Vielleicht können sich noch einige erinnern. Als wir hier auf Sauberer Himmel das erste Mal die begradigten und zumeist biber- und otterlosen Flüsse zum Gegenstand machten, postete SPIEGEL ONLINE kurz danach eine Reportage über die bedrohten Flüsse in Deutschland.

Kurz nachdem wir nun das erste Mal über Haie berichtet hatten, „jagt“ doch glatt eine Meldung in Deutschland hoch und runter – nämlich, dass ein großer „Weißer Hai“ als Beifang in einem Netz im Mittelmeer vor Tunesien gelandet ist – und auf diese Weise getötet wurde. Auch um diese Netze ging es gerade bei uns. Und um Beifang wie Delphine, aber auch Haie. Und auch die Seepferdchen landen übrigens in diesen gemeinen „Fallen“und alles andere auch. Und dann ging es sogar bei uns auch ganz speziell um „Haie“, auch um den „Weißen“:

Fais-le bien, ma petite chérie – Von Tauben, Delpinen, Haien und Menschen

„Understanding“ – Mensch und Meer

Daran dürfte man erneut sehen, wie „up-to-date“ Sauberer Himmel ist. Das ist das Gegenteil von „reaktionär“, was für uns natürlich sehr problematisch ist, weil man mehr Unterstützerinnen und Unterstützer finden würde, wenn man „reaktionär“ wäre, und alles nur abkupfern würde. Aber das wollen die meisten eben so haben.

Jedenfalls sieht man daran, dass es natürlich auch im Mittelmeer „Weiße Haie“ gibt, was kaum jemand weiß. Aber weil es dort eben kaum Meeressäuger wie Robben etc. gibt, verwechseln dort die „Weißen Haie“ eben auch die Menschen nicht damit. Im Mittelmeer essen diese wohl mehr Fische etc., und verwechseln daher auch uns Menschen nicht mit Fischen. Daher merkt fast niemand, dass die scheuen „Weißen Haie“ selbstverständlich auch im Mittelmeer zuhause sind – und vor Wales (und damit wohl auch vor der Bretagne). Selbst die geldgierigen Fischer waren offenbar überrascht. Wie soll auch ein so großer Fisch so lange zwischen all diesen Netzen im (fast leer gefischten) Mittelmeer überleben können? Vor allem diese Frage werden sich diese Fischer, die für unsere tägliche „Fischkost“ sorgen, gestellt haben.

Und so stört es auch praktisch niemanden, dass dieser Hai, der wohl keinem Menschen irgendetwas getan hatte, wegen Fisch“kost“ und Geldgier brutal getötet wurde. Gleichwohl spricht man im selben Zuge, wie die „Langnasen“ eben sind, von einem „Haischutz“, weil der „Weiße Hai“ natürlich vom Aussterben bedroht ist. Überall wird er entweder verscheucht oder abgeschlachtet.

Auch deswegen ist er so scheu, und muss für die Sensationsgier einiger Touristen meistens mit Futter angelockt werden (Südafrika etc.). Auch bzw. erst recht für Dokumentarfilme. Für diese Filme, die wir uns ansehen, müssen offenbar sogar junge Surfer sterben, weil das Futter die Haie eben an die Küste lockt.

Filmemacher lockte Haie mit tonnenweise Fisch an

So eine Ausnahmelizenz zum Füttern erhält man übrigens mit Sicherheit nur dann, wenn man selbst eine verwinkelte „Langnase“ ist.

Aber all solche Dinge geschehen eben in dieser „komischen Welt“ in nahezu allen Bereichen – praktisch fast ohne Ausnahmen (man muss eben nur etwas näher hinsehen). Und auf Sauberer Himmel können Sie genau lesen, warum das alles so „quer“ läuft – egal was es ist und auf welchem Gebiet…

 

Dieser Beifang im Mittelmeer namens „Weißer Hai“ wird vor allem deshalb von den Medien so „gepuscht“, damit wir Menschen Angst haben – Angst vor Haien und Angst vor dem Urlaub am Mittelmeer. Am besten, wir haben vor allen Dingen Angst. Denn nur „Angstmenschen“ lassen sich steuern und regieren.

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An dieser Stelle, wo dieser junge Surfer gestorben ist, sollen kurz vorher etwa 30 Delphine vorbeigeschwommen sein, berichteten Zeugen. Ich kenne diese Stelle gut (es ist eine der schönsten, und das Wasser ist dort deutlich wärmer als in Kapstadt, auch wenn man dort meist ganz alleine ist). Ich hatte dort auch jedes Mal Delphine gesehen – aber nie einen „Weißen Hai“, obgleich diese dort – wegen der Robben und Pinguine – natürlich vorkommen. Als der Unfall mit dem Surfer geschah, sollen dort – und auch noch woanders an dieser Küste – jedoch gleich mehrere Haie aufgetaucht sein. Ich vermute daher auch sehr stark, dass dieser tragische Angriff etwas mit diesen Fütterungen im Zuge des Dokumentarfilms zu tun hatte. Als der Hai bemerkt hatte, dass er in einen Menschen biss, ist er sogleich davon geschwommen. Für den jungen Surfer kam jedoch jede Hilfe zu spät. Er ist sofort verblutet und durch den Schock (Ohnmacht) ertrunken.

Wir haben uns – auch zum Gedenken an diesen Jungen – erlaubt ein Bild zu „stehlen“. Wir hoffen, es wird uns dort unten am Cap verziehen. Von Cap zu Cap sozusagen. Es zeigt den „Abschied“ bzw. sogar die „Beerdigung“ (Asche) dieses Surfers. Da sind viele dabei, die halten zusammen – nicht nur beim Surfen. Sie sehen Blumen und Farben – und viele junge Menschen. Vielleicht verstehen Sie jetzt besser, warum ich im vorletzten Beitrag über das im Vergleich hierzu etwas „leblose“ und „graue“ Europa geschrieben hatte – worunter übrigens nicht nur die euopäischen Delphine, sondern auch wir Menschen zu „leiden“ haben.

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Der oben zusammen mit dem Weißen Hai abgebildete Surfer (Ostküste von Südafrika) meint übrigens, dass seine Tritte ihm das Leben gerettet hätten (wobei er gleichzeitig dachte, dass der Hai zubeißt). Ich meine, diese Aussage entspricht der Überheblichkeit von diesen „Red Bull-Weltklassesurfern“, die ja oft von den zumeist überdrehten, d.h. überforderten, „Red Bull-Jetskiern“ vor dem Wasser gerettet werden müssen. Ich denke nämlich, es lief anders: Nachdem der Hai Bekanntschaft mit den Schnüren, in denen er sich zunächst verfing, und dem Brett selbst gemacht hatte, wie es der Surfer selbst beschrieb, ließ der Hai ab, weil er bemerkte, dass es nicht seine „Beute“ ist. In solchen Situationen, also wenn der Großhai wirklich angreift, kann einen wohl nur das „Schicksal“ retten, denke ich. Dennoch liest man in solchen – sogar offiziellen – Kreisen, dass man dem Hai in die Augen stechen oder auf die Nase schlagen sollte. Viel Spaß dabei zwischen meterhohen Wellen, unter einem halben „Schock“ und mit einem – wenn überhaupt – nur halb sichtbaren Hai (meist von hinten und unten), der mindestens doppelt so groß und etwa 20 mal so schnell ist wie man selbst. Natürlich kann es sein, dass ein Hai durch einen Tritt verschwindet (diese sind „ängstlicher“ bzw. vorsichtiger als wir alle zusammen denken, deswegen beißen sie ja auch zunächst meist „nur“ „feige“ von hinten ins Bein, um kein großes Risiko einzugehen). Und panisch treten würde wohl jeder, der beim Surfen oder Schwimmen einen (für ihn quasi unsichtbaren) Hai an seinen Beinen spürt. Aber das sind dann wohl nur Reflexe des Menschen in einer absoluten „Notsituation“. Allein schon, weil alles so schnell geht. Beißt der Hai beim ersten Mal ins Brett oder in die Schnüre, kann es eben gut gehen, da der Hai das „Missverständnis“ schnell bemerkt.  Beißt er zuerst in das Bein, wird es hingegen dramatisch bzw. fatal. Und mit dieser „Gefahr“ müssen eben vor allem die Surfer leben. Auch deshalb wollte ich niemals surfen. Hai und Mensch bilden nicht unbedingt eine Symbiose. Man sollte Haie nicht künstlich anziehen, weder mit Futter noch mit Brett und Geplantsche. Und dass einem derartiges nicht nur in Südafrika, sondern auch in Wales passieren könnte, beweist eben dieses Foto. Auch wenn es dort natürlich weniger Weiße Haie geben dürfte als in Südafrika, wo es von Robben, Pinguinen etc. nur so wimmelt – und wo das Meer auch nicht so stark befischt wird wie in Europa. Dort leben ja auch weniger Menschen. Die Tierwelt hat dort mehr Raum. Der Mensch auch. Dafür gibt es aber eben auch mehr „Gefahren“ in der Natur. Für mich engten diese den großen Raum auch wieder ein, d.h. z.B. die Gefahr, direkt am Strand einem Bull Shark oder Weißen Hai begegnen zu können. Zu Land geht in Südafrika wohl die größte „Gefahr“ von den Nilpferden aus, wenn diese durch Menschen zufällig vom Wasser getrennt werden. Dann rennen diese auf dem Weg dortin alles um (Angst vor Menschen). Und dann die Leoparden und Paviane, die man nicht provozieren sollte. Leoparden kommen dort am Cap sogar nachts von den Bergen an die Strände wegen der Robben, Pinguine etc. Wobei die Leoparden am Cap in der Regel sehr scheu sind. Anders schaut dies manchmal in den großen „Wildparks“ nördlicher gelegen aus, wo Touristen von Leoparden oder anderen Großkatzen manchmal getötet werden, weil diese „verbotswidrig“ aus ihrem Auto aussteigen. Und man merkt dort in Afrika generell recht deutlich, wie schwer sich viele Europäer mit bzw. in der Natur tun. Das hat wohl etwas mit „Degeneration“ zu tun, die uns natürlich alle betrifft. Feuerland heißt nämlich deshalb Feuerland, weil die dort zunächst heimischen und dann von uns gnadenlos ausgerotteten Menschen in den Nächten Feuer an den Küsten machten, um sich etwas zu wärmen. Sie lebten nahezu nackt in dieser sturmreichen (Eises)Kälte, und trugen auch keine künstlichen Häute von anderen Lebewesen etc.. Das hatten die nicht nötig. Ich hatte hier in der Bretagne viel üben müssen, um dem Wind ohne Funktionskleidung aus Plastik, die ich nicht mag, standhalten zu können. Die Bretonen gehen ja generell dem Wind eher aus dem Weg. Ich verstand das zunächst nicht ganz, nun aber wohl. Wind kann fast genauso „heftig“ wie das Wasser sein. Einmal hatte ich mich vor lauter Wind auf den Boden gelegt, um zu protestieren. Ein anderes Mal wollte ich auf einen Felsen springen und bin fast wie ein Vogel über ihn hinweggeflogen (manchmal braucht es bei starkem Wind auch etwas „Glück“). Man sieht dann auch fast nichts mehr, weil die Augen nur noch tränen. Zudem schwankt man teilweise wirklich recht stark – und die Wege sind schmal und die Klippen relativ hoch. Und so freut man sich dann tasächlich – so wie die Bretonen eben auch – über jeden windfreien Tag. Ich kenne hier ein Paar aus Korsika, die leben seit Jahren berufsbedingt hier am Cap und waren noch nie am Strand. Zitat: „It´s just Ocean“. Und Feuerland ist noch wesentlich härter.

PS: Ich möchte übrigens niemanden abschrecken, in der Bretagne Urlaub zu machen. Zum einen ist das Cap eben das Cap, und es gibt ja auch viel zurückgezogenere Stellen an der bretonischen Küste. Hier am schmalen Cap ist man praktisch auf See. Zum anderen kann man auch hier karibische Stimmung erleben – mit türkisblauem Wasser und weißen Stränden. Das Wasser ist sogar ganzjährig etwas wärmer als in Kapstadt, was allerdings keine große Kunst ist (da es dort meist direkt aus der Antarktis kommt), aber natürlich viel kälter als in der Karibik. Das Wetter ist hier insgesamt deutlich schlechter geworden, sowohl im Sommer als auch im Winter (früher gab es hier hin und wieder auch mal 18 Grad mit blauem Himmel im ozeanischen Januar, wenn in Deutschland Dauerfrost war), und das Meer ist stürmischer. Die „Schäden“ an den Küsten nehmen – auch lokalen Medienberichten zufolge – drastisch zu. Man sieht es überall. Darüber hatten wir ja schon ausführlich berichtet.