Sie „dürfen“ Ihrem tyrannischen Arbeitgeber oder herrschsüchtigen Bekannten und Verwandten, die Ihre Person in einen emotionsbehafteten „Dauer-Beschlag“ nehmen wollen, nicht den Finger zeigen. Aber gerne dieses Bild schicken….

Die darin angedeutete äußere Selbstbestimmtheit, d.h. das Leben in einer Gesellschaft ohne diese unzähligen Abhängigkeiten und Zwänge, von der viele „träumen“, wird sich erst vollziehen bzw. manifestieren können, wenn die Erlangung der inneren Selbstbestimmtheit dem vorausgegangen ist. Und diese ist unmittelbar verknüpft mit dem selbstbewusstsein.

Und selbst, wenn die äußere Selbstbestimmtheit noch auf sich warten lassen sollte, dann könnte dies dennoch ein Weg sein, sich aus der fehlinformationalisierten „Steuerung“ der Gesellschaft selbst mental zu befreien.

Keineswegs wollen wir darauf hinaus, tagein und tagaus in der Hängematte zu verbringen. Im Gegenteil. Durch die Erlangung der inneren Selbstbestimmtheit werden neue „Kräfte“ und insbesondere auch „Kreativität“, sozusagen ein von Naivität und Fehlinformationen losgelöster „Idealismus“ freigesetzt. Und dieser zwingt einen fast schon dazu, aktiv zu werden, auf welchem Gebiet auch immer. Das sollte man selbst bestimmen, nachdem man sich selbstbewusst wurde. Und könnte dies nicht der Anfang einer Gesellschaft sein, von der viele träumen?

Gerade wenn sich auf Lebenserfahrungen in mehreren Ländern zurückblicken lässt, fällt auf, dass es nahezu überall letztlich das gleiche Problem gibt. Den Menschen, die keine berufliche oder gesellschaftliche Macht ausüben, fehlt meist das Selbstbewusstsein, während diejenigen, welche die Geschicke lenken, oft sehr eigennützig und herzlos mit den Menschen umspringen. Macht macht_geil! Auch dieses napoleonisch-geprägte Prinzip, also dass Macht die Betroffenen geil macht, könnte nicht mehr so einfach mit der Gesellschaft umgesetzt werden, wenn die innere Selbstbestimmtheit – und damit eben auch echtes Selbstbewusstsein – erlangt würde.

Die innere Selbstbestimmtheit kann jedoch noch zu viel mehr führen. Denn je mehr Menschen diese erlangt haben, desto stärker lösen sich innerer und äußerer Dualismus auf. Dieser ist Ursache von Polaritäten, Gegensätzen und Widersprüchen etc. Daraus folgen Konflikte bis hin zu dem, was wir heute weltweit erleben. Nach der Erlangung der inneren Selbstbestimmtheit verwischen allmählich diese gegensätzlichen Formen. Vieles von dem, was verborgen war, wird einem klar ersichtlich, und man muss dies nicht mehr erfragen. Ebenso lässt sich die Bedeutungslosigkeit vieler Fragen erkennen, die man sich und anderen stets gestellt hatte – und man vergisst sie. Denn welcher Fragende kann sich schon sicher sein, dass die Antwort, die ihm gegeben wird, auch die richtige ist? Auch Frage und Antwort führen heute dazu, dass Macht ausgeübt wird von Menschen, die meinen, mehr zu wissen. Die Erlangung der inneren Selbstbestimmtheit hat daher aufgrund einer Vielzahl von Aspekten eine sehr hohe Bedeutung für den Frieden und die Freiheit der Menschen.
 
Innere Selbstbestimmtheit sollte auch nicht konträr zu der für Menschen wohl wünschenswerten Gruppensozialität gesehen werden (bitte diese nicht mit ideologischen „Lagern“ verwechseln). Wir Menschen sind soziale Wesen, auch wenn daran in der heutigen Zeit sehr schwer genagt wird, weil viele – salopp gesagt – „die Schnauze voll“ haben von etlichen Dingen. Delphine, von denen wir es hier nicht grundlos so oft haben, könnten insofern ein gutes Beispiel sein. Sie sind jeweils einzeln sehr selbstbestimmt; und dennoch fügen sie sich in Gruppen mit einer (sogar oft unausgesprochenen) Kommunikation und einem erhöhten Sozialverhalten auf eine Weise ein, die unsere zwischenmenschlichen Denk- und Fühlebenen bzw. (familiär und gesellschaftlich geprägten) muster (noch) deutlich übersteigt. Und wir wollen so weit gehen und sagen, dass nur durch innere Selbstbestimmtheit auch ein wirklich soziales Verhalten unter Menschen ohne dabei störende verquerte Machtverhältnisse möglich sein kann.

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Die „Machthaber“ würden darauf wohl erwidern, dass „der Mensch“ noch nicht bereit dafür wäre oder sogar generell dazu nicht in der Lage sei. Schließlich habe selbst Albert Einstein gesagt, dass „die Menchen“ quasi „grenzenlos“ dumm seien (Zitat: Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher“). Dabei wird natürlich übersehen, dass auch zum Beispiel Pflanzen sich sehr schwer damit tun, in großen, gelenkten „Monokulturen“ zu gedeihen und es dazu oft erheblicher künstlicher Mittel und Vorsorgemaßnahmen bedarf. Solange „die Menschen“ somit in „künstlichen Vorsorge-Fesseln“ gehalten werden, sollte man nicht behaupten, dass diese „per se“ zu dumm wären, ihre Geschicke selbst zu gestalten und zu leiten. Derartige Aussagen sind daher letztlich meist nur ein Ausfluss der Angst vor dem eigenen Macht- und Ansehensverlust.

Es geht auch vermutlich gar nicht um „Relativität“. Das Gerüst, in das wir alle eingebettet sind (Erde, Universum etc.), dürfte wohl absolut sein (das ist schwer, zu wissen). Aber womöglich um dies zu verbergen, stellen die „Machthaber“ den „Absolutheitsanspruch“ über politische Machtentfaltung, Religionen usw. her. Nur die Erlangung der inneren Selbstbestimmung wird diesen weiteren „Machtmissbrauch“ aufgrund eines relativen „Absolutheitsanspruchs“ entlarven, eindämmen und – irgendwann – „übertünchen“ können – quasi wie ein neues Gewand. Vielleicht mögen wir uns in diesem letzten Punkt „irren“ (Relativität, Universum etc.). Aber in den Punkten zuvor (Selbst-bewusst-sein – selbst-bestimmt-sein – was sonst?) sind wir uns ganz sicher.

 

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