiven Tauchurlaubs berichten. Und dann kam eben auch – vom Futter angelockt – der große Tigerhai vorbei. Danach hörte der „Touristen-Spaß“ natürlich sofort auf (ich denke, dass die Tigerhaie durchschnittlich größer als die „Weißen“ sind, da sie fast alles essen; die hier abgebildete Tauchgruppe setzt sich wohl auf den Boden, um die Beine zu schützen. sieht mir aber auch nach Fütterung aus). Man versuchte zunächst, ihn zu vertreiben. Dies funktionierte jedoch nicht. Dann brach man diese Aktion ab und stieg auf zum Boot mit den geschilderten Konsequenzen. Danach riecht es mir. Die abgelegenen Kokos-Inseln sind ja auch für exklusiven „Hai-Tourismus“ bekannt. Und gleich 18 Taucher in einer Gruppe? Das klingt mir nach „Kinovorstellung“ bei gleichzeitigem „Chaos“ und „Kohle“. Vielleicht täusche ich mich auch. Aber genau dies passiert eben oft. Und dann war es wieder der sog. „böse Tigerhai“, der übrigens trotz seiner enormen Größe sehr elegant wirkt und aufgrund der Musterung mit seinen Streifen im Wasser sogar ganz „hübsch“ ausschaut – vor allem wenn das Licht auf diese Musterung fällt. Ich unterliege aber mit Sicherheit keinem Zwang, diesem oder anderen Haiarten zu begegnen. Im Gegenteil.

Diese hier sind die fütternden „Taucher“, andernfalls käme nämlich eine derartige Situation mit dem Tigerhai normalerweise nicht zustande (das könnte – muss aber nicht – noch ein relativ junger Hai sein, die Musterung ist zumindest stark ausgeprägt und seine Haut scheint noch unverletzt,). Über das Futter soll der große Hai erst angezogen und dann für „Streicheleinheiten“ und „Pixel“ gebeugt werden. Und wenn man zufällig an eine solche Stelle kommt, an denen Tigerhaie regelmäßig gefüttert werden (was vielleicht in meinem Fall so war) und man hat natürlich kein Futter dabei, dann kann es sogar sein, dass der Hai aus Enttäuschung und natürlich auch aus Hunger zubeißt – auch weil er sich auf diese Futterstelle verlässt. No „understanding“! Haie zu füttern, ist ein absolutes Tabu. Und ausgerechnet viele der „gut ausgebildeten“ und erfahrenen Taucher tun genau dies. Und für den Fall, dass es schief geht, haben manche dieser Taucher dann die Harpune für den Hai dabei. Das sind keine Märchen, ich habe das alles mit eigenen Augen gesehen.

Kurzes update vom 05.09.2018: Sensationsgier auf SPIEGEL ONLINE (Tigerhai in Trance). Genau diese Taucher sind mitverantwortlich für das Interesse von Tigerhaien an Tauchern und somit auch an den damit verbundenen Angriffen.

Den oben abgebildeten Surfer hat vielleicht das Hellblau gerettet – oder der gesunde Geruchssinn des hier Weißen Haies. Nach einem Biss lassen diese Haiarten meistens wieder ab. Aber ein Haibiss im Wasser kann eben dramatisch sein. Auch nimmt man den Haien – ähnlich wie den Seehunden etc. – ihren Lebensraum weg, und stellt ihnen fast überall nach, was diese natürlich hin und wieder entartet-aggressiv macht. Also, auch die Haie gehören zum Meer dazu. Wäre dies nicht der Fall, dann hätten die Delphine und Tümmler zusammen mit ihren großen „Geschwistern“ unter den Orcas diese schon längst „weggeräumt“. 🙂 Wie man übrigens auf dem obigen Bild gut sehen kann, können die Surfer über die Delphine meistens nur staunen. Ein Grund, warum ich nicht surfe, ist, dass ich nicht durch ein Brett vom Wasser abgeschnitten sein möchte. Das ist allerdings Geschmackssache. Denn die Surfer sind auch oft – meist jedoch gezwungenermaßen – ohne Brett unter oder auf dem Wasser unterwegs und richtig „wasserverliebt“ – und dies wiederum mögen die Delphine, also Menschen, die sich ohne große Technik und Schnickschnack und vor allem ohne schlechte Absichten auf ihr Element, das Wasser, einlassen. Dieses Bild zeigt übrigens die Pointe de la Torche (dt. Spitze der Fackel), nicht weit entfernt vom Cap Sizun, ein Anziehungspunkt für Surfer und vor allem Windsurfer aus der ganzen Welt. Beim Windsurfen, d.h. mit Segel, gehören die Bretonen zu den weltweit besten. Beim blanken Wellensurfen, das ja nicht gerade in der Bretagne seinen Ursprung nahm, werden sie jedes Jahr besser. Die Wellen auch.

In dem nachfolgenden Video wurde sogar von Medien berichtet, wie ein „Marathonschwimmer“ von Delphinen vor einem Hai beschützt wurde. Hier sieht man auch: In den seltensten Fällen müssen Delphine Haie angreifen, um sie zu vertreiben. Die Haie verschwinden meist von selbst, allein durch die selbstbestimmte bzw. fast schon majestätisch wirkende Körpersprache der Delphine. Sie haben eine enorme Ausstrahlung. Das spüren natürlich auch, bzw. erst recht, die Haie.

Siehe auch: Das Zweite Leben von Jonathan

Und hier kommt ein Delphin zu einem Taucher, um sich helfen zu lassen wegen solcher menschlichen Utensilien wie scharfer Nylonschnüre und Hacken. Dazu braucht es Hände. Wie soll denn ein Delphin das ohne Hände schaffen können?

Ein ausgezeichneter Taucher. Besser geht es in dieser Situation nicht (und das unverhofft auch noch nachts, im Revier des großen Tigerhais vor Hawaii). Und man sieht, dass Delphine sogar wissen, dass so etwas nur Menschen beseitigen können. Und da der Taucher viel Erfahrung hat, sah er auch ziemlich schnell, dass der Delphin „angeschlagen“ war und sah bzw. fand dann auch das Problem und half sofort – intuitiv, ohne groß zu denken. Und vielleicht hatte der Delphin auch deswegen diesen Taucher ausgesucht und sich ihm anvertraut. Der Delphin war ziemlich angeschlagen. Hoffen wir, dass er es überlebt hatte. Hat er bestimmt! Er schwamm wohl dann nach oben, weil er Luft brauchte. Delphine sind keine Fische. Aufgrund der Lichter wusste er, dass dort Taucher, seine einzige Rettung, sein mussten. Und hat der Delphin am Anfang nicht die Mantarochen sogar etwas verscheucht, vielleicht damit er die ganze Aufmerksamkeit der Taucher erhielt und das bei Nacht notwendige Licht sämtlicher Lampen? Könnte sein. Delphine sind extrem schlau. Und dieses Video beweist einmal mehr, dass Delphine unsere Nähe sogar freiwillig suchen (aber nicht unbedingt in Europa). Anhand dieses Videos und dem gefühlvollen Verhalten der leitenden Taucher, die sofort von den Mantarochen abließen, obwohl sie deshalb diesen Nachttauchgang für die zahlenden Gäste durchführten, kann man gut sehen, welch hohen Stellenwert Delphine dort bei diesen Menschen genießen (ähnlich wie in Südafrika). Ab Minute 0.30 etwa kann man auch gut sehen, wie fasziniert die Gäste von dem Delphin sind bzw. wie sie ihn angaffen und dabei fast erstarren. Delphine stellen unter Wasser alles in den „Schatten“. In diesem Augenblick ab Minute 0.30 oder schon davor könnte man auch meinen, der Delphin hatte sich den geeigneten Taucher genau ausgesucht – und ihn auch gefunden.

Und obwohl der Taucher Hand anlegt bzw. anlegen muss, lässt er dem Delphin gleichzeitig Raum und die Richtung vorgeben (so langt auch nur ein Taucher sehr sorgfältig hin und nicht viele unsorgfältige Hände). Damit hatte er jede Form von Stress beim Delphin vermieden – und ihm damit wichtige und vielleicht sogar über Leben und Tod entscheidende Energie bzw. Kraftreserven belassen. „Hut ab“! Bzw. „understanding“.

Auch wenn es vielleicht viele nicht glauben mögen, so kann man Tauchen, wenn es anständig und nicht im entarteten Massengeschäft ausgeführt wird, als gelebten „Umwelt- und Tierschutz“ begreifen – zumindest in der heutigen Zeit der Überfischung und Zerstörung der Meere. Die Taucher kommen wegen der Unterwasserwelten und zahlen dafür oft viel Geld. Dort wo die Tauchreviere sind, gibt es daher auch ein Interesse, diese zu erhalten. Die Fischer können in diesen Revieren oft auch nicht machen, was sie wollen (allein schon, weil sie beobachtet werden). Natürlich beunruhigt kommerzielles Tauchen auch die Unterwasserwelt (vor allem auch wegen der vielen Anfänger, die wild strampeln), und der viele Verkehr mit den Tauchbooten, und neue Hotels für Taucher etc. Allerdings dürften heute manche Unterwasserwelten nicht mehr erhalten sein, wenn es die Taucher nicht gäbe. Und an dem Verhalten dieses Tauchers, der offenbar auch der „Chef“ war, sieht man eben gut, dass er ein „understanding“ hat. Und der Delphin wusste, dass er dort Hilfe bekommt, weil Taucher in der Regel Delphinen helfen und sie nicht töten. Die Bretagne zum Beispiel  zieht wegen der relativen Kälte des Wassers keine Taucher an. Es gibt dort so gut wie keine Tauchtouristen. Und das merkt man. Alles wird von der Fischerei bestimmt bzw. dominiert. Gäbe es dort ein bekanntes Tauchrevier, sähe es ganz anders aus. Die Tierwelt wäre viel größer und nicht alle Tiere würden flüchten vor den Menschen, da diese ständig Tiere töten. Wenn es an Orten mehr Boote für das Delphin-Watching gibt als Fischerboote, dann kippt so etwas. Und viele Fischer merken dann, dass sie mit „Delphin/Wal-Watching“ mehr Geld verdienen können als mit Fischen fangen. Der „Fischfang“ etc. zerstört komplett unsere Meere. Und da müssen bzw. sollten wir Menschen umdenken. Und wenn es heißt, man müsse Fisch essen, um gesund zu sein bzw. zu bleiben, dann ist das nicht wahr. Die Fette können wir auch über andere Öle beziehen. Ebenso das Eiweiß. Auch Fische wollen leben, und alles andere im Meer auch. Jetzt könnte man einwenden, Delphine essen auch Fisch. Das stimmt. Aber erstens ist es ihre natürliche Nahrung, zweitens lassen sie Fische übrig.  Und wir Menschen räumen komplett ab – und in den wenigen Lücken bzw. Nischen hocken die Angler mit ihren vielen Hacken und Nylondrähten (siehe Video oben) und ihrer paramilitärischen Kampfmontur oder die ebenso paramilitärischen Harpunierer. Und all dies nennt man dann auch noch irreführend „Meeresfrüchte“, als würden diese am Baum hängen, und man pflückt sie einfach nur ab, wenn sie erntereif sind. Was ist das für eine Einstellung? 

Als Verhaltensregel gegenüber wilden Tieren sollte generell gelten, dass man mit seinen Armen sehr behutsam umgeht. Denn die Arme des Menschen bringen den Tieren nun einmal meistens den Tod. Wenn man z.B. wilden Delphinen begegnet, dann sollte man seine Arme erst einmal an den Körper anlegen und sich zunächst extrem ruhig im Wasser verhalten, um zu beobachten, wie die Delphine auf diese Begegnung reagieren, ob sie Menschen schon kennen oder nicht. Ob sie Angst vor den Armen haben. Ob sie angelangt werden wollen, oder eben nicht etc. Wollen Sie von allen ungefragt angelangt werden?

Das auf diesem Bild bin nicht ich. Man kann hier übrigens bereits auf dem ersten Blick sehen, dass dieser Taucher Erfahrung mit Delphinen hat, gleichwohl der Große Tümmler hier deutlich zeigt, dass er sich nicht unterwerfen wird. Man sollte daher sehr respektvoll mit diesen Tieren umgehen. Ihre Selbstbestimmtheit ist ihr höchstes Gut.

Auch jede Form von „Aqua-Show“ mit unfreien Delphinen etc. ist daher automatisch Tierquälerei. Wir sollten so etwas nicht unterstützen. Und ausgerechnet diese stolzen Tiere landen ständig in diesen heimtückischen Netzen, in denen sie qualvoll auf fremdbestimmte Art und Weise ertrinken bzw. ersticken bzw. verbluten bzw. sich mit ihrer unbändigen Kraft selbst erdrosseln, vor den Augen der ebenso hilflosen Familie, damit der Mensch Fisch essen kann, der übrigens nicht lebendig im Wasser, sondern nur unlebendig zu Land „stinkt“. Auch dieser Große Tümmler ist spurlos verschwunden. Und in den Bars erzählt man, weil dort auch die Fischer sind, dass man auch ihn aus Gier getötet hätte. Einen Tümmler, der an die Küste kam, um uns Menschen eine Freude zu bereiten.

Die hier abgebildete Bucht ist die bereits woanders auf diesem Blog erwähnte Stelle, wo ich es erleben durfte, einer riesigen Schule von Delphinen mit ihren Babys zu begegnen. Auch dieses obige Bild stammt aus jener Bucht. Das mag jetzt für manche wie ein Süßwassersee aussehen. Wenn man um das Eck schaut, erwartet ein jedoch die Pointe du Raz, also eines der tollkühnsten Gewässer weltweit (hier abgebildet mit der Insel Île de Sein im Hintergrund).

Hier stößt die Kraft des Ärmelkanals auf den noch stärkeren Atlantik. Und dieses Wasser muss dann zwischen einer Enge, also zwischen Insel und Festland, hindurch, was – je nach Wetterlage etc. – zu ozeanischen „Verwerfungen“ führen kann. Jeder Seemann hat Angst vor dieser Stelle. Die allermeisten davon umkurven sie – auch wegen der vielen Felsen und Riffe. Die gleich nebenan liegende Bucht mit Strand heißt nicht umsonst Baie des Trépassés, also „Bucht der Verschiedenen“. Hoch oben auf den Klippen befindet sich eine alte Kapelle für die hinterbliebenen Frauen (das vor der Kapelle ist übrigens junger Ginster, der so gelb blüht), oder diejenigen, die noch hofften, dass ihre Männer lebend vom Meer zurückkehrten. Diese sollen ja schon vor der Geburt von Cristoforo Colombo vor dem nordamerikanischen Kontinent regelmäßig Kabeljau gefischt haben. Das ist nach dieser Insel auch das nächste Ufer. Und die Bretonen waren damals und sind heute noch mit an der Spitze der besten Segler. Sie kennen die Winde und die Strömungen, die über den Atlantik führen, natürlich wesentlich besser als ein ortsfremder Italiener. Und ich bewundere diese Crew, die jeden Tag linienmäßig auf dem Schiff zu dieser Insel fährt – auch bei Sturm.

Obwohl diese bewohnte Insel dem Land unmittelbar vorgelagert ist, ist dieses Boot ein Hochsee(sicherheits)schiff. Eine Fähre kann in diesem tosenden Gewässer, in das sich auch die Delphine zurückziehen, zwischen all diesen Felsen nicht fahren. So gibt es auch keine Autos auf der Insel. Der Captain kennt natürlich alle Felsen und – wie man in diesem Video auch ab Minute 1:30 gut sehen kann – die schmale Zickzack-Rinne zur Insel selbst im größten Sturm haargenau (auf der sich früher auch Piraten zurückgezogen und auf ihre ortsunkundigen „Opfer“ gewartet haben). Auch mich müsste die Crew noch kennen. Wir kamen ins Gespräch. Ich war nämlich offenbar der erste Fahrgast überhaupt, der zur Insel fuhr und dort nicht ausstieg, sondern gleich wieder mitzurückfuhr. Das verstand die Crew zunächst nicht. Aber ich erklärte ihr dann, dass ich an diesem Tag Schiff fahren und nicht auf der Insel flanieren gehen wollte – auch wenn es zugegeben etwas frisch und windig am offenen Oberdeck war. Die Insulaner sitzen fast alle unten im geschlossenen und gewärmten Bereich. Aber angesichts derartiger Zustände, die auf dieser Insel herrschen können, ist das auch verständlich. Die Leute, die dort wohnen, benötigen keine künstlichen „Abenteuer“. Deren Leben ist ein Abenteuer.

Mir ist dort sofort aufgefallen, dass die Jugendlichen viel natürlicher sind als die auf dem Festland. Kein Handy in der Hand. Barfuß im Winter, dabei halb im Wasser. Niemals auf den Felsen ausgerutscht, obwohl sie ständig Streiche unternommen haben. Und alle haben sie gelacht und sich gefreut, als das Boot einlief. Sie haben sich alle am Schiff versammelt – natürlich auch die Erwachsenen. Schön war das. Und auch kein Lärm und Gestank von Autos. Und selbst die an der Festlandküste so scheuen Delphine suchen die Nähe zu den Insulanern, welche diese offenbar schätzen – und umgekehrt. Dazu passt: Lokale Informationen über die Delphine habe ich überwiegend von einem Bretonen erhalten, der direkt über den Klippen am Pointe du Raz aufgewachsen ist. Dieser Bereich wurde dann zum nationalen „Monument“ erhoben (die Tierwelt leider nicht). Seine Familie musste daher das Haus aufgeben und umsiedeln. Er erzählte mir, wie er sich als Kind an die Rückenflossen der Delphine heftete und mit ihnen gemeinsam durch das Wasser sprang. Und wer weiß, vielleicht machen dies einige der Insulaner noch heute.

Das nachfolgende Bild habe ich selbst gemacht mit einer einfachen Kamera. Daher kann man die Insel im Hintergrund leider nicht erkennen. Ist auch eine relativ große Entfernung. Man kann jedoch das Licht hinten rechts, wo die Sonne ebenfalls durchscheint, leicht erkennen. Und dass diese Insel zuweilen wie durch ein halbes Wunder erhellt wird von der Sonne, wohingegen fast alles andere dunkel ist, haben mir auch schon Einheimische berichtet. Ich habe es auch mehrmals selbst erlebt. An diesem Tag sah das alles ganz besonders aus – und plötzlich war der Himmel wieder zu und das Licht war weg.

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Nachtrag vom 22.05.2018:

Sie sehen vielleicht. Ich versuche dort die Probleme zu lösen, wo ich mich befinde. Und hier gibt es – wie natürlich überall – viele Probleme. Leider kann ich nichts tun, da mich die „Freimaurerei“ nicht lässt. Sie hat mich hier nicht nur aus einem Ort, der mir seit über 20 Jahren als Rückzugspunkt diente, vertrieben. Sie hat mir sogar, während sie mir mein Geld stiehlt, eine Ladenfläche weggemietet und halbleer stehen lassen, damit ich mich auch hier nicht entfalten kann (d.h. ich unterliege somit quasi einem grenzüberschreitenden „Berufsverbot“, auch z.B. einem „Partnerverbot“, weil das keine Frau aushalten würde bzw. ich das keiner Frau zumuten kann oder möchte) – nachdem diese „Zunft“, die offenbar „Rachegedanken“ hat (obwohl ich ihr nichts schulde), mich aus Deutschland, wo ich ja ein recht erfolgreicher Anwalt im Umweltbereich war, weggeekelt hatte. Und dies alles nur, weil ich mich geweigert hatte, Freimaurer zu werden, nachdem ich diese „Burschen“ aufgedeckt hatte. Dies bedeutet, ich habe mich geweigert, den sog. „profanen“ Menschen zu verarschen und auszubeuten. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn Sie diesen Blog unterstützen würden. Mehr kann ich leider  – eben aus gewissen, armseligen Gründen – nicht tun. Auch meine damalige Vortragsreihe musste ich quasi einstellen. Und Sauberer Himmel hat eben „nur“ noch diesen Blog. Aber mir gefällt er. Life Force!

Als ich damals meine Freunde in Südafrika fragte, warum sie so anders sind als die Europäer, antworteten sie mit dem Wort „Life Force“ – und diese Leute (Musiker, Schauspieler etc.) kannten Europa gut. Sie empfanden es als steif und leblos (auch London).

Und eines kann durchaus sein. Für diesen Beitrag werde ich demnächst vielleicht ein schönes Erlebnis mit Delphinen haben (und die Haie werden mich für immer verschonen, vor Irland nicht weit gegenüber ist nämlich schon ein „Weißer Hai“ aufgetaucht, sie folgen den Seehunden; und zwei mittelgroße Makohaie wurden hier bei Stürmen leider tot angeschwemmt, Stichwort „Netze“). Und vielleicht zeigt sich ja auch endlich die Meerjungfrau. Oder war sie gar dieser Baum? 🙂

Gleichwohl ich längst aufgehört habe, derartiges, aber auch Delphinbegegnungen, alltäglich zu fordern. Diese „Bengel“ bzw. „Engel“ kommen nämlich stets unverhofft, und zwar dann, wenn sie wollen…, obgleich ich weiß, wo sich hier ein Teil von ihnen vor uns Menschen „versteckt“ und ausruht. Ich gehe jedoch dort nicht hin, auch weil Seehunde diesen unwegsamen Bereich, den man praktisch nur vom Wasser aus erreichen kann, zur Ruhe nutzen, die diese hier auch dringend benötigen, und spreche auch mit niemandem darüber.

Die Delphine hören uns im Wasser ja von ganz weit her hysterisch strampeln und wild herumfuchteln. Es liegt somit an ihnen, ob sie vorbeischauen wollen, oder eben nicht. Wenn sie kommen, dann sieht man sie in der Regel auch, oder man hört sie zumindest, oder man spürt eben nur die Druckwelle, die sie im Wasser hinterlassen, wenn sie mit ihrer Schwanzflosse Vollgas geben, wie sie es wollen….

Sie können sich nun auch sicherlich vorstellen, dass für mich, als ich erstmals von Fischern selbst erfuhr, dass hier tatsächlich auf Delphine, Tümmler und Seehunde geschossen wird, hier erst einmal eine „Welt“, d.h. „Illusion“ (übrigens ein Thema von uns), zusammenbrach. Natürlich hatte ich hier längst bemerkt, dass Delphine und Seehunde nicht gerade den engen Kontakt zum Menschen suchen. In Australien und Südafrika ist das ja anders. Aber dass man auf sie in Europa schießt, da sie ein paar Fische essen und ein paar unwichtige Bojen verrücken, war natürlich ein „Schock“ für mich. Auch kann es dieser kleine „Schaden“ doch nicht sein. Vor allem Neid wird daher die Ursache sein, denke ich mir. Die (steifen) Fischer meinen nämlich, das Wasser sei ihr Element (obwohl es ihre größte Angst ist, in dieses zu fallen). Aber die Delphine sind dort viel geschickter als sie, da es ihr Element ist. Sie haben daher auch keine Angst vor dem Wasser – welche die Fischer jeden Tag und in den Träumen plagt.

Und ist es nicht unglaublich, dass man ausgerechnet in Südafrika in Backpackern ganze Bücher über diese Großen Tümmler findet, die hier in der Bretagne hin und wieder an die Küste kommen. Hier selbst hatte ich zuvor nie etwas darüber gehört.

Und daher möchte ich diesen Beitrag noch einmal mit diesem Bild schließen. Ich möchte es allen Leserinnen und Lesern widmen, denen dieser Beitrag gefallen hat, und den Delphinen, die auch hier in Europa endlich ein „Understanding“ verdient haben – auch weil sie gerne in unserer Nähe wären.

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„Symbiosis“

Der arme Weiße Hai aus dem Mittelmeer

Hat Steven Spielberg Angst vor dem Weißen Hai?

Kommentar zum Höhlendrama in Thailand aus Sicht eines ehemaligen Tauchers

 

Der Autor dieser Beiträge, Dominik Storr, war Tauchleiter und hat Höhlensysteme in Mexiko, die Cenoten von Yucatan u.a., betaucht. In einigen Bereichen dieser Höhlen „mischt“ sich das dort vorhandene Süßwasser mit dem Salzwasser der nahegelegenen Küste (siehe Grafik). Das besondere daran ist, dass dies zwei eigenständige Schichten bildet, da sich das Süßwasser auf dem Salzwasser „ablagert“ (sog. „Süßwasserlinse“). Dieses unterirdische Süßwasservorkommen, das eine gigantische Kulisse ist, sollen bereits die Maya als Brunnen benutzt haben. Cenote bedeutet „Heilige Quelle“. Dieses Süßwasser soll auch der Grund dafür gewesen sein, dass Yucatan in der Vergangenheit stets stark bewaldet war. Viele Teile dieser Höhlensystem sind noch quasi unerforscht. Erst jüngst soll dort eine Gruppe von Tauchern eine neue knapp 350 Kilometer lange Unterwasserhöhle entdeckt haben, berichtet der „Guardian“. Spezielle Taucherfahrungen erwarb der Autor zudem in Südafrika, wo er als Tauchleiter tätig war, und zuvor in Indonesien, wo er an den Drop-offs der Vulkaninseln zeitweise sehr tief getaucht ist, was eine gute Planung und ein besonders vernunftbasiertes Handeln unter Wasser voraussetzt. Da beim „tieferen Tauchen“ im Zuge des Aufstiegs mehrere sog. Dekompressionsstopps akribisch eingehalten werden müssen, sollten Tauchanfänger keine „Tieftauchgänge“ absolvieren.

 



 

Anhang

Ich habe hier noch nachträglich etwas zusammengestellt. Delphine auch in der Ostsee. Dann etwas über Dohlen und viele andere Tiere wie zum Beispiel auch Paviane und Leoparden. Und dann noch Ausführliches über Haie hier direkt im Anschluss. Als Taucher in Südafrika musste ich mich zwangsläufig mit Haien beschäftigen. Auch zur vorbeugenden Konfliktvermeidung und zum voraussehenden Schutz der Tauchgruppen. Vielleicht interessiert es Sie.

 

In diesem Beitrag geht es um die individuellen und kollektiven Verhaltensweisen der unbedingt erhaltenswerten Dohlen, die in einer Gesamtschau in der Tierwelt nahezu einzigartig sein dürften. Dabei wird auf andere sozialdynamische Lebensformen wie Delphine, Papageien, Stare oder Affen Bezug genommen. Eigene, den Autor sehr berührende Erlebnisse mit Pavianen werden geschildert, deren „Ruf“ eine „Beleidigung“ für diese Tiere ist. Generell wird daher auch das „große Vermächtnis“ von Charles Darwin etwas näher unter die Lupe genommen. Dazwischen kommen viele andere Tierarten vor, selbst Leoparden, Tiger und Löwen, aber auch die „Vergrämung“ des Autors aus seiner vertrauten „Dohlen-Nachbarschaft“. Also nicht nur Dohlen und Delphine werden in Europa „vergrämt“, sondern auch noch andere sog. „trotzende Lebensformen“ wie z.B. Menschen. Könnten die – stets geselligen und gut gelaunten – „Dohlen in Gemeinschaft“ den Menschen gar Ansatzpunkte aufzeigen, wie diese friedlich in größerer Anzahl miteinander umgehen und sogar leben könnten? Nahezu offensichtlich dürfte die Dohle in den Blickpunkt militärischer und industrieller Interessen gerückt sein (Flugtechnik, Gruppendynamik, Kommunikation etc.). Selbst die Hollywood-Flmindustrie hatte der Dohle Beachtung geschenkt. Dabei könnte die papageienähnliche Dohle auch außerhalb dieser Kreise ihren Stellenwert erhalten, den sie verdient. Dieser Beitrag war nicht geplant (eigentlich nur das obige Bild) und wurde nachträglich immer länger. Bitte über diese „Schnittfehler“ etc. hinwegseen. Lesen Sie mehr hier.

Delphine auch in der Ostsee!

Letzten Sommer hat sich nach über zwei Jahren ohne Sichtung auch in der Lübecker Bucht ein Delphin blicken lassen! Der Große Tümmler soll neugierig neben dem Boot eines Hafenarbeiters geschwommen und beim Abschied extra noch einmal aus dem Wasser gehüpft sein. Delphine gibt es somit auch in der Ostsee, also nicht nur im Atlantik. Und auch dort suchen sie die Nähe zu Menschen. Ist es daher nicht an der Zeit, ihnen (auch in Europa) etwas mehr Raum und Aufmerksamkeit zu geben?

 

Der Weiße Hai

Bezeichnend ist, dass der Titel des Films „Der Weiße Hai“ (Hat Steven Spielberg Angst vor dem Weißen Hai?) wohl letztlich auf eine „Täuschung“ zurückzuführen ist. Denn realer „Pate“ für diesen Film soll kein Weißer Hai gestanden haben, sondern ein Bullenhai, der Menschen angegriffen hatte. Aber wer interessiert sich schon für Bullenhaie, werden sich „Spielberg & Co.“ mit Blick auf die Filmeinnahmen gedacht haben. Also nahmen diese für ihren Film den Weißen Hai, was diesen an den Rand der Ausrottung gebracht hat, obwohl dieser doch nicht die Meere wegen uns, sondern wegen Robben, Thunfisch etc. durchstreift. Warum ausgerechnet der Bullenhai naturgemäß (und nicht etwa aus Mordgier) wohl am häufigsten Menschen angreift, wurde hier beschrieben: Das Zweite Leben von Jonathan.

In Südafrika kommt der Bullenhai jedoch auch in Bereichen vor, in denen offiziell noch nie etwas passiert ist, obwohl an diesen Stellen sogar zum Teil sehr große Exemplare leben. Diese eher stilleren Tiere sind offensichtlich überwiegend auf Fisch spezialisiert, da diese auch kein großes Aufsehen an der Wasseroberfläche erzeugen. Aufgrund persönlicher Erfahrungen kann berichtet werden, dass etliche Begegnungen mit dem Bullenhai gefahrlos abliefen. Als Taucher sieht man diesen in seinen Revieren recht häufig am Meeresgrund liegen (und vermutlich schlummern). Er ist einer der wenigen Haie, die das tun (können). Und daher nennt man diesen in der Fachsprache auch eher „Grundhai“. Der Name „Bullenhai“ resultiert aus der kräftigen Schädel- und Kieferform bei etwas gedrungenerem Körperbau. In Südafrika hat man ihn nach einem Fluss in Mosambik namens Zambezi benannt (Zambezi Shark), weil diese Haiart eben auch gerne in Flüsse schwimmt. Sein Spitzname lautet dort „Zambi“. Da dieser naturgemäß ständig auf Menschen trifft, indem er die unmittelbare Küste, Seen und Flüsse bewohnt, müssen auch bei dieser Gattung entsprechende Angriffe als äußerst selten eingestuft werden. Und wenn er im Ausnahmefall tatsächlich angreifen sollte, dann gibt es doch noch die Delphine, die, wenn möglich, zur Rettung herbeieilen, was kein „Scherz“, sondern blanke Realität ist: Das Zweite Leben von Jonathan

„Understanding“: Ich würde nur ungern „darwinistische“ Videos verlinken, in denen Tiere miteinander kämpfen. Aber dieses Video ist zum Verständnis, was einzelne Exemplare des Bullenhaies sowie damit zusammenhängende Naturabläufe betrifft, geeignet, zumal es auch die oben angesprochenen Hippos zeigt. Dabei kommt es zu keinem richtigen “Kampf“ oder gar zu Verletzungen. (1) Man sieht auf der einen Seite, wie wachsam die Hippos sind (entgegen der Meinung der Kommentatorin). Diese hochsensiblen Tiere nehmen den Bullenhai bereits unter Wasser wahr. Gleich zu Beginn sieht man, wie eine „Hippo-Mama“ ihr Junges vorsorglich und gekonnt vor dem Hai abschirmt. Denn die „Hippo-Kinder“ sind der unumstrittene „Schatz“ der Herde. (2) Der Bullenhai möchte offensichtlich im Bereich dieser Flussmündung, seinem Revier, Fische jagen. Jedoch wohl weniger zwischen den Beinen der Hippos, wie es die Kommentatorin meint (obgleich Fische dort natürlich – ähnlich wie zwischen Felsen – Schutz suchen). In Flussmündungen befindet sich generell vermehrt die Beute von Bullenhaien (Fische). Dieser Bullenhai könnte schon hinter einer bestimmten Beute hergewesen sein. (3) Die Hippos stehen diesem Bullenhai somit an jenem Tag offenbar im Weg. Der Bullenhai zeigt, dass er damit nicht einverstanden ist. Dabei verspürt er keine Furcht vor einer Herde Hippos. Diese sorgen sich jedoch um ihre Kinder und zeigen, wie wehrhaft sie sein können. Also nicht nur gegenüber Löwen oder Menschen, sondern gegenüber allem, was in ihre Nähe kommt und gefährlich werden könnte. Der Bullenhai lenkt dann schließlich ein und zieht ab. Denn dieser möchte primär Fische jagen und nicht gegen eine Herde Hippos „kämpfen“, da ihn dies schwer verletzen und ihm dadurch sein (überflüssiges) Ende bereiten könnte (ein gezielter Biss vom Bullenhai in ein Bein des Tyrannosaurus rex wäre für diesen Hai wohl ungefährlicher und sogar erfolgsversprechender gewesen als zwei oder drei Dutzend von panisch umhertretenden „Hippo-Stampfern“ ausgesetzt zu sein). (4) Und dies wissen die Hippos natürlich auch, indem sie relativ entspannt auf diese Situation reagieren und den Hai nicht unnötig provozieren wollen – da sie spiegelbildlich hierzu ebenso wissen, wozu ein bedrängter Bullenhai in der Lage ist (dieser zieht Fischer samt Leine und Boot 10 Kilometer flussaufwärts, bevor der stundenlange „Pseudo-Kampf“ mit diesem vom Menschen so oft geschundenen Tier beginnt; große Tigerhaie sehen manchmal andere Haiarten als Beute an, teilen aber mit den Bullenhaien meist ohne Konflikte ihr Revier). Die Hippos tun somit letztlich nur das „Nötigste“, damit der Hai wieder geht. (5) Die „Darwinisten“ würden jetzt jedoch behaupten, dass der Bullenhai mit „menschlichen Mordlüsten“ alles angreifen würde, was sich bewegt. Und das stimmt nicht, zumal sich extrem wehrhafte wilde Tiere wie Bullenhaie, Hippos oder Krokodile ohnehin lieber aus dem Weg gehen.

Gleichwohl kann man dadurch sehen, dass es mit Bullenhaien – so wie hier naturgemäß mit den Hippos – eben zu Konfliksituationen kommen könnte, wenn Menschen in Flussmündungen schwimmen oder surfen, die zu den „Lieblings-Jagdgründen“ von Bullenhaien gehören. Beispiel: Bali als beliebtes Urlaubsziel: 5 sog. „nicht-fatale“ Haiangriffe auf Surfer seit 2010; davor war es lange Zeit recht ruhig. All diese Unfälle geschahen an ein und derselben Flussmündung bei Balian, zumal bekannt sein soll, dass über diesen Fluss auch Tierkadaver in das Meer entsorgt werden. Allermeistens geschieht jedoch wohl nichts, da andernfalls angesichts der Millionen von Menschen, welche die Meere ausgiebig und eben auch oft sehr rücksichtslos und sogar gewaltsam (Fischer, Angler, Speerfischer etc.) nutzen, deutlich mehr Unfälle stattfinden müssten (zu den Statistiken noch unten). Und während die Speerfischer die Haie automatisch allein durch ihre heimtückische (und zwiegespaltene) Anwesenheit sowie durch das im Wasser vergossene Blut der erbeuteten Fische ständig provozieren (das ist bewiesen), wehren diese sich stolz mit der Harpune als Waffe gegen den Hai und posten die Videos dazu im Internet, weil sie sich selbst als „Helden“ sehen, obwohl sie den Hai durch ihr grandioses Fehlverhalten zuvor quasi selbst herbeigerufen, aggressiv und gesteigert hungrig gemacht hatten. Und was lösen sie damit aus? Angriffe auf Kinder an Stränden, die keine Waffen tragen und sich deshalb nicht wehren können. Speerfischer sind echte, d.h. reale, „Tyrannen“ der Meere, und neben den – vielen Netzen und Leinen – der größte Fremdkörper und Störfaktor für die Unterwasserwelt.

Taucher, die sich einem (scheuen) Weißen Hai ohne die hierzu notwendigen und meist reißerisch inszenierten Fütterungen annähern wollten, berichteten, dass in vielen Fällen Delphine auftauchten, wenn eine Annäherung halbwegs gelang, und der Weiße Hai sei jeweils „unaufgefordert“ verschwunden. Dies dürfte dreierlei zeigen: (1) Weiße Haie sind in der Regel sehr scheu. Ohne Fütterungen ist es kaum möglich, sich ihnen anzunähern. (2) Delphine scheinen eine Art von Spürsinn zu besitzen, wenn es in ihrer Nähe zwischen Mensch und Hai zu Konfliktsituationen kommen könnte. (3) Und Delphine sind offenbar besorgt, wenn eine Gruppe von Tauchern an der Flosse eines Weißen Haies „reiten“ möchte (doch nur um zu zeigen, dass sie diesem „ebenbürtig“ sind, was sie im Wasser natürlich nicht sind), da dies offenbar so nicht „vorgesehen“ ist. Für diesen „Spaß“ gibt es Delphine (inkl. „understanding“– auch in Europa!). Annäherungsversuche an Haie, auch ohne Fütterungen, stellen übrigens immer eine Gefahr für andere Menschen dar. Denn wie reagiert der Hai auf einen anderen Menschen, der das nicht gewohnt ist? Und wie reagiert der Mensch in dieser Situation? Genau dies kann auslösende Ursache von sog. „Haiangriffen“ sein, die sich meist (nicht iummer) in einem Biss „erschöpfen“, was jedoch aufgrund der Struktur des Kiefers und der Zähne von größeren Haien schwere Folgen haben kann.

Man sollte daher keine darwinistischen „Unterwerfungs-Spielchen“ mit Haien betreiben (auch nicht mit Alligatoren & Co. unter Zuschaltung eines „Live-TV-Monitors“), wie es jeden Tag weltweit – vor allem durch Fütterungen – geschieht. Und ausgerechnet SPIEGEL ONLINE, wohl auch damit nicht alle Leserinnen und Leser davon laufen und Werbeflächen ihren Preis halten oder noch steigern können, postet dann die dazugehörigen „Sensations-Videos“ gewissenlos und ohne weitere Informationen: Sensationsgier bei Haien – wie hier auf SPIEGEL ONLINE („Tigerhai in Trance“) – gefährdet weltweit Schwimmer, Schnorchler und Taucher.

Zum Beispiel am – unter europäischen Tauchern und Schnorchlern beliebtenRoten Meer in Ägypten kam es in der Vergangenheit zu (zum Teil auch tödlichen) Haiangriffen durch Weißspitzen-Hochseehaie (auch die vermeintlichen Angriffe von Makohaien direkt an der Küste dürften vermutlich diese gewesen sein). Diese sollen durch  von „Sensations-Tauchern“ i.S.v. SPIEGEL ONLINE vorgenommene Anfütterungen wohlgemerkt als Hochseefische direkt an die Strände der Hotels gelangt sein. Haie und nachgerade die Weißspitzen-Hochseehaie als Bewohner der offenen See können ausgezeichnet riechen in den schier endlosen Weiten der Meere (Stichwort „Überlebensstrategie“). Da Weißspitzen-Hochseehaie im Roten Meer zu einer Form von „Delikatesse“ für viele „Hai-Taucher“ zählen, also die Begegnung mit diesem Hai, besteht unter „Insidern“ sogar der Verdacht, dass exakt diese Haiart gezielt von Tauchern angefüttert wird. Dass auch dort die Haie angefüttert werden (müssen), zeigt, wie scheu diese in der Regel sind und dass sie meistens deutlichen Abstand zum Menschen suchen. Dieser ist auch ihr größter Feind; unzählige Haie werden jedes Jahr – meist von Männern mit gestörtem „Selbstbewusstsein“ oder weil deren Flossen „dank“ Steven Spielberg & Co. als Statussymbole für Büro und Salon oder als Suppe zur (vermeintlichen) „darwinistischen Potenz- und Orgasmussteigerung“ (auch der im Sinne eines Sigmund Freuds oder der beliebten „Chinesischen Medizin“) eine Menge Kohle einbringen – abgeschlachtet.
 
„Danger-EU“, Greenpeace & Co. und „die Mafia“ – auch bei den Haien eine „erfolgreiche“ Art von „Dreigespann“ (fragwürdige Gesetze, subventionierte Ausbeutung und quasi „Zuschauen“ bzw. „Wegsehen“): Denn wer bei der industriellen Tötung von Haien – ähnlich wie bei den Meeressäugern – ausschließlich an asiatische Fischfangflotten denkt, irrt – wegen „der Medien“ und „Umwelt“- verbände – auch hier. Ein Drittel aller weltweit gehandelten Haiflossen stammt von Fischfangflotten der EU (Quelle: Sharkproject). Das entspricht ca. 25 Millionen Haien im Jahr, die wegen ihrer Flossen von Schiffen der EUlegalisiert durch fragwürdige EU-Verordnungen und subventioniert durch den europäischen Steuerzahlergefischt werden (Quelle: Wild Aid Report 2014). Inkl. unzähliger in den Netzen qualvoll zu Tode gekommener Delphine als Beifang (Beweggrund „Gier“). Der Fischereihafen im spanischen Vigo, der sogar den uferlos CO2-produzierenden „Stubenhockern“ von Greenpeace bekannt sein müsste, ist dabei einer der Hauptumschlagsplätze des weltweiten Haihandels (Stichwort „die Mafia“; siehe oben). Insbesondere den europäischen Blauhaien geht es inzwischen sehr schlecht. Diese verfügen kaum mehr über die notwendige Zeit, vor ihrem „Fang“ geschlechtsreif zu werden. 2017 wurde ein Blauhai auf Sylt angespült. Obduktionen sollen ergeben haben, dass er u.a. an einer Blutvergiftung gelitten haben soll (Stichwort „Schweröl, Müll – nicht „nur“ Plastik – und Chemie – darunter PCB – in den EU-Natura-Meeren“; siehe oben). Auch in Deutschland wird übrigens Hai gegessen. Schillerlocke, Seeaal und Steinlachs sind Produkte, die vom –  inzwischen fast weggefischten – Dornhai stammen.

.Wohlweislich erfolgte der erste in England zu verbuchende „Haiangriff“ auf einen Surfer (2017), der recht glimpflich verlief (Handverletzung), nicht etwa durch einen Weißen Hai (Spielbergs „Phantasie-Killerhai“), der sich dort gerade wieder etwas ansiedeln kann (nicht nur Delphine, auch Haie haben es in Europa schwer), sondern durch einen jungen und daher noch unerfahrenen Blauhai. Dieser hatte sich wohl im ungewohnt trüben Wasser des Nordatlantiks mit inzwischen „Null“ Meter Sicht aus der Optik eines Schnorchlers (siehe nebenstehendes Bild) geirrt und war – wohl ähnlich geschockt wie der Surfer – gleich wieder davongeschwommen. Angriffe durch Weiße Haie sind aufgrund deren guten Geruchsinnes selten und stellen zumeist eine Verwechslung oder einen „Test durch das Gebiss“ (da keine Arme vorhanden) aus Sicht des Tieres dar. Am meisten gefährdet sind wohl „Body-Boarder“, die zum Surfen bei verkürztem Board zusätzlich kleine Flossen tragen, und damit aus Sicht des Haies den „optimalen Anschein“ einer Robbe erwecken können. Nach einem Biss lässt der Weiße Hai zumeist wieder ab, weil der Mensch nicht auf seiner „Beuteliste“ steht. Aber ein Biss vom Weißen Hai kann eben leider dramatisch sein, wenn eine Arterie getroffen oder gar eine Gliedmaße abgetrennt wird. Hilfe bzw. Rettung kommt dann in manchen Fällen wegen des Blutverlustes zu spät, was dann im Einzelfall sehr tragisch ist. Tödliche Haiangriffe kommen jedoch sehr selten vor. Und dabei geht dann noch häufig ein menschliches Fehlverhalten voraus (Fütterungen, Schwimmen trotz Warnung etc.).

In dem Beitrag Der arme Weiße Hai aus dem Mittelmeer hatten wir so ein (seltenes) Unglück, das sich in der Nähe von Kapstadt ereignete, erwähnt. Aber auch in diesem unglücklichen Fall, bei dem ebenso Delphine in der Nähe gewesen sein sollen (beim Biss wohl zu weit weg), sollen Haifütterungen eines Tierfilmers den Hai an die Küste gelockt und gesteigert „hungrig“ gemacht haben. Und dennoch muss auch dieser Fall aus Sicht des Haies eine „Verwechslung“ gewesen sein, da er nach dem Angriff wieder verschwand und woanders nach Beute Ausschau gehalten haben soll, was dem jungen „Body-Boarder“ leider nicht half  (zur speziellen „Gefahr“ beim Body-Boarding siehe oben, zur speziellen Gefahr bei „Verwechslungsangriffen“ durch Weiße Haie siehe noch unten). Da die Surfer in Südafrika wissen, dass die Weißen Haie dort nach Robben Ausschau halten, sind sie diesen selbst bei (den wenigen) „Unglücken“ nicht „böse“. Der Weiße Hai wird dort als Bestandteil der Natur betrachtet.

Weiße Haie im Mittelmeer

Im Mittelmeer kann die dort wohl eher als klein einzustufende Population von Weißen Haien, wenn diese Tiere nicht gerade als lukrativer „Beifang“ (Flossen etc.) in einem der vielen Fischernetze landen, relativ unbemerkt leben. Sie zieht sich dort offenbar gerne wegen der für sie in der Regel – vor allem im Sommer – zu hohen Temperaturen des Oberflächenwassers in eher etwas tiefere Gefilde zurück. Dort können einzelne scheue Exemplare hin und wieder (jedoch sehr selten) von dann zumeist äußerst überraschten Tauchern gesichtet werden. Die letzte Sichtung dürfte die im Sommer 2018 in der Nähe von Mallorca (diesmal von einem Boot aus) gewesen sein. Weiße Haie im Mittelmeer dürften daher – mangels üppiger Beutegrundlage – eher rar gesät sein. Etwas häufiger soll dort noch der Fuchshai anzutreffen sein, der für Menschen harmlos ist. Aufgrund seiner erreichbaren Größe von mehreren Metern ist dieser jedoch ein begehrtes „Trophäen-Ziel“. Der Fuchshai betäubt seine Beutefische (Makrelen, Heringe etc.) oft mit dem Schwanz, bevor er sie fängt. Um dies zu erzielen, schwimmt er – ähnlich wie Delphine – in die Fischschwärme hinein. Hier kann man derartiges bei Delphinen im Zusammenwirken mit Basstölpeln im europäischen Nordatlantik bestaunen:

Dieses Video hatten wir oben schon. Das bei Minute 0:49 könnte sogar ein Blauhai gewesen sein. Schwer zu erkennen. Diese sind auch zu recht sehr scheu (siehe oben). Daran sieht man jedenfalls, wie wichtig derartige Fischschwärme im Meer als Hauptbeutegrundlage für eine Vielzahl von Meeresbewohnern – darunter Delphine, Schwertwale und andere Zahnwale, aber auch Fuchshaie, Blauhaie etc. – sind. Und für Vögel. Aber gerade diese Fischschwärme werden von uns Menschen im industriellen Stil „weggeerntet“. Doch zurück aus den etwas kühleren Tiefen des nordischen Atlantiks in das wärmere und südlicher gelegene französische Mittelmeer: Dieser Fuchshai wurde jüngst vor Marseille gefilmt. Die stattliche Größe von sechs Metern dürfte sich zusammen mit dem Schwanz ergeben haben, der beim Fuchshai außerordentlich lang und damit auch das Erkennungszeichen schlechthin ist.

Haie: Fehlendes Wissen bei fehlender Toleranz

Wie wenig Forscher von Weißen Haien wissen (ähnlich wie bei anderen Haiarten), dürfte die Tatsache aufzeigen, dass diese bis heute nur darüber rätseln können, ob es zwischen den Weißen Haien im Mittelmeer und denen im Atlantik einen Austausch gibt (Meerenge von Gibraltar).

Dass sog. „Forscher“ bei der „Erforschung“ des Weißen Haies (und von anderen Tierarten auch) oft mehr im Weg stehen als förderlich sind (auch, da sie die Tiere meist auf unnatürliche Weise durch Futter anlocken), beweist dieses Video. Von den Forschern selbst wird dieser Vorfall hergenommen, um daraus die allgemeine Gefährlichkeit des Weißen Haies abzuleiten. Unerwähnt bleibt dabei allerdings, dass wohl auch hier Fütterungen im Vorfeld stattgefunden haben mussten (ein scheuer Weißer Hai jagt direkt am Boot). Zudem trägt der Forscher schwarze Gummistiefel auf einer Leiter direkt über dem Wasser und imitiert dadurch optimal die Flossen oder sogar den Körper einer Robbe an der Wasseroberfläche. Dieser sog. „Forscher“ wurde auch schon unter Wasser von einem Weißen Hai „bedrängt“ (Biss in die Kamera), was zeigen dürfte, dass dieser die Weißen Haie eher provoziert und herausfordert als erforscht. Aber das ist leider gängige Praxis bei „Forschern“ (d.h. wilden Tieren auf der Nase herumzu“pinkeln“). Allerdings kann man in diesem Video recht gut erkennen, wie Weiße Haie ihre „Beute“ (Robben, Forscher etc.) angreifen. Sehr schnell und für diese meist unerwartet, damit die zu erbeutenden „Flossenfüßer“ (Robben, Seelöwen etc.) nicht rasch abtauchen oder wegschwimmen und sich dadurch in Sicherheit bringen können. Daher erfolgt der Angriff auch in der Regel – wie in dem Video – von hinten und schräg/unten (meist in die Schwanzflossen, um die Beute bereits beim ersten Biss manövrierunfähig zu machen), so dass man als Surfer oder Schwimmer bei den selten vorkommenden „Verwechslungen“ bzw. „Tests“, bei denen tatsächlich ein Biss erfolgt,  wohl einen „Schutzengel“ benötigt, um derartiges unbeschadet zu überstehen (siehe hierzu gleich noch im Anschluss). Ohne Gitter hätte der Hai wohl exakt ein Bein des Forschers „erwischt“ (Präzision als „Überlebensstrategie“, zumal der Weiße Hai in seinen Hauptverbreitungsgebieten auf relativ wenige Beutearten – Flossenfüßer, Thunfische etc. – hochspezialisiert ist). Eine Tendenz zur Spezialisierung soll z.B. auch bei den Weißspitzen-Hochseehaien im Roten Meer (siehe oben) beobachtet werden können (vermutlich mangels ausreichender Nahrungsvielfalt). Diese sollen sich dort vermehrt von Meeresschildkröten ernähren, die mit ihren vier Flossen bzw. Füßen Schwimmern und Schnorchlern aus Sicht des Haies ähneln können (Stichwort „Verwechslungsgefahr“).

Surfer als freiwilliges „Beuteschema“ für Haie

Auch „die Surfer“ haben einen großen Anteil am schlechten Ruf des Weißen Haies. (1) In dessen Hauptverbreitungsgebieten provozieren sie regelrecht „Verwechslungen“ und damit sog. „Angriffe“. (2) Oft werden Warnungen nach Haisichtungen nicht ernst genommen oder erzeugen gar erst den ultimativen „Surf-Kick“. (3) Sie klassifizieren relativ häufig Angriffe des ufernah lebenden Bullenhaies (siehe oben), der als „Zambi“ (siehe oben) sein Revier gegen Surfer und vieles mehr (Jetskier, Boote, neue Boyen etc.) sehr heimatverliebt und dadurch recht rigoros in – hier zugegeben – leicht darwinistischer Manier „verteidigt“, als Attacken eines mindestens 6,5 Meter langen „Great White“ (aus Panik oder Irrtum oder weil sie ihn gar nicht gesehen haben oder da es eben mehr „Ruhm“ am Ufer, aber auch eine bessere Rechtfertigung für einen Bruch im Board mit sich bringt). (4) Sie beschreiben ihre vermeintlich „finalen“ Tritte und Schläge gegen den Hai oft als einen „erhobenen Sieg“ gegen ein überlegenes und nur auf sie fixiertes „Monster“ statt in manchen Fällen schlicht anzuerkennen, dass der Weiße Hai vermutlich abgedreht ist, weil er seinen Irrtum nach dem ersten Biss ins fies-bittere und zu 100 % fettlose Surfbrett erkannt hatte. Manche Surfer sind sich deshalb auch bewusst, dass sie einen „Schutzengel“ (Zitat) gehabt haben mussten (Board oder Leinen statt Armen, Hüfte oder meistens Beinen), wenn sie einen der (selten vorkommenden) „Angriffe“ eines Weißen Haies wegen „Irrtums“ (Robben etc.) überlebt hatten.

Weißer Hai in Wales „verschont“ jungen Surfer

Dieses Bild ist insoweit sehr aufschlussreich:(1) Es zeigt einen jungen Surfer zusammen mit einem Weißen Hai in Wales, wo bis dahin noch niemand so richtig mit Weißen Haien gerechnet hatte. (2) Das Bild vom Hai entstand zufällig, niemand bemerkte ihn, was nämlich oft der Fall ist und Haien zugute gehalten werden muss. (3)  Man kann auch sehen, dass der Hai, obwohl er schon in der Welle des Surfers war, seinen Irrtum noch bemerkt hat. Schließlich ist nichts passiert und der nordatlantische Weiße Hai blieb bis zur „Entwicklung“ des Fotos unbemerkt.  

 
Gier oder Rücksicht und Verständnis
und eine daraus folgende
Artenvielfalt (inkl. Freude an der Natur)?

Dass inzwischen auch Australien – wie z.B. Ägypten – seltene Haiarten wie Tigerhaie, die gerade wegen ihrer Bejagung aussterben, nach einem einzigen Haiangriff töten lässt, obwohl man nicht einmal wusste, ob es diese Haie waren, zeigt, dass nunmehr auch dort die blanke Gier (Einnahmen aus Tourismus) höchste Priorität hat und nicht etwa der Schutz des Meeres bzw. der dort angeblich erwünschten Artenvielfalt, wegen der die Touristen extra kommen, um dort zu schnorcheln und zu tauchen. Und dort gibt es eben noch Haie. Punkt! Und hierzu spiegelbildlich kann man dem Internet leicht entnehmen, dass es die potentiellen Touristen letztlich nur interessiert, an welchen konkreten Plätzen es keine Haiangriffe gibt oder jüngst gegeben hat. Wie man sich allerdings in Revieren von Haien oder diesen gegenüber selbst verhalten bzw. nicht verhalten sollte (Stichwort „Provokation“ etc.), interessiert jedoch so gut wie niemanden (Stichwort „understanding“). Gleichwohl dringt man auf derartigen im Katalog oder Internet gebuchten Reisen als „Land- und  Bürolebewesen“ wie selbstverständlich in fremde und noch dazu relativ feuchte Lebensräume ein („das Meer“ mit Küste, Riff und anschließender Tiefe).

Und dann muss zuletzt noch die Frage erlaubt sein. Muss man ausgerechnet dort wildplantschend schwimmen oder ohne Erfahrungen schnorcheln, wo der Tigerhai oder ein Bullenhai sein (4000 Kilometer langes 🙂 ) Stammrevier hat?

Eine Wiese, auf der Löwen wohnen, würde man doch vermutlich auch nicht wild-stolpernd und ohne Vorsicht überqueren wollen. In Ägypten gibt es inzwischen in den Touristengegenden sinnvolle Regelungen (keine Haifütterungen, keine Speerfischerei, keine Entsorgung von Schlacht- und Speiseabfällen im Meer etc.). Aber wie war das auf dem Meer, wo es mangels Zeugen und Richtern auch keine „Regeln“ gibt (siehe oben)?

 

„Sicherheit“ für Urlauber benötigt keine Panik,
sondern ein gewisses Quantum an
„understanding“

Als eigens umsetzbare „Grundregel“ sollte daher gelten, an der Wasseroberfläche einen Kontakt mit Haien zu vermeiden. Das gilt auch für Taucher. Beutetiere von Haien tauchen bei Gefahr in der Regel ab. An der Wasseroberfläche simuliert man daher eher das „Beuteschema“, ein verletztes oder extrem unwachsames Tier zu sein. Als Schwimmer ist man dabei nahezu blind, obgleich meist sehr laut. Als Schnorchler (und Taucher) sollte man stets eine „Umschau“ pflegen (ähnlich wie im Straßenverkehr), wie es Tiere in der Regel auch tun. Und zwar völlig unabhängig von Haien, da es noch ganz andere und meist viel realere „Gefahren“ in den Küstengewässern gibt: Durchgeknallte Jetskier und „Kapitäne“ von Speedbooten, Speerfischer mit wenig Überblick oder einem kribbeligen Finger, dann in den Korallen verhangene Fischernetze sowie scharfe, fast unsichtbare Nylonleinen samt spitzen Haken, aber auch Brandung, Rippströmung, Felsen, Geschwemmsel (Treibgut) oder andere harsche Hindernisse wie Korallen und Fregatten, ferner giftige (aber weit mehr harmlose und schöne) Quallen und Fische wie z.B, Stachelrochen, Feuerfische, Steinfische und Kugelfische, zudem Seeigel mit überlangen Stacheln und zuweilen sogar schräg bezahnte Muränen oder Barrakudas (meist – ähnlich wie manche Haiarten – tagsüber in Nischen, in die man daher nicht blind hineinschwimmen oder -fassen sollte), die es jedoch ebenso allesamt nicht auf Menschen abgesehen haben. Somit alle Richtungen im Blick haben (dabei neben Augen auch Ohren benutzen), um potentielle Risikosituationen – das gilt dann eben auch für solche mit Haien, die ohne Fütterungen jedoch äußerst selten vorkommen – rechtzeitig erkennen und entsprechend handeln zu können. Und dies alles sollte – ähnlich wie im Straßenverkehr – automatisch bzw. fließend geschehen und nicht „verkrampft“ oder „hektisch-abrupt“, da dies die Tierwelt, die im Wasser recht ruhig und friedlich ist, beunruhigt.

Ohne Fütterungen sind Haibegegnungen eher selten

Und man sollte Haie, wenn sich die Wege ausnahmsweise einmal kreuzen sollten, einfach lassen und dabei ihren Weg und ihre Körpersprache (unaufdringlich) beobachten. Keinesfalls sollte man diese wegen Erinnerungsfotos oder was auch immer bedrängen bzw. belästigen oder in Engpässe bringen oder in deren Ruhezonen bzw. Verstecke eindringen oder gar aufwecken (wenn sie schlummern), wie es viele Taucher und sogar auch überhebliche Schnorchler eben doch leider recht häufig tun („Provokation“). In Ägypten soll dies zu einem der Unfälle geführt haben. Viele Taucher und Schnorchler sind scharf darauf, Haie aus nächster Nähe zu sehen (das nimmt offenbar samt Fütterungen immer mehr zu, dabei gibt es doch bereits genügend „Haie“ an Land oder man sucht dort unter Wasser eben vermeintlich „seinesgleichen“). Die mit der Materie vertrauten Einheimischen vor Ort wissen meist, vor welchen Tieren man achtsam sein sollte, weil diese regional verhäuft vorkommen (das gilt für Diebe oder Bußgelder, die man sich als Tourist vor Ort sparen kann, wie bei Landtieren ebenso). Und wenn sich wirklich einmal ein Hai verbissen haben sollte, dann nicht den betroffenen Körperteil wegreißen, zumindest nicht in dem Moment, wo der Kiefer greift, weil dadurch die Verletzung meist deutlich größer würde, sondern eher versuchen, den Hai mit den übrigen Gliedmaßen wegzuklopfen. Je größer oder zielstrebiger der Hai jedoch ist, desto schwieriger dürfte dieses Unterfangen sein. Daher sollte man es erst gar nicht so weit kommen lassen (siehe oben).

Auch Tigerhaie sind keine „Killer“

Oben wurde eine persönliche Erfahrung mit einem erwachsenen Tigerhai an der Wasseroberfläche geschildert. Diese ist damals gut verlaufen. Der Hai tauchte schnell auf und schaute nach, was da in seinem Revier los war, zog jedoch auch wieder ebenso rasch von dannen. Vielleicht versprach er sich Futter (Haifütterungen). Tigerhaie bringen Taucher häufig mit wie „unter Trance“ (siehe oben) leicht zu erbeutenden, vorzüglich schmeckenden und wohl verdaulichen Mahlzeiten in Verbindung (Fütterungen), so wie oben beschrieben (Sensationsgier bei Tigerhaien gepostet auf SPIEGEL ONLINE gefährdet Badegäste). In diesem Video kann man sehen, wie ein sich natürlich verhaltender Tigerhai an zum Teil plantschenden Badegästen in Florida entspannt vorbeischwimmt bzw. sogar extra um sie herumschwimmt, ohne sich für diese im Sinne einer potentiellen „Beute“ zu interessieren (dabei haben es seine sog. Schiffshalter, besser bekannt als „Putzerfische“, allerdings recht schwer, ihm im flachen Wasser – angesichts seiner rücksichtsvollen Kurven um die Badegäste – halbwegs folgen zu können). Auch der Tigerhai ist somit kein „Killer“. Obgleich man anhand dieses Videos gut sehen kann, auf welche Weise wir Menschen den Haien ihren Lebensraum wegnehmen. An einer Küste mit ehemals sicherlich üppiger Beute gibt es nur noch Hotels, Jetskier und Badegäste. Und dennoch passiert so wenig (siehe hierzu gleich).

Wenn sog. „Raubtiere“ wie Tiger, Bären oder Löwen in Gefangenschaft gehalten werden, dann erhöht sich dadurch automatisch die Anzahl möglicher Konfliktsituationen zwischen Menschen und Tieren. Und nichts anderes geschieht an den Riffen mit Haien, wenn diese dort von Menschen an Futter gebunden werden. Das ist dann schon ähnlich wie in einem Zirkus. Und wenn etwas dabei schiefgehen sollte oder gar Unbeteiligte davon betroffen sind (wie z.B. von den Fütterungen unwissende Schnorchler oder Taucher etc.), dann war natürlich wieder der sog.  „unerbittliche Killerhai“ an allem schuld. Von den ca. 100 statistisch erfassten Haiangriffen im Jahr weltweit, die nicht alle zu Verletzungen führen, sind oft Fischer betroffen, die Haien nachstellen. Die Statistiken erfassen somit auch Fälle, bei denen Fischer zu den gefangenen Haien ins Wasser springen, um sie dort als „Herkules“ vor laufender Kamera zu töten oder an Bord zu hieven. Ein hoher Anteil der Haiangriffe dürfte auf Provokation zurückzuführen sein. Ein anderer Anteil auf Fütterungen. Dann gibt es noch die „Ver-wechslungsgefahr“ oder Provokation durch die vielen Surfer und Speerfischer. Max. 4 bis 10 der weltweit pro Jahr gelisteten Angriffe verlaufen dabei tödlich. Von rund 450 Haiarten kann es nur bei ganz wenigen zu Konfliktsituationen kommen.

Weiße Haie, Tigerhaie und Bullenhaie friedlich untereinander und mit Rücksicht gegenüber Tauchern

Dieses Video dürfte beweisen, dass es auch für die sog. „Killerhaie“ wie Weißer Hai, Tigerhai und Bullenhai das Wichtigste ist, satt zu werden (hier an einem Walkadaver, was ein natürlicher Vorgang ist, zumal die Wale in Südafrika nicht bejagt werden). Und eben nicht, um „blind“ bzw. wahllos zu töten. Wenn genügend Futter vorhanden ist, dann gibt es auch weniger Konflikte. Wir sollten den Haien daher etwas übrig lassen zum Essen in den Meeren und nicht alles wegfischen. Auch dies würde das Konfliktrisiko mindern. Das Video wurde südlich von Durban aufgenommen, wo es auch zu der oben geschilderten Situation mit dem Tigerhai kam. Diese Küste ist, weil dort der warme Indische Ozean mit kalten Gewässern zusammenstößt, enorm fischreich. Es wimmelt dort auch von Delphinen und Walen (sog. „Dolphins Coast“). Und diese enorme Fischgrundlage bei strömungsreichen Gewässern hat dafür gesorgt, dass sich dort eine relativ große Population von Haien gebildet hat. Darunter, was selten ist, Tigerhaie, Bullenhaie und Weiße Haie in einem Gebiet.  Die Haie essen auch Ass. Das ist gerade in wärmeren Meeren eine sehr wichtige Funktion. Man sieht, wie relativ entspannt die angeblich gefährlichsten „Killerhaie“ direkt nebeneinander sind. Die einzigen, die für Unruhe sorgten, waren die Taucher. Diese revanchierten sich dafür, indem sie den Walkadaver hinaus auf das offene Meer zogen, damit die Haie nicht in die Hainetze an den (Surf)Stränden geraten konnten. Man sieht in dem Video ebenfalls gut, wie Haie beißen. Von unten nach oben. Und man kann daran eben auch sehen, dass jeder einzelne Biss von einem Tigerhai oder Weißen Hai automatisch Wirkung entfaltet, was bereits allein als Grund ausreicht, diese Tiere als „potentiell gefährlich“ einzustufen. Den gefährlichsten Part übernahmen jedoch die Taucher, indem sie die Haie anfassten, obwohl diese dort wissen, dass man dies nicht tut: Tiger sharks like „no touchy!Und man sieht im Video auch, dass der Tigerhai das nicht möchte, indem er schnell davonschwimmt (und nicht etwa zubeißt, wozu er durchaus „berechtigt“ gewesen wäre, weil er keine Arme zum Wegschieben besitzt, sondern nur sein Gebiss oder die Flucht). Wir haben lange überlegt, ob wir das noch nachträglich einfügen, weil es einen toten Wal zeigt und ein paar Taucher, die nicht als Vorbild dienen. Dieses Video taugt aber gut, um diese drei gefürchteten Haiarten zu zeigen und dass diese letztlich entspannter sind als die Taucher, die Unruhe erzeugen, weil sie Haie, die gerade auf natürliche Art fressen, anfassen und sich zum Teil zwischen Beute (Wal) und Haie schieben, was man gleichfalls nicht tun sollte. Und daran sieht man, wie viel Rücksicht die Haie auf die Taucher genommen haben – trotz fetter Beute.

Daraus könnten wir Menschen sogar lernen! Rücksichtnahme trotz „Beute“. Das wäre es doch! Focus hatte dieses Video übrigens übernommen und betitelte es u.a. mit „Von Raubfischen umzingelt“. Das sind „die Medien“, wie diese leiben und leben; denn es ist in Wahrheit genau andersherum gewesen: „Haie von Tauchern umzingelt“.

Die Taucher halfen den Haien aber auch (wegen der Netze, siehe oben), was in Südafrika keine Ausnahme ist. Haie sind dort nicht verhasst, sondern werden als Teil der Wildnis aufgefasst, so wie die Leoparden, Löwen und Krokodile auch. Und eben auch die Delphine und Wale, die deshalb aus „Dank“ – und weil es ihnen gefällt – dort direkt an die Küste kommen, wohl regelmäßig näher als an anderen Orten der Welt.

An Abschnitten dieser Küste versammeln sich die Sandtigerhaie, die man dort Ragged toothed sharks nennt, von weit her zur Paarung. Zu dieser Zeit sind sie völlig ungefährlich – in echter Trance sozusagen (siehe oben). Zu Hunderten kann man diese dort dann ohne Fütterungen sehen bzw. man muss zwangsläufig in dieser Zeit ständig um sie herum oder über sie hinweg tauchen, da sich diese in ihrer „Liebes-Trance“ kaum oder eben nur sehr langsam fortbewegen. Und der Meeresboden liegt in diesen Bereichen voller Zähne, da sich diese Haie bei der Paarung ineinander verbeißen, und dabei Zähne verlieren, die aber wieder ersetzt werden (ohne Zahnarztbesuch).

Das mit dem Anfassen der Haie, während diese fressen (bei manchen Hunden könnte so etwas schiefgehen), ging wohl nur deshalb gut, weil diese Taucher dort viel Erfahrung mit diesen Haien haben und sie in dieser Gegend füttern. Aber genau dies ist das Problem beim Tauchen. Das normale Tauchen wird den meisten irgendwann langweilig, und dann suchen die Taucher neue Herausforderungen. Für einige sind es die Höhlen, die Tiefe oder dort gelegene Schiffwracks, wie es die Höhlenrettung in Thailand gezeigt hatte, bei der sich Taucher aus der ganzen Welt freiwillig gemeldet hatten. Und für viele andere Taucher sind es eben die Haie, so dass es vor allem die erfahrenen und gut ausgebildeten Taucher sind, die schlechtes Vorbild leisten, indem sie Haie an Menschen binden und „Spielchen“ mit diesen unternehmen. Denn Taucher, die weniger können, sind bei derartigen Haibegegnungen meist überfordert und könnten dadurch Haie, die sich von Tauchern (wegen der Fütterungen) allgemein angezogen fühlen, automatisch provozieren (siehe oben). Dies dürfte eine der häufigsten Ursachen für Unglücke mit Haien sein. Dies hatten wir in dem Beitrag Fais-le bien, ma petite chérie – Von Tauben, Delpinen, Haien und Menschen anhand von Beispielen geschildert. Auch Schwimmer und Schnorchler sind davon betroffen, da Fütterungen die Haie eben vermehrt und zugleich gesteigert hungrig an die Küste bringen (siehe oben). Auf der anderen Seite muss jedoch festgestellt werden, dass es nicht etwa die etablierten Umweltverbände oder gar die Politik sind, die sich für den Schutz von Haien einsetzen, sondern Hai-verliebte Taucher.

 

Der Zambi

Dass der Bullenhai trotz seiner potentiellen „Gefährlichkeit“ in Südafrika recht beliebt ist, hat mehrere Gründe. Zum einen teilt man den Lebensraum „Küste und Fluss“ mit ihm, was einen quasi zu Nachbarn werden lässt. Er steht als Symbol für Widerstandsfähigkeit, Mut und Kraft. Dabei ist er eine „ehrliche Haut“. Zudem ist er der einzige Hai, der in Süßwasser überwechseln kann. Das macht ihn speziell. Und dann stellt er eben zuweilen sehr kuriose Dinge an, welche die Menschen manchmal auch zum Lachen oder Staunen bringen können, wie z.B. ein Anglerpärchen, dem der Bullenhai den Fisch an der Angel kurz vor dem Kescher direkt an der Terrasse völlig unverhofft in vollendeter Manier wegschnappt: siehe Das Zweite Leben von Jonathan. Der Bullenhai ist aufgrund seiner besonderen Kieferstärke und seiner Gewandtheit im flachen Wasser selbst bei relativ kleinem Umfang bereits in der Lage, Surfer und Schwimmer (sog. „fatal“) anzugreifen. Wäre er aber in der Tat so ein schreckliches „Monster“, wie ihm meist nachgesagt wird, müsste es jeden Tag weltweit Hunderte von Angriffen geben, was jedoch nicht stattfindet. Auch Bullenhaie essen wohl lieber Fische. Vor allem Süßwasserfische, wie es das „Angler-Video“ wohl auch gezeigt haben dürfte und was der Hauptgrund dafür sein könnte, dass diese Haiart in Flüsse und Seen schwimmt. Diese Auffassung teilen auch die meisten Südafrikaner. Und die dortigen Surfer „wüssten“, was sie in „Zambis“ heiligen Revieren am Ufer tun … nämlich wild und laut „herumplantschen“ (den ganzen Tag), während er tagsüber oft nur am Grund seines Reviers schlummern möchte, wie man es als (ruhiger) Taucher selbst beobachten kann (siehe oben). Welches sog. „Monster“ aus der realen Tierwelt soll jetzt noch übrig bleiben?