Mein letzter Beitrag über Menschen, Tiere und Meer wird ja ziemlich oft aufgerufen. Das freut mich natürlich. Es naht ja auch die Sommerzeit und damit die Badesaison. Und vielleicht kann dieser Beitrag ja auch dem einen oder anderen als kleiner „Ratgeber“ dienen. Wenn „eigene Erfahrungen“ sprechen, dann kann dies durchaus hilfreich sein. Ich würde mir niemals anmaßen, Tipps geben zu wollen, wenn es um die Überquerung von Gletscherspalten etc. gehen würde. Das war bisher noch nicht mein Metier. Dieses „lockt“ auch nicht. Da müssen Sie auf andere Webseiten gehen.

Allerdings sollte aus diesem Beitrag auch hervorgehen, dass ich mit der Nutzung der Meere, wie es „der Mensch“ tut, gleich ob von Berufs wegen oder in der Freizeit, nicht einverstanden bin. Das Meer bzw. Wasser und dessen Bewohner werden regelrecht von uns missbraucht.

Was doch beispielhaft ist, ist der Umstand, dass mich ständig Möwen begleiten, wenn ich mit Neoprenanzug als „Nicht-Surfer“ ins Wasser steige. Dies bedeutet nämlich, dass die Möwen von mir „Meeresgetier“, was ich nach oben befördere, erwarten. Außer den Kindern bin ich nahezu der einzige „Nicht-Surfer“, der mit Neoprenanzug und friedlichen Absichten ins Wasser steigt. Die Einheimischen können nicht ansatzweise nachvollziehen, dass ich ohne „Beute“ zurück an die Küste komme und „nur“ ins Wasser gehe, um zu beobachten und um dieses um mich zu haben bzw.zu spüren.

Mir tun auch die (größeren) Fische an der Küste leid, die extrem scheu sind und sich sofort vor einem verstecken – egal ob Strand oder Steilküste. Auf dem Rückweg begegne ich dann auch meist Sportharpunierern, die nur ins Wasser gehen, um Fische zu töten (und das geschieht mit einer Harpune sehr brutal und qualvoll für den Fisch, bei Netzen und Angeln ja auch). Ich hoffe dann immer, dass sich die Fische, die ich gerade noch ganz kurz gesehen habe, gut verstecken vor diesen „Helden“. Diese „Helden“ in voller schwarzer Montur, gerade wenn es Touristen sind, steigen dann mit ihrer Harpune und den nur halbtoten, blutenden Fischen direkt am Strand vor den vielen spielenden Kindern aus dem Wasser aus. Dabei fallen sie dann manchmal auch noch hin, weil sie eine Welle von hinten überrascht. Nicht auszudenken, wenn sie dabei zwischen den Kindern auf den Knopf der Harpune drücken würden etc. Es ist unglaublich, was man alles beobachten muss. Und man wundert sich oft, dass nicht noch wesentlich mehr passiert.

Und bei dieser Einstellung gegenüber dem Meer muss man sich natürlich nicht wundern, wenn Tiere wie Delphine Abstand zum Menschen halten. Wenn ich selbst Delphin hier wäre, würde ich zu den meisten Menschen im Meer auch Abstand halten – und zwar einen ganz deutlichen. Und das kann es doch nicht sein, oder?

Und so hoffe ich, dass auch einige gesehen haben, dass die „Kost“ aus dem Meer eben nicht so ökologisch ist und auch noch andere Tierarten darunter zu leiden habenund dies ausgerechnet die Delphine, die wir angeblich alle „lieben“. Und dies vor allem in Europa.

Wo ist diese „Liebe“, frage ich mich oft? Ich bin hier mit meinem Umgang mit dem Meer eine absolute Ausnahme – auch unter den Touristen. Wir sollten daher aus meinem Blickwinkel endlich lernen, dem Meer und dessen Bewohnern diese „Zuneigung“, die uns ja auch im Urlaub ans Meer führt, zu geben und nicht nur die sog. „Früchte“ abzuschöpfenund dies auch noch äußerst brutal oder rücksichtslos oder „tölpelhaft“. Wobei die Vögel unter den „Tölpeln“ alles andere als „Tölpel“ sind. Und ausgerechnet die Fischer haben diese Tiere „Tölpel“ getauft, da sich diese aus großer Höhe bei jedem Sturm und Wetter so wagemutig ins Meer fallen lassen. Wer ist denn hier tatsächlich der „Tölpel“, wenn er mit seinen Gummistiefeln ins Wasser fällt und ertrinkt? Nach einer Aktion wie dieser habe ich bisher noch keinen einzigen toten Basstölpel gesehen.

Und das ist fast schon ein Wunder, wenn man sieht, wie diese Tiere direkt neben den Delphinen oder ihren Artgenossen mit Rekordgeschwindigkeiten unter Vögeln ins Wasser „einschlagen“. Unter Menschen würde es in einer derartigen Situation wohl viele Opfer geben. Daher sollten wir auch lernen, vor diesen Tieren mit ihren unglaublichen Fähigkeiten endlich Respekt aufzubauen und auch nicht mehr abzulegen. Das sind “Künstler“ und gleichzeitig absolute „Vollprofis“, die sich keine „Fehler“ leisten können. Und ohne Angst sind diese (Angst haben diese oder fast alle Tiere nur vor uns Menschen). Sonst könnten die dort, wo permanent die stärksten Elemente zusammenstoßen, nicht leben. Aber sie tun es. Und daran könnten wir uns auch – ohne „Red-Bull-Profis“ oder teure „(Massen)Kanu-Expeditionen“ oder „Sensationschaos-Tauchen“ etc., aber auch ohne Gewehr, Angel und Harpune etc.erfreuen. Manche tun dies ja auch. Aber eben „nur“ wenige.

Das ist zumindest meine Meinung, die vielleicht etwas subjektiv aus Sicht der Tiere geäußert ist. Aber diese beobachte ich eben seit Kindesalter gerne – und regelmäßig (auch in meinem Alltag) – ohne dabei das Verlangen zu haben, sie aus „Fun“ töten und/oder essen zu müssen bzw. zu wollen. Im Gegenteil. Ich bewundere Tiere aufrgund ihres emotional-intelligenten Verhaltens und ihrer enormen Fähigkeiten. Mir war nie ein Tauchlehrer ein wahrer Lehrer gewesen (höchstens für das Equipment, also die Technik) oder gar ein Schwimmlehrer. Ich beobachte die Tiere, wie sie sich im Wasser  – aber auch zu Land – verhalten. Da können wir eine Menge lernen. Gerade, wenn „Notzeiten“ unter Umständen eintreten könnten, wann auch immer, so wie es viele sogar auch erwarten (durch Kriege etc.). Und in „Notsituationen“ drehen eben die meisten oder eben sehr viele Menschen völlig ab. Und gerade die Tiere behalten genau dann ihren Überblick und ihre Ruhe, sofern sie nicht in diesem Augenblick vom Menschen brutal verfolgt werden.

Understanding! Learning!                                                                                    Das ist auch „Fun“!