Fais-le bien, ma petite chérie – Von Tauben, Delpinen, Haien und Menschen

„Netzfreie Meere“ ist natürlich eine ziemlich „radikale“ Forderung. Da gingen nicht nur die weltweiten Fischer, deren „Hintermänner“ (vor allem Mafia), gesamte Küstenregionen und die „Umweltverbände“ (welche die sog. „Naturnutzer“, d.h. „Ausbeuter“ wie Jäger, Fischer und Angler, stets schützen) – aber auch „Verdi“, Teile der Industrie und die Restaurant-Ketten und Einzelinhaber -, sondern auch fast alle anderen Menschen auf die Barrikaden, wenn es keinen Fisch mehr zum Frühstück gäbe. Vielleicht sollten wir die Delphine fragen, wie wir dieses Problem lösen könnten. Denn so kann es jedenfalls in den Meeren nicht weitergehen. Das Meer ist nicht nur zum Essen da. Und wir sind keine Meeresbewohner. Wir dringen dort in einen fremden Lebensraum ein – und das äußerst rücksichtslos und gewaltvoll – ohne jede Form von Respekt. Und auch die Delphine sind die Leidtragenden davon (und das vor allem in Europa). Dabei sehen doch die meisten Menschen Delphine so gerne. Sie gibt es auch in Europa. Aber in Europa wird zu viel Fisch gegessen. Zu wenig Fisch bei zu viel Netzen und Leinen. So lautet derweil die Formel für Delphine in Europa. Und diese Formel könnte man durchaus ändern, indem man zumindest beginnt, einmal darüber nachzudenken.

In jedem kleinen Tümpel kann man inzwischen mehr Fische sehen als im Atlantik (Bretagne). Diese muss man dort, zumindest an der Küste, nunmehr mit der Lupe suchen (man sieht ab und zu einen oder zwei völlig panisch an einem vorbeihuschen). Und die wenigen, die dort ihr Revier haben, werden geangelt, harpuniert oder in Käfigen gefangen. Selbst Schollen und Flundern sind verschwunden. Früher musste man aufpassen, dass man nicht jeden Meter im Wasser auf eine getreten ist. Krabben, Seesterne & Co. sieht man, wenn überhaupt, fast nur noch unlebendig und zerrissen (oder extrem versteckt unter Wasser). Auch wegen der Netze. Und jeder an der Küste isst Krabben und Muscheln. Auch nahezu alle Touristen – und das zweimal am Tag. Und noch keinen einzigen Rochen gesehen oder Katzenhai. Und liebe Seepferdchen, wo seid ihr geblieben? Das einzige, was im Bereich der Küste noch zu existieren scheint (außer Restbeständen, die sich gut verstecken), sind kleine oder mittlere Schwärme von Jungfischen, die noch nicht zum Abfischen reif sind. Diese muss man aber suchen. Und die Hummer zum Verzehr durch die Touristen müssen inzwischen aus Irland etc. (also nördlicher) schnell über Nacht eingeschifft werden. Und in Galizien z.B., also südlicher, dürfte das auch nicht besser ausschauen. Ein großer Anteil des Plastiks und der restlichen unerwünschten Dinge in den europäischen Meeren, vor allem im Atlantik, stammt übrigens direkt von der Fischerei (vgl, Bilder unten). Deren Boote stecken voller Plastikutensilien. Plastikkästen, Gummis und Folien in allen Varianten. Dies alles und natürlich auch endlos viele Netze, Seile, Schnüre und sosntige Leinen etc. wischt es über Bord oder sie gehen auf sonstige Weise verlustig. Die Schiffe wackeln da draußen zuweilen ziemlich heftig. Das bekommen wir in unserem Alltag nicht mit. Jedenfalls sieht man ja, was da ständig angespült wird. Und das hat heftig zugenommen in den letzten Jahren. Statt schönen oder gar besonderen Muscheln findet man jetzt primitiven Müll am Strand.

Und endlos viele offene Bleihülsen, dort wo die Kinder im Strandbereich spielen und alles anfassen, da die Jäger auf die Wasservogelwelt schießen, dabei den Schrot breitflächig verteilen, und ihre Hunde durch die hochwertvollen Schilfflächen, die an die Dünen oder sogar direkt ans Meer grenzen, hetzen. Wenn Enten aus Furcht auf dem Meer sitzen, was sie niemals tun würden, aber sie tun es, dann läuft etwas schief. Und nebenan bzw. dazwischen findet statt der Tourismus und die „EU-Mono-Landwirtschaft“ – und diese „bitte“ am besten bis direkt an die Klippen. Also vom Osten Osteuropas bis so tief in den Westen Westeuropas, wie es überhaupt möglich ist.

Und dies alles – wie gesagt – in Europa. Und ganz gewiss nicht nur in der abgeschiedenen Bretagne, die sogar noch lange eine „Insel“ im kapitalistischen Strudel war. In dieser Hinsicht ist Taiwan bestimmt besser als die EU aufgestellt. Was die Bretagne vor ihrem Untergang (Erosion, Versalzung etc.) rettet bzw. bewahrt – das ist den allermeisten Einheimischen jedoch nicht bewusst -, sind die vielen Furchen und Felsen, die man nicht maschinell bearbeiten kann. An diesen Stellen darf die Natur und die Zeit zumeist noch „stehen“ bleiben und man kann dort auch heute noch wahre Paradiese entdecken. Diese sind meist menschenleer. Die Touristen sitzen fast alle geballt an den Stränden, deren Kinder bewegen sich, und in Restaurants – vor allem wegen der sog. „Meeresfrüchte“, die jedoch entgegen der wörtlichen Auslegung dieses Begriffes nicht an Bäumen oder Sträuchern wachsen und reifen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen unter Touristen. Aber es scheint, dass der Europäer noch nie weiter entfernt war von der Natur als heute. Trotz „Grünen“, „Anthroposophen-Bio“, „Theosophen-Bio-Wellness/Esoterik“, Mülltrennung etc. Da geht es nur um Macht, Monopole und Kohle. Aber „dank“ „Monsanto & Co.“ hielten die gutgläubigen Menschen diese „Bewegungen“ eben fälschlicherweise für die „Guten“. Das recht unschöne Ergebnis davon sehen bzw. spüren wir jetzt überall sehr deutlich.

Wir sollten uns bei allen Tieren dafür entschuldigen, dass sie in diesem Müll leben müssen. Viele Tiere, vor allem auch Delphine und Vögel, sterben unmittelbar daran. Sie verschlucken es oder verfangen sich darin. Hinzu kommt das Schweröl, das gerade im europäischen Atlantik allgegenwärtig ist. Auch das nächste Bild stammt aus der Bretagne (2018). Es zeigt den tatsächlichen Zustand. Wenn Plastik über die Zeit seine Weichmacher verliert, wird es spröde und zerteilt sich in aberunzählige kleine, teilweise auch sehr spitze bzw. kantige Gegenstände. Dazu die endlos vielen Gegenstände des täglichen Bedarfs, die wir zum Teil vorher bei unserem eigenen Müll trennen mussten, und die scharfen Nylonfäden und sonstigen Utensilien der Fischerei. Auch der Frachtverkehr auf dem Meer hinterlässt Müll ohne Ende. Wo es keine Regeln und keine Richter gibt, waltet auch keine Rücksicht. Und das ist schade.

Staat, Politik und Verbände gehen dieses Problem nicht an. Stattdessen formieren sich kleine Gruppen von Einheimischen, welche die Strände säubern. Auf „die oben“ sollte man sich auch (stets) nicht verlassen.

An alldem sieht man recht deutlich, dass das sog. „europäische Umweltbewusstsein“, das wir sog. „Europäer“ als Vorbilder in die große weite Welt hinaustragen bzw. -posaunen wollen, ausgerechnet bei uns vor der eigenen Türe nicht fruchtet, d.h. nicht real am viel gepriesenen Ziel ankommt – Schadensbegrenzung wird dann meist – wie hier – von wenigen Individuen vor Ort betrieben. Trotz der vielen Verbände, Zertifikate und Siegel (ein „Schein“, der trügt). Und bei der Landwirtschaft ist es doch auch so. Nur noch Mono. Auch in der Politik. Wir konsumieren das alles. Und tiefgreifende Alternativen hierzu sind nicht „erwünscht“. Ebenso keine unkontrollierbaren „Weltverbesserer“. Auch kein „Plan B“. Und welche unbefangene „Bewegung“ soll es „richten“? Zudem haben wir noch keine „Rettungsschiffe“ aus der Galaxie gesehen. Also kann „nur“ der Faktor „Konsum“ etwas verändern – zumindest momentan. Und zwar in allen Bereichen, auch den medialen, denn man muss „Meinungs-Schrott“ und „Billigunterhaltung“ nicht konsumieren. Aber die Menschen gehen stattdessen lieber zur Wahl und ärgern sich vorher und hinterher den halben Tag über Politiker. Nicht alle. Und das ist gut. Gleichwohl gibt es noch viel mehr Täuschungen, d.h. auch auf den anderen Gebieten (Glauben, Esoterik, Wahrheit, Umwelt etc.).

Der Begriff „Symbiosis“ im obigen Bild bezieht sich somit nicht „nur“ auf Mensch und Delphin, sondern auch auf Mensch und Mensch. Daher auch zwei Menschen.

Symbiose statt Krieg.

Zu Land, aber auch zu und unter Wasser.

Und wie wichtig „Konsum“ und „Meinung“ sind, sieht man daran, dass die WM in Russland vor allem dazu genutzt wird, die „herrschende“ politische Meinung unter die Zuschauerinnen und Zuschauer zu jubeln, indem diese diesem gar nicht entrinnen können. Auf diese Weise macht man natürlich „Meinung“ im ganz großen Stil. Wir können das hier nur im Kleinen machen. So wie Sie auch.

Wer springt zuerst in diesen Wasserkessel? Alle gleichzeitig? Oder hat jemand Angst? Schlechte Nachricht: Rückweg ist eingestürzt. Daher besser dort unten Ping Pong spielen – und dabei „jubeln“.

Das scheint der etwas strudelige Weg zu sein, den die Mehrheit der Menschen offenbar einschlagen möchte. Und damit dann wohl auch alle anderen. Aber ob dieser Weg hinab und hinaus durch diese Spalte wirklich der „sicherste“ für uns alle ist.

Enge bzw. sogar tiefgreifende Freundschaften zu Delphinen würden in einer solch strudeligen Situation wie hier bestimmt nicht schaden, womit wir wieder am Beginn dieses Beitrags angekommen wären.