Erfahrungen mit einer Rippströmung (von Dominik Storr)

Brandungsrückströme (sog. Rippströmungen), wie links und unten im Bild abgebildet, verursachen nahezu 85 Prozent aller Ertrinkungsfälle an Stränden. In diesem Fall kam extrem erschwerend hinzu, dass die Hauptwellen zum Strand wegen einer abschüssigen Sandbank seitlich Richtung Rippströmung und Klippen abknickten bzw. abbogen.

Vorab. An einem Tag wie diesen sollte man nicht in den Ozean gehen. Es wäre jedoch wie die Tage zuvor wohl problemlos gutgegangen. Denn die Wucht des Wassers bringt einen normalerweise wieder recht zuverlässig an den Strand zurück. Sich in einer solchen Brandung etwas vom Salzwasser “durchwirbeln” zu lassen, tut Körper und Seele mal ganz gut. Und so ging ich auch an jenem Tag im Frühjahr 2017 direkt von meinen Gedanken am Schreibtisch in dieses Wasser hinein. An der gleichen Stelle, wie die Tage zuvor auch. Mit einem respektvollen Abstand zur Rippströmung im unteren Bereich des Strandes an den Klippen. Und hier machen sich jetzt eben diese drastischen Strandveränderungen in der Bretagne bemerkbar, so dass sich dadurch sehen lässt, dass auch Schwimmer davon bedroht werden.

Denn über Nacht bildete sich dort eine – auch noch seitlich abknickende und stark abschüssige – Sandbank vor dem Strand. Das Wasser im direkten Strandbereich riss mich deshalb wie ein wild rasender Fluss umgehend in den Bereich der Klippen hinab mitten in den Hauptstrom der Rippströmung. Das ist die Brandungsrückströmung, die ich unbedingt meiden wollte. Hier findet das anrauschende Wasser wieder den Weg hinaus ins Meer. Auch derartiges lässt sich normalerweise mit Gelassenheit und Überlegungen lösen, indem man langsam aus dem Bereich der Rippströmung herausgeht und mit der Hauptströmung zurück zum Strand schwimmt. Durch die seitlich wegknickende Sandbank knickten jedoch auch die Hauptwellen seitlich ab. Diese Hauptwellen sind gewöhnlich die Kraft der Natur, die einen in solchen Situationen wieder zurück zum Strand bringen können. In diesem Fall wurden diese Hauptwellen zum „Hauptproblem“, da sie einen direkt an die dort recht spitzen Klippen drückten. Zudem war es kaum möglich, aus der Rippströmung herauszukommen, weil die seitlich abknickenden Wellen einen dort quasi „gefangen“ hielten. Die Rippströmung lief vom Strand weg die Klippen entlang ins Meer hinaus. Gleichzeitig schlugen die Wellen aus allen Richtungen über einen ein, indem diese von den Klippen abprallten und zurück- und querliefen. Da es einem in solchen Momenten somit ständig das Wasser über dem Kopf zusammenschlägt (siehe hierzu noch das „Surfer/Jetskier-Video“ ganz unten), schluckt man bei derartigen Situationen in der Regel automatisch viel Wasser. Man hat zwischen den vielen brechenden Wellenwalzen so gut wie keine Zeit, anständig Luft zu holen. Und viel „Wasserschlucken“ (in den Magen) ist meist der Vorbote zum Ertrinken. Auch, da man mit jedem Schluck Wasser schwerer und müder wird. Aber auch zuweilen wütender und geduldloser, mit dem man umgehen muss, um überlebenswichtige Kraft einzusparen.

Also, was macht man in solch schier aussichtslosen Situationen? Man schützt seinen Kopf mit beiden Armen vor den spitzen Klippen. Man schaut, dass man eine ausreichende Distanz zu den Klippen aufbauen und einhalten kann. Das ist erst einmal das Wichtigste. D.h. den Felsen aus dem Weg zu gehen. Kopfverletzungen können einen bewusstlos machen. Dadurch würde man sofort ertrinken. Das zweite ist, dass man versucht, nicht zu weit Richtung Meer abzutreiben, weil ansonsten der Weg zurück zum Strand immer länger wird. Und dann muss man auf “die Lücke” hoffen und warten, während man ein Spielball der brechenden Wasserwirbel- und wellen ist. Hier dreht es sich erst einmal nicht um „Rückweg“, sondern um Stabilisierung (d.h. zu überleben).

In diesem Fall bedeutete dies, dass man warten musste, bis diese seitlich wegknickenden Wellen etwas nachließen, damit man aus diesem „Teufelskreis“ ausbrechen konnte. Das gelang zweimal. Doch der Umweg zum Strand war jeweils nicht weit genug (auch weil an diesem Tag nahezu der gesamte Strandbereich eine einzige Rippströmung war). Die Rippströmung schlug daher erneut zu und man landete wieder in etwa dort, wo man mühevoll herkam. Spätestens ab diesem Moment war mir völlig klar, warum so viele Menschen in diesen Rippströmungen ertrinken. Sie geben vermutlich früher oder später auf, selbst wenn sie all dies eine zeitlang überleben können und nicht sofort ertrinken. Im dritten Anlauf, einen vierten sollte es angesichts des enormen Kraftverlustes nicht mehr geben, war der Umweg zum Strand schließlich ausreichend groß genug, um aus der Hauptrippströmung herauszukommen. Am Strand angekommen, bricht man über den Beinen zusammen, weil die Beine vor Erschöpfung wie weicher Gummi wegknicken (siehe auch den geretteten Surfer im nachfolgenden Video ab Minute 1:28). Da ich das wusste, hatte ich mich “freiwillig” hingelegt. Das ist ein relativ deutliches Zeichen dafür, dass man fast ertrunken ist, weil einem die Kraft in diesem langen Zeitraum, in dem man diesen Extremen ausgesetzt war, abhandengekommen ist.

In diesem Zeitraum ging mir viel durch den Kopf. Aber nur, was mit dieser Situation zu tun hatte. Auch wenn es manche vielleicht nicht glauben mögen. Meine größte Sorge war in dieser Zeit gewesen, dass einer der (wenigen) Beobachter auf die “glorreiche” Idee gekommen wäre, zu mir ins Wasser zu springen, um zu “helfen”. Ohne Neoprenanzug, den ich trug, und der auch etwas vor den Felsen schützt und einen auf dem Wasser stabilisiert und den Körper wärmt, hätte ich diesem “Helfer” vermutlich bzw. mit Sicherheit helfen müssen – und dann wäre es unter Umständen wegen meiner Leichtsinnigkeit für beide schiefgegangen. Mir sind zudem Fälle bekannt, bei denen “nur” der “Helfer” ertrunken ist, auch da der Betroffene sich an die widrigen Umstände schon etwas anpassen konnte und der “Helfer” davon überrascht wird. Das ging mir oft durch den Kopf. Auch weil ich sofort wusste, dass es eine zeitlang dauern wird, bis ich wieder Land unter den Füßen haben werde. Und diese erforderliche Zeit könnte missverstanden werden bzw. Sorge oder sogar “Panik” bei Beobachtern auslösen, die dann eingreifen und sich dadurch selbst in große Gefahr bringen würden. Stellen Sie sich doch bloß vor, Sie klettern als kinderloser “Single” gerade noch so aus dem Wasser, und ein Familienvater ist wegen Ihnen ertrunken, während dessen Frau und Kinder auch noch zusehen (mussten). Es reicht aus, dass ich hier “gefangen” bin. Bitte nicht noch ein anderer. Das waren meine Hauptgedanken. Es war auch kein Raum zur Rettung vorhanden. Mit jedem Sprung ins Wasser wäre dort aus einem “Helfer” automatisch ein weiterer “Notleidender” geworden. Das ist normal in solchen Situationen. Hier hatte ich gezeigt, wie schnell aus einem “Profi-Helfer” ein zusätzlicher “Notleidender” wird, nur weil er vom Jetski fällt: Fais-le bien, ma petite chérie – Von Tauben, Delpinen, Haien und Menschen. Das einzige, was in meiner Situation möglich gewesen wäre, dass man als “Retter” einen tatsächlich Ertrinkenden an bzw. auf die Klippen bringt und dabei dessen und sein eigenes Leben oder zumindest schwerste Verletzungen riskiert.

Ohne Neoprenanzug, den ich wegen des Plastiks am Körper eigentlich überhaupt nicht tragen mag, aber aufgrund der noch kühlen Jahreszeit tragen musste, und ohne die notwendige Gelassenheit im Wasser, die ich als (ehemaliger) Taucher “erlernen” und “ausbauen” durfte – und die wohl lebensentscheidend in solchen Situationen ist – wäre das somit vermutlich schiefgelaufen.

Dieses Video zeigt eine ähnliche Situation, wobei hier die Hauptwellen relativ glatt zum Strand zurückführen und die Rippströmung etwas neutralisieren, da die Wellen nicht seitlich abknicken. Dennoch kann man deutlich sehen, wie schwer sich die beiden Männer im Wasser tun, obwohl sie Surfbretter haben und das Meer nicht ganz so stürmisch ist:

Genau dies ist ein Brandungsrückstrom bzw. Rippstrom. Wobei diese Bezeichnung etwas untertrieben ist, weil es schön wäre, wenn so etwas nur eine einzige Rückströmung wäre. Da arbeiten weger der Felsen ganz viele Strömungen auf einmal. Wäre in diesem Fall die Strömung noch etwas stärker gewesen, hätte der zweite Surfer, obgleich er ein sehr starker ist, vermutlich auch seine Kraft verloren. Dies kann man am Ende recht deutlich erkennen. Den kürzesten Weg zurück zum Strand zu suchen, und damit dann auch meist gegen die Rippströmung anzukämpfen, ist daher in solchen Situationen zwar menschlich (wir sind schließlich keine Fische), jedoch meistens fatal. Stattdessen sollte man erst einmal relativ ruhig bleiben und für Stabilität sorgen (siehe oben). Erstens, um keine unnötige Kraft zu verlieren, bevor die “Strategie” für den Rückweg steht. Zweitens, um übermäßiges “Wasserschlucken” zu verhindern. Drittens, um überhaupt erst einmal sehen und am eigenen Körper spüren und erleben zu können, in was für eine Form von “Hinterhalt” man da unverhofft geraten ist und wo diese Hauptwirbel einen in etwa hinführen, um aus diesen Beobachtungen und Überlegungen heraus den Weg zurück zum Strand, wo man ja ursprünglich auch hergekommen ist, zu eruieren. Gut kann man hier auch sehen, dass ein “Ausgang” über die Klippen kaum möglich bzw. äußerst schmerzhaft wäre. Und an den schlaffen Beinen des geretteten Surfers kann man erkennen, wie erschöpft dessen Körper ist. Steigen Sie mit diesen Beinen einmal über die Klippen aus. Sie werden von den Wassertürmen einfach abgeräumt. Man kann auch sehen, dass man bis zum allerletzten Meter am Strand achtsam sein muss, um nicht wieder zurückgezogen zu werden. Hinzu kommt, dass diese weiße Gischt überwiegend aus Luft besteht. Man findet somit auch keinen ausreichenden Widerstand, um effektiv schwimmen – bzw. hier paddeln – zu können. Dies kann man ebenfalls in diesem Video erkennen.

 
Ähnliches könnte generell beim Badeurlaub passieren. Daher könnte es hilfreich sein, entsprechende Verhaltensregeln zu kennen. Da dies aber oft nicht der Fall ist, ertrinken jedes Jahr zahlreiche Menschen im europäischen Atlantik. Ich hatte das damals recherchiert und war wirklich überrascht von der hohen Zahl. Wichtig in derartigen Situationen ist zudem, seine Lunge als Schwimmweste zu benutzen. Je mehr Luft in der Lunge ist, desto stabiler liegt man auf dem Wasser. Aber selbst das vergessen viele Betroffene in solchen Situationen, was auch verständlich ist, denn viele Menschen bekommen bei Notfällen im Wasser Panik. Die wenigsten Strömungen ziehen einen jedoch unmittelbar und komplett unter das Wasser (ich habe das bisher noch nicht erlebt). Dies wird zwar oft behauptet, es sind jedoch zumeist ganz lapidare Dinge, warum so viele Menschen ertrinken.

 

Und danach? Das erste, was ich realisierte, als ich wieder das ersehnte Land “betrat”, war, dass man dieses erst einmal nur liegend von unten betrachten kann bzw. sollte. Den Beinen zuliebe, die einen gerettet haben und restlos erschöpft sind. Und das zweite war so eine Art von “Schamgefühl”, das aufkam, weil ich mich dafür geschämt hatte, mich vor Zeugen (die ich womöglich in Gefahr hätte bringen können; siehe hierzu oben) in eine derart gefährliche, fast aussichtslose Situation zu bringen. In Südafrika hatte man die theoretischen und praktischen Fähigkeiten zum “Rettungstauchen” erlernen müssen, um Gruppen von Tauchern dort betreuen zu können. Und mit diesen Erfahrungen sollte man sich selbst nicht unnötig im Wasser in große Gefahr bringen. Die Tage danach benötigte ich, um den Wärme- und Kraftverlust wieder auszugleichen. Das Positive – neben der wichtigen Erfahrung – war, dass ich mich hinterher eine zeitlang gefühlt hatte, als wäre jede einzelne Zelle des Körpers vom Wasser durchspült worden. Die Wucht des Wassers war fundamental und in dieser Form für mich – trotz der vielen Erfahrungen – bis dato neu. Wer gegen diese “Gewalt” von Wasser ohne Verstand blind “ankämpft”, stirbt unweigerlich (Ermüdung). Das Wasser dominiert einen. Das muss bzw. sollte man in derartigen Situationen sofort anerkennen, um keine unnötigen Kräfte zu verlieren. Das waren auch meine Gedanken danach. Und dass ich kurz davor war, diese seitlich abknickenden Wellen “zu hassen”, da sie unerbittlich waren und zunächst überhaupt keine “Rücksicht” auf meine ohnehin desolate Situation nahmen. Sie wollten nämlich eine Weile nicht nachlassen. Diese Gedanken verwarf ich jedoch recht schnell, weil Feindschaft mit dem Wasser in solchen Situationen noch verheerender ist.

Und ich erinnerte mich daran zurück, dass mich ein Einheimischer zuvor gewarnt hatte, dass dies der gefährlichste Bereich am gesamten Kap sei, was mir bewusst war (aber ein “Warnung” lag dennoch vor), weil dies der Hauptströmungsstrand am bretonischen Cap Sizun ist. Während der aus dem Westen anrauschende Ozean sich an der noch etwas westlicher gelegenen und bei Touristen bekannteren (spitzen) Pointe du Raz eher noch elegant “vorbeischlängelt”, prallt dieser im hier und ganz oben abgelichteten Bereich erstmals in Europa mit seiner vollen Wucht richtig auf Land. Auch die Strömung des Ärmelkanals mischt hier noch mit. Die Klippen schnüren den Strand ein. Das Wasser muss wieder raus. Und all dies kann natürlich enorme Wasserkräfte entfalten. Daher mögen auch die Surfer jenen naturbelassenen Strand. Dort darf man sich ein bisschen wie in Afrika “heimisch” fühlen. An jenem Tag meideten die Surfer jedoch das Wasser, da die Abfolge der Wellen zu schnell und diffus war.

An dem kleinen Bild kann man übrigens sehen, dass dort das Wasser auch ruhig und klar sein kann. Aber diese Zeiten scheinen inzwischen vorbei zu sein. Der Nordatlantik ist kaum wiederzuerkennen. An Schnorcheln etc. ist dort überhaupt nicht mehr zu denken. Man sieht unter Wasser nichts mehr, da das Meer so extrem aufgewühlt und dadurch ungewohnt dunkel ist. Angesichts der vielen Felsen ist das nicht ungefährlich. Schwimmen ist dort ebenso relativ gefährlich geworden bis auf sehr wenige geschützte Stellen, die jedoch ebenso nicht mehr gänzlich ohne Gefahren sind. Angesichts dieser inzwischen eindeutig feststellbaren (drastischen) Veränderungen, mit denen auch die Surfer zu “kämpfen” haben, bin ich wirklich froh, dass ich wohl frühzeitig genug (Anfang 2017) einen derart nachhaltigen “Denkzettel” erhalten hatte, der mich vielleicht vor noch Schlimmeren bewahrt hat. Denn jüngst ist etwas weiter südlich ein Surfer in diesen Fluten ertrunken.
 

Hilfreich war wohl, dass ich früher ein geübter Taucher war und “normales” Schwimmen eigentlich nie richtig gemocht hatte und dadurch eine etwas singuläre Schwimmweise entwickelt habe. Kraulen ist mir zu eintönig und im Meer ein einziges Geplantsche. Beim Brustschwimmen fühle ich mich zu sehr außerhalb des Wassers und etwas “steif”. Und im Meer ständig auf dem Rücken rückwärts zu schwimmen, kann nicht ganz ungefährlich sein und mag auch nicht jeder. Mit Flossen kann das über lange Strecken sehr bequem sein. Ich habe mir daher eine Schwimmmethode im Meer angeeignet, bei der mein Kopf mehr unter als über Wasser ist, und ich den größeren und vor allem gleichmäßigeren Widerstand unter Wasser nutze, um mich im Meer fortzubewegen (als “Freitauchen” würde ich diese Methode nicht bezeichnen wollen, da es mir dabei nicht um Tiefe geht und ich meist keine Maske und Flossen anhabe). Ich fühle mich im Meer unter Wasser auch wesentlich sicherer als auf dem Wasser, wo man als Mensch in meinen Augen – zumindest im Meer – eine Art “Fremdkörper” ist. Das kam mir wohl in dieser Situation gelegen, weil ich dadurch kein Problem damit habe, wenn mein Kopf unter Wasser gedrückt wird. Bei vielen Menschen erzeugt dies Panik, was unweigerlich – ohne Rettung – zum Ertrinken führt. Zudem kostet es zusätzliche Energie, seinen Kopf in einer derartigen Situation, wie oben beschrieben, ständig über Wasser zu halten, soweit dies überhaupt möglich ist (siehe noch nachfolgendes Video). Vermutlich ertrinken diejenigen am schnellsten, die diesen “Zwang” verspüren, auch weil sie dadurch mehr Wasser schlucken und wohl auch leichter zur Panik oder unkontrollierten Aktionen neigen. Als Kind im Becken bin ich schon lieber mehr unter das Wasser als auf das Wasser gegangen. Ganz darin “untergehen” sollte man allerdings nicht!

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Und jetzt möchte ich hier zum Abschluss doch noch einmal unmittelbar auf dieses bereits oben angesprochene “Surfer/Jetskier-Video” hier hinweisen, auch wenn ich mit dessen Titel und der eigens inszenierten Sensationsgier natürlich nicht einverstanden bin. Es zeigt jedoch gut, was ich oben bei den “Verhaltensempfehlungen” ansprach. Der Betroffene im Wasser an den Klippen in der Strömung verhält sich genau richtig, während er auf Hilfe wartet (ab Minute 2:10). Er verzichtet auf hektische Bewegungen oder gar ein “Ankämpfen” gegen das Wasser und geht bei den andonnernden Wasserwirbeln mit dem Kopf freiwillig unter Wasser. Bei einer heranrauschenden “Walze” hat er bereits die nächste im Blick, um dazwischen schnell atmen zu können (ca. Minute 2:15). Das ist wichtig bzw.sogar entscheidend in solchen krassen Situationen an den Klippen! Und dazu benötigt es Überblick (in alle Richtungen) und einen kühlen Kopf, wie oben beschrieben. Das macht er gut. Er ist auch ein Profi. Und er weiß natürlich um die herannahende Rettung. Andernfalls müsste er sich Gedanken machen, wie er an den Strand zurückkäme. Der „Jetskier“ als bereits zweiter “Retter” macht – wie der erste “Jetskier” zuvor auch – einen Fehler, indem er bei Minute 2:16 gleich in die erste brechende Welle hineinfährt und aus ihm dadurch fast ein weiterer und somit dritter “Notleidender” geworden wäre. Das ging gerade noch gut. Anschließend ist er wach und wartet vernunftsgemäß, bis es zwischendurch mal etwas nachlässt, und diese Gelegenheit sollte man dann auch als „Schwimmer“ nutzen.

Bei starken Rippströmungen ohne Felsenbeteiligung sollte man ebenfalls nicht gegen diese ankämpfen, sondern versuchen, sich allmählich aus deren Zentrum herauszubewegen (also mit einem etwas schrägen Winkel, um mit dem Schwung des äußeren Bereiches der Rippströmung relativ kraftsparend wieder in den Bereich der Hauptströmung zu gelangen, mit deren Hilfe man es zurück zum Strand schaffen könnte. Auch hier dürfte gelten, keinen zu kurzen “Umweg” zu riskieren, weil man andernfalls wieder mit der Strömung herausgetragen werden kann, was enorm viel Kraft kostet.

Wenn auf diesem Hinweisschild empfohlen wird, im unmittelbaren Strandbereich senkrecht aus der Rippströmung zu schwimmen (also direkt parallel zum Strand), dann kann das gut gehen (dabei kommt es auf den Einzelfall an, also wie die Umstände vor Ort sind und vor allem wie breit und stark die Strömung ist). Muss aber nicht. Denn dieser Winkel nah am Strand, wo die Strömung meist am stärksten ist und quasi nur aus ihrem Kern besteht, kostet Kraft, wenn die Rippströmung breit und/oder stark ist. Gelingt dieser Weg nicht, fehlt dann meist die Kraft für einen zweiten Versuch und man ertrinkt. Aber das muss jeder selbst im Einzelfall entscheiden, wenn er in eine solche Strömung gerät.

Dazu sollte man wissen, dass an Stränden bzw. bei Wellen stets ein gewisser Rücklauf des Wassers stattfindet. Dies muss dann keine Rippströmung im klassischen Sinne sein. Daher sollte man nicht bei jeder Form von Rücklauf des Wassers sofort an eine “verheerende” Rippströmung denken (diese würde man auch ziemlich schnell deutlich spüren). Ich selbst unterscheide bei Strömungen in zwei Arten. Gegen die eine lässt es sich (zurück zum Strand oder wohin auch immer) anschwimmen, gegen die andere nicht. Und bei Letzterer sollte man unbedingt seinen “Kopf” bzw. Verstand verwenden, um keine überflüssige Kraft zu verlieren.

 
Mein Slogan hierzu lautet jedenfalls: “Stay cool, do not rely on human help and, if possible, use the power of the sea.”

Wohl am meisten abgeschaut im Meer hatte ich zunächst von “normalen” Fischen an strömungsreichen Riffen. Denn als beginnender Schnorchler und Taucher fragte ich mich immer, wie diese es nur schafften, dort zu leben und niemals auf das Riff aufzuschlagen. Selbst dann nicht, wenn diese schlummerten. Ich beobachtete, wie diese Rifffische in den einzelnen Strömungen hin- und herwechselten und die Kraft meist herausnahmen, um ein gleichwertiger Bestandteil des Wassers in diesen vielen Wirbeln zu sein. Bei Seehunden, die sich am Fleck zum kurzen Ab- und Auftauchen und Essen im Brandungsbereich aufhalten, lässt sich dies auch sehr gut beobachten (extrem cool und ruhig, lässig sozusagen, machen die das). Der Mensch neigt wohl eher dazu, Probleme im Wasser mit seiner Kraft inkl. Hektik lösen zu wollen. Wasser kann jedoch stärker sein. Und das wissen natürlich auch die Fische und “tanzen” daher zwischen den einzelnen Strömungen umher, ohne dabei große Kraft einsetzen zu müssen. Wir sind zwar keine Fische (auch keine Delphine oder Seehunde). Und dennoch könnten wir von ihnen etwas abschauen. Dann würden wohl auch weniger Menschen ertrinken.

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Beispiel: Wenn ich ungewollt ins Wasser stürzen würde, z.B. von Felsen, würde ich zunächst nur auf die Atmung achten, d.h. die Luft rechtzeitig anhalten und versuchen, wieder rechtzeitig an die Wasseroberfläche zu gelangen. Entspannt, da dies Luft spart. Ohne hektische Bewegungen und Kraftanstrengung, da einem im Wasser meist zunächst nichts passieren kann. Sich als Bestandteil des Wasser wahrnehmen und nicht als Fremdkörper,und darin wohl fühlen. Je mehr man z.B. im Brandungsbereich strampelt, desto mehr läuft man Gefahr, durch seinen eigenen Antrieb, verstärkt durch die Brandung (ein sich abwechselndes hin und her), auf harten Untergrund wie Felsen zu geraten. Ähnlich ist es, wenn man in die Waschmaschine einer Welle gerät und unter Wasser gedrückt und geschleudert wird. Auch hierbei empfiehlt es sich, auf Kraftanstrengung zu verzichten und sich synchron mit der Schleuderung zu vehalten, was normal automatisch geschieht, und zu warten, bis man wieder nahezu automatisch nach oben kommt. Gefährlich kann dies in der Regel erst werden, wenn man dabei mit dem Kopf auf Stein etc. aufschlägt (Kopf vorsorglich in Arme eingraben, wenn Steine und Felsen möglich). Oder bei extrem hohen Wellen, die einen so tief mitreißen könnten, dass einem das Trommelfell platzen könnte (Orientierungsgverlust möglich), oder man in mehrere Wirbel hintereinander gerät, die einen zu lange nach unten drücken.

Anm.: Da bereits ein Stein oder harter Gegenstand (Müll wie Schrott, verlorene Anker etc.) unter Wasser ausreicht, um sich am Kopf zu verletzen, grabe ich den Kopf nahezu automatisch in die Arme ein, wenn ich unter Wasser die Orientierung und/oder Sicht bei schnellerer Geschwindigkeit wie Wirbel oder Waschmaschine (s.o.) verliere.

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Obgleich Taucher in Südafrika zu den am besten ausgebildeten Tauchern der Welt gehören (auch wegen der relativ harten Bedingungen dort), von denen ich natürlich auch etwas lernen konnte, möchte ich an dieser Stelle die (vorherigen) indonesischen Tauchguides auf Sulawesi “hervorheben”, die sich wohl noch stärker von Fischen inspirieren ließen. Diese, auch körperlich kleiner gewachsen, flogen nämlich wie schwerelos und ohne sichtbaren eigenen Antrieb durch das glasklare Wasser. Sie nahmen somit die Kraft völlig heraus (wohl verstärkt, indem sie dort etwas “verheizt” wurden und ständig tauchen mussten) und benötigten auch kaum zusätzliches Gewicht am Tauchgürtel. Ebenso keinen zusätzlichen unter Tauchern weit verbreiteten “Schnickschnack”. Dieses “Fliegen” unter Wasser hatte mich sehr beeindruckt. Auch weil dies die Tierwelt weniger beunruhigt und mehr deren eigenen Verhalten ähnelt (Wasser zieht Kraft, deshalb wird diese auch von Tieren –  wenn sie nicht gerade jagen, fliehen oder sich sehr schnell fortbewegen – gewöhnlich herausgenommen). Und es hatte zunächst viel Mühe gekostet, um dieses zumindest etwas “nachahmen” zu können, indem dazu auch die bis dahin gewohnte Anzahl von Gewichten am Gürtel erheblich reduziert werden musste. Auch dass es durchaus gelingen kann, auf einem schmalen Holzbalken auf dem Boot sein Schläfchen zwischen den Tauchgängen zu halten, während sich die “Touristen” breit machen, so dass kaum ein anderer Platz mehr für die sog. “Eingeborenen” übrig bleibt. Das war jetzt salopp und undifferenziert bzw. schwarz/weiß gesagt als kleine Pointe zum Abschluss, denn auch unter Touristen gibt es sog. “Unterschiede”.


Nachtrag vom 25.5.2020:

Wenn fünf Surfer im Frühling gleichzeitig in der Nordsee ertrinken, darunter Rettungsschwimmer (und man selbst kennt diese Sorte von harten Holländer-Burschen), oder erprobte Seenotretter im Sommer in der Biskaya, und man ebenso fast im Atlantik ertrunken wäre (erstmalig), und jahrhundertalte und -bewährte Dünen in Frankreich sich in rasanter Geschwindigkeit auflösen (Bild) bzw. durch die Gewalt der Wogen einfach abgesäbelt werden, kann sich jeder ausmalen, welche (neuen) Kräfte bereits im Meer herrschen.

Dass die Medien chronisch unehrlich sind bei diesem Thema (vgl. Sahara-Hitze und Golfstrom: Atlantic Meridional Overturning Circulation (AMOC) verändere sich – Ist das noch verhandelbar? Welche Rollen spielen geschwächtes Erdmagnetfeld und sog. „Polsprung“? Stichwort ebenso „Ozon“), beweist der Fall der jüngst ertrunkenen Surfer (s.o.). Allein am Schaum soll es gelegen haben, den diese Jungs wie ihre Westentasche kannten (da dieser dort häufig vorkommt). Andere Medien schoben dies auf ein seltenes “Wetter-Phänomen”. Auch das ist nur eine These, da es an jenem Tag wohl “schlicht” die “neue” Gewalt des Wassers war (s.o.), die inzwischen vom Atlantik auch in der Nordsee angekommen ist, und welche die Medien allgemein verschweigen (da nicht mit CO2-Wandel zu vereinen). Ein Zeuge sagte, er hätte die See noch nie so unruhig gesehen. Verstärkt, indem der Wind aus nördlicher Richtung kam, was an dieser Westküste Strömungen auf das Meer verursache, wobei der Schaum die dadurch entstandenen Probleme wohl erschwerte (allerdings nimmt dieser Richtung Meer ab, so dass man diesen Bereich im Notfall hätte verlassen können). Wie stark die Strömung an jenem Tag war, dürfte beweisen, dass ein lebloser Körper nicht geborgen werden konnte, obwohl die Rettungskräfte ihn sahen, die Strömung ihn jedoch zu schnell weggetrieben hätte. Man würde sich mit dieser Sorte von holländischen Surfern und Rettungsschwimmern (die dort im Winter abgehärtet teils mit T-Shirt am stürmischen Meer herumlaufen) derzeit nicht im Wasser messen wollen, indem diese das Meer zu ihrer Heimat erklärt haben und dadurch absolut fit, ausdauernd und durchtrainiert sind. Was als Tipp in solchen Situationen und bitte nicht als Vorwurf oder gar Geringschätzung dieser Surfer aufgefasst werden soll, ist, dass deren Fitness ihnen womöglich zum Verhängnis wurde. Als sie die Gefahren im Wasser erkannten (u.a. die Zugkraft Richtung Meer), schwammen diese wohl mit ihren geschulten Fähigkeiten gegen diese Gewalt des Wassers an, und schafften es in der Mehrheit nicht. Man selbst hätte die Kraft wohl vollends herausgenommen, und sich stattdessen allein auf das Atmen konzentriert (s.u.), und auf Hilfe oder rettende Strömungen gewartet und selbst ein Abtreiben auf offene See in Kauf genommen (indem die Holländer extrem gut und schnell in der Rettung sind). Als möglicher Tipp in derartigen Situationen. Bitte nicht als Vorwurf oder Besserwisserei interpretieren. Da es tödlich sein kann in gewissen Situationen, gegen die Kraft des Wassers anzukämpfen. Dies muss man konkret abwägen, wenn man in einer solchen Situation gefangen ist. Was nicht einfach fällt, da es logisch ist, dass man so schnell wie möglich zurück an das Land möchte. Abschauen kann man dabei von Seehunden, die sich in der fürchterlichsten Brandung extrem gelassen und ruhig geben, da dann am wenigsten passieren kann. Denn auch Meeressäuger sind auf Luftholen und ausreichende Luftversorgung angewiesen, was oft übersehen wird (daher hüpfen Delphine und Seehunde zum Atmen beim schnellen Fortbewegen an der Wasseroberfläche, damit sie sich kein Wasser fangen in den Organen: Flusspferde tun dies ähnlich mit Sprüngen gestützt vom Boden, wenn diese z.B. Boote vertreiben mit rasanter Geschwindigkeit). Je mehr Kraft man in derart turbulenten Situationen einsetzt, desto schwieriger wird dies mit der Luft, während die Gefahr drastisch steigt, Wasser in die Lunge zu bekommen (dazu reicht ein ungünstiger Atemzug), was den Körper kollabieren lässt und zum Ertrinken führt. Zudem schrumpft dadurch der Kraft-Puffer, was verheerend sein kann, wenn der Rückweg nicht zügig klappt. Deshalb hält man Kraulen für denkbar ungeeignet im Meer (was Rettungsschwimmer jedoch beherrschen müssen, um bei Rettung schnell zum Notleidenden zu gelangen), weil dies dabei aufgrund der Unebenheit der Wasseroberfläche leicht passieren kann (gerade bei Turbulenzen), indem man sich aus der eigenen brenzligen Situation (s.o.) insbesondere über die Beine gerettet hatte. Aus diesen Gründen kam es einem im Meer noch nie auf Schnelligkeit oder eine durchgehend erklommene lange Strecke an, sondern um eine möglichst optimale Anpassung an das Wasser samt jeweils herrschenden Verhältnissen. Indem der Mensch seine Schwimmgepflogenheiten vom künstlichen Becken oder stillen See ins Meer oder wirbelnden Fluss übertragen hat, hat er damit automatisch das Ertrinken von Menschen erleichtert (“wenn Sie innerhalb einer Strömung agieren müssen, helfen Ihnen Schwimmfähigkeiten oft nicht weiter“; heißt es ebenso hier; deshalb unbedingt Ruhe, klarer Kopf und Strategie). Deshalb sieht man Notleidende vor dem (fast) Ertrinken oft mit den Armen ergebnislos plantschen, da diese meinten, sich mit den Armen retten zu können statt sich z.B. möglichst kraftschonend auf das Wasser zu legen und die Beine zu benutzen (wie es teils auf hoher See gekenterte Segler über lange Zeit erfolgreich tun, da diese mangels Ufer gar nicht auf die Idee kommen, sich normal schwimnend zu retten). Ein Vergleich zu Flossenfüßern, Delphinen und Fischen zeigt, dass diese mit der Schwanzflosse operieren (Beine beim Menschen) und die übrigen Flossen nur einsetzen, um dabei Stabilität zu erlangen. Deshalb bietet es sich für Menschen in längeren Notsituationen an, häufig die Lagen (Brust, Rücken, Seite) zu wechseln, um nicht schnell einseitig mit den Beinen zu ermüden oder Krämpfe zu erleiden. Letzteres kann ebenso zum Ertrinken führen. Daran sieht man, dass es nicht außerhalb der Wahrscheinlichkeit liegt, dass den ertrunkenen Surfern und Rettungsschwimmern deren Fitness und Schwimmfähigkeiten, die alle rühmten, und deshalb so erstaunt darüber waren, zum Verhängnis wurden. Jedoch war man selbst nicht vor Ort und kann sich in diesem Einzelfall auch täuschen, so dass dies als allgemeiner Hinweis verstanden werden soll.

Jeder zehnte Retter kommt durch unüberlegte Aktionen ums Leben“, heißt es ebenso auf jener Webseite. Darauf hatte man oben hingewiesen. Gute Schwimmer sehen sich häufig veranlasst, zu retten. Im Meer reicht dies allein jedoch in bestimmten Fällen nicht aus (s.o.).  Insbesondere wenn es zusätzlich ohne Überlegung und/oder optimale Anpassung an die jeweilige Situation geschieht und dabei die konkret herrschenden Gefahren verkannt werden.

Dass das sog. “Big Wave Surfing”, wie in Nazare (Portugal; bedingt durch Unterwasser-Canyon), derart populär wurde, weltweit promotet und von sensationslüsternen Medien wie SPIEGEL ONLINE gepuscht wird, ist für einen ein Zeichen, dass diese Sorte von Surfern den Respekt vor dem Meer verloren hat und nur noch die Selbstbestätigung und Anerkennung in der Öffentlichkeit sucht (Komplexe). Hier sieht man, was dabei passieren kann, und dass man selbst im flachen Wasser ohne schnelle Rettung ertrinken könnte, wenn Wasser in die Lunge gelangte (s.o.). Im Notfall oder zur Rettung Notleidender würde man auch diese Wellen nicht scheuen. Warum jedoch ohne Not und freiwillig? Hier sieht man, dass selbst die erfahrensten Surfer in übergroßen Wellen versterben können, was eine Vielzahl von Ursachen haben kann: Schwindel oder Trommelfellrisse inkl. Orientierungslosigkeit durch plötzliche Wassertiefe ohne angemessenen Druckausgleich, so dass man z.B. nach unten statt nach oben schwimmt, oder Wasser in Lunge durch unverhoffte Notatmung (ähnlich wie bei unverhofften Stürzen ins Wasser mit Auto oder Hubschrauber), bewusstlos geschlagen vom Board, Aufprall im Wasser oder Meeresboden oder Riff, zu langes Gefangensein unter Wasser, indem einer Riesenwelle die nächste im Takt wie am Fließband folgt, oder Schock, Herzinfarkt, Schlaganfall etc., jedoch auch Wirbel- und/oder Genickbrüche durch plötzliche Verdrehungen und/oder das unkontrollierte Aufschlagen im Wasser oder Riff. Bei einem Surfer hatten sich “lediglich” dessen Schnüre verfangen an Unterwasserfelsen, was ebenso zum Ertrinken ausreichte. Zurück bleiben die Frauen und vaterlosen Kinder. Auf das Unglück eines bekannten Surfers angesprochen, sagte ein anderer, dass er keine übergroßen Wellen mehr reite, da er nun einen Jungen hätte, und jeder Wipe Out dieser Wellen der letzte sein könnte. Vernünftig. Denn welche Kraft und Turbulenzen (inkl. Rückströmungen) diese Wassermassen besitzen, beweist der Umstand, dass einige Surfer niemals gefunden wurden, wie Kirk Passmore im zuletzt verlinkten Video, obwohl andere Surfer als Retter sofort zur Stelle waren und bewusst ihr Leben riskierten, da sie diese Wellen bei ihrer verzweifelten Suche auf den Kopf bekamen (indem es in solchen Momenten auf jede Sekunde ankommt), oder erst einige Zeit später trotz intensiver Suche leblos an weitentfernten Stellen auftauchten wie Sion Milosky in jenem Video. Was die Surfer in Nazare (s.o.) oft rettet, ist der Umstand, dass es dort mit der Brandung meist schnurstracks Richtung Strand geht, was bei den Riesenwellen in Kalifornien oder Hawaii nicht zwingend der Fall ist.

Man beging auch einen Fehler, indem man an jenem Tag (s.o.) ins Wasser stieg. Erkannte diesen jedoch und wiederholte ihn seitdem nicht. Je öfter man sich in derartige Extreme begibt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass einem eines Tages das Glück abhandenkommt bzw. die Schutzengel verlassen und man deshalb sein Leben oder die Gesundheit überflüssig einbüßt. Gleiches gilt für Taucher, die chronisch die extreme Tiefe aufsuchen (was man als Freitaucher gar nicht könnte, jedoch als Gerätetaucher über einen kurzen Zeitraum mit normaler Pressluft unternahm, wobei man sofort die Gefahren dabei erkannte wie den faszinierenden Tiefenrausch, der einen die Gefahren, die Zeit und Orientierung vergessen lässt samt immensen Wasserdruck und akribisch sorgsamen und zuvor geplanten Aufstieg). Oder Bergsteiger in den gefährlichsten Steilwänden, wo jeder Fehler tödlich sein kann und unverhoffte, komplett unsteuerbare Dinge passieren können wie Schneelawinen oder Geröllabgänge. Gepuscht durch mediale “Dauerignoranten” wie Reinhold Messner, den nicht einmal der tragische Tod seines Bruders zum Umdenken veranlassen konnte, obgleich dieser davon bis heute traumatisiert ist. Was aufzeigt, wie besessen derartige Menschen von ihren Leistungen sind, da sie das sonstige Leben nicht ausfüllt. Man selbst weiß, was man in unverhofften Notfällen im Wasser kann, bei gleichzeitiger Kenntnis, an welch dünnem Faden das Leben in solchen Momenten hängt, und muss dies weder gezielt herausfordern noch üben. Indem sich dies oft nur schwer üben lässt, indem bei der Übung der Notfall und die Lebensgefahr fehlen und es dabei auf einen klaren Kopf, stetige Konzentration, die Vermeidung von Panik und die Intuition ankommt samt Kenntnis, was man kann und was nicht (realistisch sein, indem einen die Arme in langen Notsituationen im Wasser nur schwerlich retten können; s.o). Deshalb “lieber” einen Notfall im Meer als im See, da man im Meer mit dem Salzgehalt des Wassers zur Erleichterung arbeiten kann, während es einen im Süßwasser relativ stark in die Tiefe zieht.


 

 

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Noch mehr über Wasser und Tauchen, aber auch Delphine & Co., finden Sie hier: Fais-le bien, ma petite chérie – Von Tauben, Delpinen, Haien und Menschen. 

 

In diesem Beitrag geht es um die individuellen und kollektiven Verhaltensweisen der unbedingt erhaltenswerten Dohlen, die in einer Gesamtschau in der Tierwelt nahezu einzigartig sein dürften. Dabei wird auf andere sozialdynamische Lebensformen wie Delphine, Papageien, Stare oder Affen Bezug genommen. Eigene, den Autor sehr berührende Erlebnisse mit Pavianen werden geschildert, deren “Ruf” eine “Beleidigung” für diese Tiere ist. Generell wird daher auch das “große Vermächtnis” von Charles Darwin etwas näher unter die Lupe genommen. Dazwischen kommen viele andere Tierarten vor, selbst Leoparden, Tiger und Löwen, aber auch die „Vergrämung“ des Autors aus seiner vertrauten „Dohlen-Nachbarschaft“. Also nicht nur Dohlen und Delphine werden in Europa „vergrämt“, sondern auch noch andere sog. “trotzende Lebensformen” wie z.B. Menschen. Könnten die – stets geselligen und gut gelaunten – “Dohlen in Gemeinschaft” den Menschen gar Ansatzpunkte aufzeigen, wie diese friedlich in größerer Anzahl miteinander umgehen und sogar leben könnten? Nahezu offensichtlich dürfte die Dohle in den Blickpunkt militärischer und industrieller Interessen gerückt sein (Flugtechnik, Gruppendynamik, Kommunikation etc.). Selbst die Hollywood-Flmindustrie hatte der Dohle Beachtung geschenkt. Dabei könnte die papageienähnliche Dohle auch außerhalb dieser Kreise ihren Stellenwert erhalten, den sie verdient. Dieser Beitrag war nicht geplant (eigentlich nur das obige Bild) und wurde nachträglich immer länger. Bitte über diese „Schnittfehler” etc. hinwegseen. Lesen Sie mehr hier.

Evolutionstheorie lebensfremd: Logik und nicht Zufall herrscht in der Natur – noch stärker verdeutlicht im wechselseitigen Verhältnis Hai und Krokodil als gemeinsame Gesundheitsapostel