(In diesem Beitrag geht es um die individuellen und kollektiven Verhaltensweisen der unbedingt erhaltenswerten Dohlen, die in einer Gesamtschau in der Tierwelt nahezu einzigartig sein dürften. Dabei wird auf andere sozialdynamische Lebensformen wie Delphine, Papageien, Stare oder Affen Bezug genommen. Eigene, den Autor sehr berührende Erlebnisse mit Pavianen werden geschildert, deren „Ruf“ eine „Beleidigung“ für diese Tiere ist. Generell wird daher auch das „große Vermächtnis“ von Charles Darwin etwas näher unter die Lupe genommen. Dazwischen kommen viele andere Tierarten vor, selbst Leoparden und andere Großkatzen, aber auch die „Vergrämung“ des Autors aus seiner vertrauten „Dohlen-Nachbarschaft“. Also nicht nur Dohlen und Delphine werden in Europa „vergrämt“, sondern auch noch andere sog. „trotzende Lebensformen“ wie z.B. Menschen. Könnten die – stets geselligen und gut gelaunten – „Dohlen in Gemeinschaft“ den Menschen gar Ansatzpunkte aufzeigen, wie diese friedlich in größerer Anzahl miteinander umgehen und sogar leben könnten? Nahezu offensichtlich dürfte die Dohle in den Blickpunkt militärischer und industrieller Interessen gerückt sein (Flugtechnik, Gruppendynamik, Kommunikation etc.). Selbst die Hollywood-Filmindustrie hatte der Dohle Beachtung geschenkt. Dabei könnte die papageienähnliche Dohle auch außerhalb dieser Kreise ihren Stellenwert erhalten, den sie verdient. Dieser Beitrag, in dem auch die Gewaltvermeidung bei Tieren wie Pavianen, Leoparden und Haien eine Rolle spielt (siehe Anhang), war nicht geplant (eigentlich nur das obige Bild) und wurde nachträglich immer länger. Bitte über „Schnittfehler“ hinwegsehen; Autor Dominik Storr).

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Das sind Dohlen auf dem Bild. Diese versammeln sich abends zu riesigen Schwärmen. Und man kann dann bildlich sehen, wie viel Freude diese haben, gemeinsam, und so wild wie es nur geht, durch die Lüfte zu „wirbeln“.

Die ersten Stichwörter bei Dohlen in den Suchmaschinen sind „Dohlen vertreiben“. Dohlen leben in Felsen und damit auch an Gebäuden. Das stört viele Menschen. Dabei könnten wir als systembedingt wohl eher etwas degenerierte, in enge Gesetze „eingepflügte“ und dadurch auch etwas unbeweglich und mürrisch gewordene Menschen von Dohlen bestimmt einiges lernen bzw. abschauen. Trotz ihres Verspieltseins sind diese sehr aufmerksame Tiere, die ihre Umgebung sorgfältig beobachten und auf Veränderungen und Gefahren schnell reagieren können. Sie sind obgleich ihrer hohen Sensibilität äußerst robust und zudem grandiose Überlebensstrategen. Unsere Vorväter hatten versucht, sie auszurotten, aber es funktionierte nicht (Dohlen testen verdächtiges Futter auf Gift, aber auch auf vorhandene Fallen, und erkennen in der Regel sofort, ob Menschen Schusswaffen etc. tragen). Obwohl die Dohlen aufgrund ihrer Gruppendynamik dominanter als die meisten anderen Vögel sind, lassen sie „schwächere“ Vögel wie Tauben, Stare, Finken oder Sperlinge zwischen ihren „Reihen“ zu und lassen Futter übrig oder werfen mit ihren kräftigen Schnäbeln für diese neue Futterquellen auf. Diese Vogelarten wiederum haben Respekt vor Dohlen, fürchten diese aber nicht (sie wissen, wie man mit Dohlen umgeht). Vielmehr schützt die Anwesenheit einer Dohlenkolonie andere Vögel vor gelegentlichen Nesträubern unter den sonstigen sog. „Rabenvögeln“ (selbst vor Kolkraben), da diese an den Brutstätten von den Dohlen „vergrämt“ werden, aber auch vor Greifvögeln. Die Greife gehen bei ihren Beutezügen eher still und heimlich vor, und das ist innerhalb einer Dohlenkolonie mit schrill tönenden „Wächtern“ an allen Ecken, Kanten und Enden und Hunderten von „gemeinsamen“ Augen nur schwerlich möglich. Dohlen sind bei der Nahrungsbeschaffung auffällig ideenreich und erfinderisch. Ähnlich spielerisch leicht wie die kleinen Meisen gelangen sie – gleich auf welchem Weg, selbst in Kolibri-Manier – an jeden Meisenknödel heran. Sie bilden lebenslange, treue und gut „eingespielte“ Partnerschaften (sie küssen und schmusen sogar) und sind dennoch in der Gemeinschaft hochsozial orientierte Wesen, ähnlich wie das bei Delphinen der Fall ist. Stichwort „emotionale Gruppenintelligenz“. Und diese ist bei Dohlen sehr stark ausgeprägt. Zudem wird der eigene Nachwuchs schnellstmöglich in die Sozialstruktur integriert. Das entlastet auch die Eltern und sorgt für eine höhere Anzahl von Bruten.

Und ähnlich wie viele Menschen unterhalten die Dohlen Vorratskammern (Nahrungsverstecke) in kühlen Lagen und halten nach dem Mittagessen gerne ein verschmustes Mittagsschläfchen in stiller Zweisamkeit, während die „Halbstarken“, also die noch „unverheirateten“ Tiere, in dieser Zeit die Reviere hüten (müssen). Man sollte daher nicht schlecht über Dohlen denken. Apropos Delphine. Mit diesen ebenso sympathischen Zeitgenossen assoziiert man doch automatisch sehenswerte Akrobatik in den Lüften. Und die Flugkünste der Dohlen bei allen möglichen Wetterlagen zählen wohl zu den spektakulärsten in der gesamten Tierwelt. Wenn sich die (Küsten)Möwen bei schweren Stürmen etwas zurückziehen und die echten sog. Sturmvögel (und Tölpel etc.), die den starken Wind benötigen, von hoher See an die Küste rücken, dann fängt auch für die Dohlen der Spaß in der Luft so richtig an.

Dass Dohlen hin und wieder – gerade bei Landungen – auch etwas tollpatschig wirken können, dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass diese mit extrem geringer Bodenhaftung landen, um Verletzungen auf dem harten Stein vorzubeugen, und dadurch auch mal etwas ins gekonnte „Schleudern“ geraten, ähnlich wie das bei erprobten Auto- und Skifahrern der Fall sein kann. Dohlen sind nicht nur brillante Flieger, sondern auch fleißige „Läufer“ und daher in hohem Maße auf gesunde Füße und Beine angewiesen. Sie greifen Nahrung auch gerne, ähnlich wie Greife das tun, gerade wenn sie sich nicht ganz sicher fühlen und alles sehr schnell gehen muss (dabei können sie ähnlich wie Eulen nahezu geräuschlos fliegen), und benutzen ihren Schnabel überwiegend zum Wühlen und Aufbrechen von Nahrung. Aufgrund der hämmernden Wucht des kräftigen Schnabels und Kopfes, ähnlich wie das bei größeren Spechtarten der Fall ist, und der dabei stark zufassenden Greife, möchte man dann nicht seine Hand über die zu knackende Nuss legen. Auf diese Weise könnten Dohlen in Blitzgeschwindigkeit andere erwachsene Vögel wie Tauben auf den Boden drücken (und mit wenigen Schnabelhieben töten), tun dies aber nicht (siehe oben). Auch nicht aus „Futterneid“, der gegenüber den vielen Tauben zumindest aus vermenschlichter Sicht aufkommen könnte. Sie tun es bei ihresgleichen, wenn es (selten) um die eigene Rangordnung oder Zwistigkeiten geht, picken dann aber nicht richtig zu. Und da einer der beiden Vögel dann flugs und eindeutig bzw. hilflos unter der gestreckten Greife des anderen liegt, ist das alles ganz schnell wieder vorbei und man vergibt sich.

Viele haben Dohlen bestimmt als eher zierliche Vögel in ihrer Vorstellung. Dies mag daran liegen, dass sich diese oft wie Singvögel verhalten oder man sie meist nur aus einer gewissen Entfernung sieht oder nur als „kleinen“ Schwarmvogel von vielen wahrnimmt. Dohlen sind jedoch nicht gerade klein und haben einen kräftigen Körperbau. Ihre Sensibilität bei gleichzeitig vorhandener Kraft sieht man ihnen an. Auf diesem Bild zeigt sich, neben den bei Dohlen vorhandenen Blautönen (deren Schimmern etwas an „Tropen-Vogelarten“ erinnert), wie ein Sperber eine Dohle bei seinem Angriff offenbar unterschätzt hatte und unter deren Greife lag. Das geschah vielleicht an einer unübersichtlichen Futterstelle. Die Kamera war ja schnell zu Hand und es soll hinter dem Haus gewesen sein. Oder die Dohle hatte zunächst nicht damit gerechnet, dass es sich der Sperber zutraut, sie anzugreifen und sich dann entsprechend sofort verteidigt.

Dieses Bild soll nicht darstellen, dass die Dohle den Kolibri ergreifen möchte, sondern dass beide im Standflug an derselben Blüte naschen. Dies soll zum einen das faire Verhalten der Dohlen gegenüber „schwächeren“ Vögeln aufzeigen, aber auch deren „exotischen“ Flugfähigkeiten und die Ähnlichkeiten, die diese mit vielen „Tropenvögeln“ besitzen. Selbst mit dem Papagei (siehe unten). Beim Standflug gehen Kolibri und Dohle ähnlich vor. Während jedoch der Kolibri bereits die perfekten Schwingen dazu hat, ebenso eine dabei vorteilhafte geringe Größe, kann die Dohle Körper und Flügel entsprechend ausrichten, damit der Auftrieb senkrecht zum Boden verläuft und „zum Stand“ gebracht werden kann. Dies wird eingesetzt bei Brutstätten an Steilwänden oder für die kreative Futteraufnahme (siehe oben), aber auch zum Starten und Landen. Wie der Wind eben steht und wonach ihnen gerade ist. Bei Wind kann das wie bei Miniatur-Hubschraubern wirken.

Dass ein Greifvogel unter der Greife seiner „Beute“ liegt, kommt in der Tierwelt nicht häufig vor, kann jedoch bei Dohlen, zumindest aus Sicht eines Sperbers, passieren, wie man hier sieht. Auch weil Dohlen blitzschnell sind. Bei diesen Greifaktionen, die nur gegenüber ihren Artgenossen beobachtet werden konnten, also nicht gegenüber „schwächeren“ Vögeln (siehe oben), sind sie meist schneller als das menschliche Auge. Und für die Augen des flinken Sperbers ging es wohl ebenso zu schnell. Allerdings drückte dieser auf nahezu sensationelle Weise der Dohle in dieser Stellung den Schnabel zu und hielt diesen fest. Aus gutem Grund (siehe zur hämmernden Schnabelkraft der Dohlen oben). Dieser Konflikt soll über eine halbe Stunde angedauert haben, bevor die Vögel auseinandergingen. Dohlen hängen sichtbar sehr an ihrem Leben und geben sich Fressfeinden – wie man hier sieht – nicht „kampflos“ hin. Sie setzen jedoch trotz ihrer wehrhaften Fähigkeiten ganz eindeutig und mehr, als dies die meisten anderen Vögel tun, auf „Vorbeuge“, und wenn diese misslingt, dann Flucht. Die gesteigerte nächtliche „Ängstlichkeit“ der Dohlen dürfte darauf zurückzuführen sein, dass diese dann nicht nur ihr individuelles, sondern auch das kollektive Auge der „Gruppe“ verlieren, das bei Dohlen besonders stark ausgeprägt ist. Dohlen sind somit in der Nacht sozusagen „doppelblind“, und können deshalb auch den Sonnenaufgang kaum erwarten. Eine Dohlenkolonie ist zwar extrem lebhaft. Man sieht aber tagsüber auch etliche Dohlen hin und wieder schlafen (siehe auch oben), weil diese in der Nacht vor Unruhe häufig kaum ruhen können und sich am Tag unter dem dann funktionierenden kollektiven Auge ihrer Gruppe sicherer zum Dösen fühlen.

Zu den eher unerschütterlichen Fressfeinden der Dohlen unter den Vögeln zählen vor allem der Habicht, der aus dem Dickicht zuschlägt, der Milan, der Dohlen bei Unaufmerksamkeit vom Boden, Gemäuer oder Baum abgreifen könnte, der Wanderfalke aufgrund seiner Schnelligkeit (siehe noch unten) und nachts der aus Dohlensicht „bärenstarke“ und dabei auch noch sehr leise Uhu. Jedoch werden zumindest die „Tagfeinde“ an den Orten der Kolonien von der Gruppendynamik vergrämt, selbst große Greife. Dazu strömen ihre „Friedensbringer“ wie „Abfangjäger“ unter den Hornissen aus. Zudem wird eine entsprechende „Geräuschkulisse“ hochgefahren. Die Greife verschwinden dann meist freiwillig und müssen nicht von den Dohlen physisch attackiert werden. Deren scheinbaren Angriffe sind meist nur Drohgebärde und ein Link für die Greife, dass Dohlen ihre Fressfeinde bei klarer Sicht aufgrund der breiten Palette ihrer fliegerischen Fähigkeiten im Griff haben (siehe gleich).

Noch mehr über Dohlen: Dass die Dohlen ausgerechnet von Naturschutzverbänden völlig destruktiv als raubende Vögel dargestellt werden, die es auf die Nistkästen der Spender abgesehen hätten, zeigt, dass diese wohl nicht besonders viel Erfahrungen mit Dohlen gesammelt haben. Dohlen sind Allesfresser, vertilgen viel menschlichen Abfall, weil weißes Mehl (Brot etc.), Fettiges oder Gebratenes und Süßes nicht nur Menschen, sondern auch viele Tiere anzieht, aber auch etliche pflanzliche Kost (Früchte, Samen, Nüsse, Eicheln, Kastanien etc.) und vor allem proteinreiche Insekten. Ähnlich wie Krähen teilen sich die Dohlen die Umgebung bei der Nahrungssuche auf, um satt werden zu können. Dabei meiden diese außerhalb ihrer Kolonie und sonstigen Plätze Engstellen, die sie nicht kennen bzw. kontrollieren, in denen jedoch die angeblich von ihnen bedrohten Singvögel brüten, und suchen stattdessen, ähnlich wie die Krähen, eher offene Flächen auf, die sie besser überblicken können. Sie beobachten und prüfen potentielle Standorte sehr genau. Dohlen sind, um das in Menschenworte zu fassen, „über- bzw. hochsensibel“ und scheuchen dadurch oft die anderen Vögel auf durch ihr gesteigertes Flucht- und extrem schnelles Reaktionsverhalten. Zusammen mit Dohlen können andere Vögel Gefahren somit schneller erkennen (auch weil Dohlen „vernetzt“ sind und dadurch mehr mitbekommen). Und das nutzen andere Vogelarten. Dohlen haben sichtbare „Angst“ vor Gestrüpp etc., das nicht ihr zuhause ist (selbst Elstern, ebenso Rabenvögel, landen meist ganz oben im Baum und hangeln sich dann langsam herab, um einen Überblick über das Dickicht gewinnen zu können, weil man dort nicht von außen hineinschauen kann). Gerade mit Sperlingen, Tauben und Finken sieht man Dohlen oft gemeinsam in Ortschaften flanieren und sitzen. Amseln sind hingegen nicht so begeistert von Dohlen, da diese mit ihrem etwas übersteigerten „Machogehabe“ an futterreichen Plätzen bei den gruppendynamischen Dohlen nicht „durchkommen“. Amseln müssen sich dann entweder eingliedern oder die dohlenfreien Nischen und deren Abwesenheitszeiten nutzen. Strikt wildnis- und nicht menschen-bezogene Amseln, die recht scheu sind, sind weniger aufdringlich und haben keine Probleme mit Dohlen. Diese selbst nutzen ebenso das Vorhandensein anderer Vögel. So schätzen sie zum Beispiel die Schlafstellen zwischen den Kormoranen (meist sind das Bäume), da sich diese in deren Umgebung in der Nacht sicherer fühlen. Bei Einbruch der Dunkelheit verlassen Dohlen nämlich auch ihre Kolonie, da Gebäudestrukturen nicht felsenfest sicher vor nächtlichen Fressfeinden sind (Marder, Katze etc.), die bei Dunkelheit den Überrumpelungseffekt nutzen, dem Dohlen generell aus dem Weg gehen wollen (siehe oben zu den Engstellen, Gestrüpp etc.). Wenn Dohlen ihre wenigen Fressfeinde sehen können (der Mensch ist leider ihr Hauptfeind), dann sind diese aufgrund ihrer Schnelligkeit und Gewandtheit in der Regel nicht von diesen zu erbeuten. Angriffe von Katzen am Tag auf Dohlen, die nicht nur schnell, sondern auch wehrhaft sind (siehe oben), konnten daher auch nie beobachtet werden. Katzen ignorieren dann meist die Dohlen, da sie sich andernfalls eingestehen müssten, dass diese mit ihnen nach Belieben „Katz und Maus“ spielen könnten i.S. von „an der Nase herumführen“. Selbst der Wanderfalke, wenn er gesichtet wurde und es dennoch bei kleineren Dohlen versucht, bevor er von der heranrückenden Gruppendynamik der Dohlen zur Verteidigung vergrämt wird, und dazu reichen wenige erfahrene Tiere, schlägt dann meist ohne Dohle irgendwo im Nirwana ein. Wanderfalken können für etwa gleichgroße und auch wehrhafte Vögel eine Gefahr darstellen (kleine und mittlere Dohlen, die er auch gerade noch schleppen kann), weil diese durch die hohe Geschwindigkeit beim Aufprall meist sofort getötet werden. Der Wanderfalke nutzt seine Greife als Pfeile. Andere Vögel sind für den Wanderfalken jedoch meist einfacher zu erbeuten. Dohlen lassen diesen gerne durch abrupte Akrobatik bis hin zu eigenen falkenähnlichen Sturzflügen mit eingebauten Loopings, Turns und Fakes „ins Leere laufen“. Dohlen sind nicht so blau, wie auf diesem Bild angedeutet. Dennoch können, wenn die Sonne auf das Gefieder scheint, schillernde Blautöne entdeckt werden.

Dohlen könnten somit, um auch noch einmal auf dieses Bild zurückzukommen, aufgrund ihrer Gruppendynamik und -intelligenz, aber auch durch die Bandbreite ihrer individuellen Fähigkeiten, nahezu alle anderen Vögel von ihren Stammorten (Kolonien, Knotenpunkte, Flugkorridore etc.) verdrängen. Jedoch fällt auf, dass gerade in diesen Gebieten auch insgesamt ein sehr reges Vogelleben stattfindet und viele Arten die Anwesenheit von Dohlen offenbar schätzen. Und dort, wo Dohlen zuhause sind, werden die Bestände der Ratten auf einem natürlichen Maß gehalten, indem die Dohlen als eine Form von „Gesundheitsapostel“ viele der menschlichen Essensreste und der sonstigen von Ratten leicht zu erbeutenden Nahrung wie Aas und verirrte oder vom Verkehr „überrollte“ Insekten bereits tagsüber vertilgt haben. Nicht etwa Fressfeinde oder Maßnahmen des Menschen „richten“ über Rattenpopulationen. Stichwort „Gruppenintelligenz“, die bei Ratten, die sich zudem perfekt verstecken und dabei „verschieben“ können, ebenso enorm stark ausgebildet ist. Sondern das Nahrungsaufgebot, das ihnen zur Verfügung steht. Und dieses müssen sie mit Dohlen teilen.

Die enorme Vielseitigkeit der Dohlen, die durch die häufigen Verweise auf andere Vogel- und Rabenarten angedeutet wurde (Specht, Greife, Eule, Krähe, Sturmvogel, Meise, Kolibri, aber auch Papagei und selbst Bodenbrüter, siehe sogleich), zeigt, dass Dohlen zahlreiche Fähigkeiten aus der Vogelwelt in einem Vogel vereinen.

Und das macht die Dohlen – gerade in ihrer Eigenschaft als stark sozial orientierte Wesen – zu Überlebensexperten bzw. -garanten. Wir Menschen werden uns daher an die Dohlen, die sich zudem oft ähnlich wie Papageienvögel (deren Sozial- und Koloniestrukturen durchaus vergleichbar sind; auch die von vielen Affenarten) sehr menschlich verhalten, gewöhnen müssen. Da wir sie niemals los werden; und diese sich nach den gescheiterten Ausrottungsversuchen, die über Jahrhunderte anhielten, wieder verbreiten werden. Und das ist gut so, und von der Natur bestimmt auch so vorgesehen. Mensch und Dohle sind sich nämlich ähnlicher als Mensch (noch) gemeinläufig denkt, und quasi „Nachbarn“, auch weil beide kuschelige und vertraute Räume zwischen aufgetürmten Steinen sehr schätzen. Dass Dohlen kurzerhand, vielleicht weil ihre Brutstätte verloren ging, ähnlich wie sog. Bodenbrüter sogar in ehemaligen Kaninchenbauten brüten können (und das auf eine Weise, dass es so gut wie niemand bemerkt), zeigt, wie anpassungsfähig und hochflexibel diese Tiere sind, wovon man sich doch bestimmt „eine Scheibe abschneiden“ könnte.

Diese „Beschreibung“ der Dohlen beruht auf eigenen Beobachtungen, viel Zeit „unter“ Dohlen sozusagen. Durch das Wohnen auf Kopfhöhe innerhalb des hochgelegenen Zentrums und der Aussichtsplattform einer extrem großen und lebhaften Dohlenkolonie, die bei den Einheimischen nicht gerade willkommen ist (siehe noch unten). Aber diese Population ist zu stark und dynamisch und ließ sich selbst in der Vergangenheit im Zuge schonungsloser Bejagung und Giftauslegung nicht von ihrem Stammort verdrängen. Auch weil dieser Platz der Knotenpunkt sämtlicher benachbarter (kleinerer) Kolonien ist. Mögen manche von dem sog. „Lärm“ der Dohlen sich gestört fühlen (vom echten Lärm ihrer künstlichen Laubsauger und Rasentrimmer komischerweise nicht), so kann man diese Laute auch durchaus vermissen, wenn man an einem Ort ohne Dohlen ist. Und auch diese schier grenzenlose Lebendigkeit und die vielen aufmerksamen Augen zwischen, auf und über den Dächern, aber auch die vielen schmusenden „Pärchen“, sucht man dann vergeblich.

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Apropos Elstern (siehe oben). Warum werden diese Vögel gemeinläufig als „diebisch“ bezeichnet, und zwar jetzt einmal unabhängig davon, ob diese „Schmuck“ oder andere glitzernde Sachen „stehlen“? Weil Elstern extrem aufmerksame Vögel sind, meist noch wesentlich aufmerksamer als die anderen Vögel. Ähnlich wie Dohlen. Dadurch sind die Elstern meist die ersten vor Ort, wenn es etwas zu „ergattern“ gibt. Die Elstern haben das zuvor beobachtet und warten nur ab, bis es aus ihrer Warte sicher ist. Daher nutzen die Elstern auch alles in der Landschaft, was sich als Aussichtsplattform anbietet. Und all das erweckt einen „diebischen“ Eindruck, der durch deren Scheu und fluchtartigen Verhalten vor dem Menschen noch verstärkt wird.

Wenn man Dohlen (und anderen Vögeln) im Winter eine Futterstelle einrichtet (das kann man zur Unterstützung der heimischen Vogelarten gerne tun, weil die „geordnete Natur“ das Nahrungsangebot für Vögel stark reduziert hat), lässt sich folgendes beobachten. Sie sind zunächst sehr zögerlich und beobachten Futter und Mensch genau. Skeptisch sozusagen. Auf der anderen Seite sieht man ihnen dann die Freude und Erleichterung über eine sichere Futterstelle an. Was überrascht hatte, dass sie durchaus wählerisch beim Futter sind. Dieses auch mal länger liegen lassen (für andere Vögel). Zumindest Saat und Getreide etc. Größere Brocken wie Meisenknödel oder leckere Nüsse oder süße Äpfel wollen sie natürlich abtransportieren, auch in ihre Vorratskammern (s.o.), oder schnell mit dem Schnabel zerhacken und aufessen. Da bleiben meist für die Singvögel und Tauben viele Krümel übrig. Und was eben auffällt, wenn eine größere Anzahl von Vögeln zur Futterstelle kommt, dass es extrem lautfröhlich zugeht. Einzeln oder zu zweit etc. essen die Dohlen nämlich ganz leise, fast schon heimlich. Nicht in der Gruppe. Wohl weil während des Fressens die „Ordnung“ und der „Überblick“ etwas verloren gehen und die vielen Töne ihre „Fressfeinde“ vergrämen sollen. Jedoch ließ sich beobachten, dass überwiegend in der Nähe beheimatete Dohlenfamilien den Futterplatz nutzten und größere Gruppen nur hin und wieder vorbeikamen (siehe zu Teilterritorium der einzelnen Dohlenfamilien noch unten). Angriffe auf andere Vögel oder gar Nestraub konnten nie beobachtet werden. Man sah sie auch nie mit erbeuteten Eidechsen oder Nagern. Wenn diese überfahren werden, dann picken die Dohlen das auf. Daher entstand auch insgesamt der Eindruck, dass Dohlen vor allem Insekten essen (s.o. zur Nahrung), die sie entweder einfach aufpicken oder zuvor aufwühlen.

Generell zu Fütterungen: Diese sollten bei Singvögeln so angelegt werden, dass diese einen gewissen Schutz vor Greife haben (Hecken etc.; siehe zu „Singvogel und Greife“ noch unten). Zudem sollte etwas auf das Futter geachtet werden, d.h. auf die Qualität, und nicht schäbige oder minderwertige Nahrung verwendet werden. Vögel wie Stare, Drosseln, Dohlen, Amseln u.s.w. essen im Winter auch gerne Obst wie Äpfel. Oder übrige Nüsse von der letzten Ernte etc. Spechte, denen man das sog. „Totholz“ klaut, essen gerne – wie Meisen – Sonnenblumenkerne. Auch die Finken. Und nicht nur das Eichhörnchen, sondern auch der Eichelhäher als „Zauberer des Waldes“ wird wohl auftauchen, wenn es etwas zu „erhaschen“ gibt. Dieser mischt sich friedlich unter die anderen Vögel und muss ebenso wenig vergrämt werden wie die sonstigen vorsichtigen und scheuen sog. „Rabenvögel“ (zu diesen papageienähnlichen Vögeln unten noch mehr).
 
Um noch einmal auf das eingangs erwähnte Stichwort „Dohlen vertreiben“ zurückzukommen. Der Mensch neigt dazu, gewisse Tierarten „einzuladen“ bzw. „anzuziehen“, bei Dohlen sind das eben Kaminschächte, bei Schwalben Hausfassaden mit bestimmten Vorsprüngen, bei Krähen große Ackerflächen, bei Kormoranen gestaute Flüsse oder künstliche Fischweiher, um sie hinterher bitterböse zu bestrafen (Tötung oder Vertreibung während der Brut). Und das fängt bei Vögeln an und hört bei vielen anderen Tierarten auf. Das sind für viele vielleicht lapidare Dinge. Aber gerade die Umweltschützer und naturbezogenen Menschen heizen doch so gerne mit Holz. Und dazu stapeln sie ein großes und nahezu perfektes Winterversteck für viele – auch seltene – Tierarten im ansonsten meist nahezu „leergeräumten“ Garten auf. Und ausgerechnet mitten im Winter, wenn diese Tiere dort Schutz suchen, auch Tiere der sog. „Roten Liste“ wie aussterbende Amphibien-, Reptilien- oder Tag- und Nachtfalterarten (das sind u.a. auch die bunten Schmetterlinge, die gerade in unseren Breiten verschwinden), aber auch Siebenschläfer, die letzten Hamster ihrer Art, Wildbienen, Hummeln, Hornissen. Libellen oder sogar Fledermäuse etc., wird der Stapel, also das Versteck, abgeräumt, womit die Tiere entweder zerquetscht oder verbrannt werden oder ihren Winterschutz verlieren und gefressen werden oder erfrieren.

Es sind zum Teil ganz lapidare Dinge, warum so viele Tierarten gerade aussterben, auch die Ordnung im eigenen Garten gehört dazu, oder in Großstädte oder Gewerbegebiete flüchten, wo es nicht ganz so ordentlich zugeht bzw., wo es noch „Nischen“ gibt, die nicht so stark vom Menschen genutzt werden (vor allem Vögel nutzen das). Die Nachtigall ertönt heute in Berlin und kaum mehr auf dem aufgeräumten und begradigten Land. Die Flurbereinigung, die bis heute anhält, „greift“ inzwischen bei den Arten – und die Naturschutzverbände bauen hierzu seit jeher nur „Luftschlösser“ (s.u.). Landwirtschaft, Forst und Wasserwirtschaft (Flüsse, Häfen etc.), so wie diese inzwischen vom Menschen betrieben werden, gleich ob mit „Siegel“ oder nicht (die Gier dahinter ist entscheidend), und die Jagd generell, spiegelbildlich hierzu die Fischerei, sind das Hauptproblem der Tierwelt. Auch die „Natur- und Tierfeindlichkeit“ der Kommunen, die zudem alles, was natürlich ist, „hochsteril“ haben wollen. Gerade auf dem Land und in den Kleinstädten ist das so. Daher kommen auch Gärten von Privaten inzwischen eine hohe Bedeutung für den Erhalt von Arten zu. Vor allem Vögel begnügen sich, um überleben zu können, oft mit „Nischen“ (also kleinen Lebensräumen), und diese sollten wir ihnen lassen. Auch am Haus und im Garten. Daher wurde oben die Winter-Fütterung angesprochen. Denn die Singvogelpopulationen nehmen gerade rasant ab, insbesondere die etwas selteneren Arten. Durch eigene Erfahrungen konnte beobachtet werden, dass durch stetige Winter-Fütterungen sich regional stark reduzierte Vogelarten wie Sperlinge, Gimpel oder Goldammern wieder erholen und über die Jahre ausreichende lokale (Nischen)Bestände aufbauen konnten (auch wenn man ihnen Lebensraum wie Hecken etc. dazu lässt). Und ausreichend viele Nischenpopulationen können „Arten“ erhalten, indem sich diese – bei besseren Bedingungen – wieder ausbreiten können.

Und sagt man nicht, um auf das Eingangsbild zurückzukommen, dass Vögel, und vor allem diejenigen, die schön fliegen oder singen, Menschen heiter machen können?

Da sage noch einer, Tiere seien lediglich Muskeln und Sehnenstränge. Gerade die Gruppendynamik von Tieren, wie bei Delphinen oder Dohlen, oder wie es in diesem Video sehr spektakulär bei Staren zu sehen ist, offenbart, dass da selbst bei scheinbar kleinen Tieren, also Tieren mit kleinen Gehirnen bzw. Nervenzentren, deutlich mehr dahinterstecken muss und der Mensch noch sehr viel nicht über Tiere weiß. Das betrifft vor allem deren Empfindungen und Wahrnehmung sowie – gerade in Fällen der Gruppendynamik – die oft unausgesprochene, quasi telepathische Kommunikation (siehe noch näher unten anhand eines Beispiels). Und diese kann nicht allein dadurch erklärt werden, dass gewisse Tierarten in der Gruppe bzw diejenigen, die stark sozialorientiert sind (und das fängt bei den Ameisen und Kellerasseln schon an), die Umgebung oder ihre Artgenossen quasi als gleiches bzw. bekanntes „Muster“ wahrnehmen und daher entsprechend reagieren und agieren können. Dafür sind zum einen die Abläufe in der Natur viel zu dynamisch und veränderlich. Teilweise sind diese Abläufe auch rasant schnell. Außerdem gibt es zu viele Individualitäten im Verhalten der einzelnen Teilnehmer dieser Gruppen, was vor allem auch die Teilung und Bewältigung der Aufgaben betrifft, die sich jedoch – wie ein Wunder – zu einem „Ganzen“ zusammenfügen. Da muss mehr dahinterstecken. Und da steckt auch mehr dahinter. Und es ist ein „Wunder“!

Damit soll nicht ausgesprochen werden, dass derartige Tiere sich immer „perfekt“ verhalten. Auch diese Tiere begehen sog. „Fehler“, ähnlich wie wir Menschen. Eine Dohle zum Beispiel, die sich vom Habicht „überrumpeln“ ließ, hatte aus Dohlensicht einen „Fehler“ begangen. Sie war entweder zu unaufmerksam oder hatte sich einem unbekannten Gestrüpp oder Baum zu sehr angenähert, weil dort irgendein „Braten“ wie etwa Essensreste vom Fuchs oder die „Neugier“ gelockt hatten. In einer natürlichen Umgebung verspeist der Fuchs – wiederum aus „Sicherheits- bzw. Vorsorgegründen“ – seine Nahrung zurückgezogen genau dort, wo der Habicht – ebenso aus „Vorsorgegründen“ – sein stilles und geschütztes zuhause hat. Tiere sind oft viel „menschlicher“, als wir das noch gemeinläufig meinen (also nicht nur Haustiere). Und das betrifft vor allem auch deren „Ängstlichkeiten“ und „Vorsorgemaßnahmen“, weil sie – wie wir Menschen auch – über bzw. durch die Zeit kommen wollen.

Und das obige Video mit den Staren beweist, da dies ein Abwehrverhalten gegenüber Greifvögeln darstellt (siehe oben), dass deren Maßnahmen nicht etwa darauf abzielen, dass es in der Gruppe nur den Nachbarn, also nicht einen selbst „erwischt“. Die visuellen Täuschungen, die durch die Vielzahl der Stare erst zustande kommen, zielen ganz klar darauf ab, dass der Greifvogel den einen Star, den er mit seinem scharfen Blick anvisiert hat, aus dem Auge verliert. Diese Strategie soll somit dafür sorgen, dass es keinen der Stare trifft. Das wird oft „untersehen“ bei Schwarmtieren. Diese geben ihr Leben nicht etwa freiwillig hin. Der Schwarm versucht mit seinen Strategien, sämtliche Schwarmteilnehmer zu erhalten (spiegelbildlich hierzu ist es innerste „Pflicht“ des einzelnen Schwarmtieres, den Schwarm zu erhalten). Dabei können jedoch Verluste, die in der Tierwelt vorkommen und auch vorkommen müssen, da andere Tiere diese „Beute“ zum eigenen Überleben benötigen, in der Regel nicht zur Gefährdung des gesamten Schwarms beitragen. Zudem finden gerade Vögel in Schwärmen bei Verlust schneller neue Brutpartner. Das Brüten ist für Vögel ein aufwändiges Geschäft. Nur der Kuckuck macht es sich für seine Zierparaden in der sommerlich warmen Luft recht leicht. Je schneller der Brutpartner feststeht, desto mehr Aufmerksamkeit kann den Brutvorbereitungen und -vorgang gewidmet werden, was die Anzahl oder Chancen der Nestlinge erhöht.

Daher versammeln sich diese Vögel und andere Tiere auch zu riesigen Schwärmen. Die Stare tun dies in dieser Form nur außerhalb der Brutzeit, wenn auch die Landschaft jahreszeitenbedingt eher spärlich und ohne ausreichenden Schutz vor den Greifen ist. Stare als sog. „Teilzieher“ versammeln sich nicht nur, weil sie zur Überwinterung in mildere Regionen abfliegen. Sie tun dies ebenso, wenn sie bleiben, aber auch dort, wo sie „überwintern“. Das ist ihre Strategie (sie sind ja auch – ähnlich wie die Dohlen – sehr gesellschaftslustig), wobei sich einzelne Gruppen (Teilpopulationen) auch gerne in die Gärten zwischen die anderen Vögel mischen. An häuslichen Futterstellen wird man hier und da auch ein paar Stare sehen können, die dort immer wieder auftauchen, und sich keinem Schwarm angeschlossen haben. Darüber entscheiden die örtlichen Lebensbedingungen. Und da wären wir wieder bei der unausgesprochenen „Gruppenintelligenz“. Denn dort, wo zum Beispiel Stare Nischen finden können, werden sie versuchen, diese zu nutzen. Da dies die eigene Population stärkt bzw. absichert. Denn geht der „Schwarm“ verloren (also worst case), werden Nischenpopulationen das wieder reparieren können (auch wenn dies Zeit benötigt), sofern die Umweltbedingungen es zulassen. Die vom Schwarm scheinbar abgetrennten Tiere (Einzelpopulationen etc., was sich ja auch vermischt), sind daher genaugenommen Teilnehmer des Schwarmes.

Aus dem Sozialverhalten der verschiedenen Tierarten ließe sich bestimmt ein hochmodernes Konzept des menschlichen Zusammenlebens ableiten (das heutige Konzept ist schlichtweg untauglich). Auch weil beide, also Mensch und Tier, die selbe Umgebung nutzen. Aber das ließen natürlich unsere „Oberen“ nicht zu, weil dann das Potential der Menschen diese hinwegfegen würde, ähnlich wie eine Dohlenkolonie das in friedlicher Weise mit Greifen „erledigt“ (siehe oben). Allerdings könnten Zeiten eintreten, wann auch immer, bei denen die Menschen wieder gezwungen werden, ein erhöhtes Sozialverhalten an den Tag zu legen. Und der Mensch hat von Grund auf Talent dazu. Nur durch verquerte und naturfremde Machtverhältnisse wird dieses (Sozial)Talent, an das auch die Fähigkeiten des Menschen geknüpft sind, unterdrückt bzw. sogar bis hin zu Kriegen missbraucht.

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Man kann nicht mit allen Tierarten so ausgiebige Erfahrungen sammeln. Und so hoffe ich, dass das mit den Dohlen, auch wenn es ein bisschen lang geworden ist (und es geht jetzt nachträglich sogar noch weiter), vielleicht den einen oder anderen interessiert. Und die Formel „Everything I do has meaning to me“, mit der selbst jeden Tag geübt wird, hat hier und da schon kleine „Wunder“ vollbringen können.

Von diesem oben beschriebenen bretonischen Ort der Beobachtungen (Zentrum einer Dohlenkolonie) werden übrigens nicht nur Dohlen vergrämt. Auch Menschen! Zum Beispiel Investoren, die „Gutes“ wollten, oder „Exoten“, die sich von der landschaftlichen oder ortshistorischen Kulisse angezogen fühlten, dort jedoch nicht in das selbstgefällige und leblose „Logen-Gefüge“ passten (inszeniertes „Leben“ gibt es dort nur für Touristen). Aber auch der Autor. Auf Befehl aus Deutschland von den französischen „Logen-Knechten“ (die deutchen Logen sind mächtig, nicht die NSA). Die „Oberen“ grüßten dabei freundlich und machten sich natürlich nicht die Hände vordergründig schmutzig. Wie Freimaurer eben sind. Man hat sich dann zu tiefen Füßen einer benachbarten Dohlenkolonie niedergelassen. Auch von dort versucht man den Autor, der sich zuvor in Deutschland weigerte, einer Loge beizutreten, zu vergrämen. Doch konnte man dort gemeinsam mit den einen numehr meist hoch überfliegenden Dohlen (also keine „Kopfhöhe“ mehr) diesen „Rache-Maßnahmen“ grün angehauchter deutscher „Logen-Menschen“ bisher trotzen. Dieser bretonische Ort lässt sogar die Bäume fällen oder auf ein unerträgliches Maß ständig stutzen, damit Dohlen darauf keinen Platz finden können (andere Vögel dann auch nicht). Ein wundervoll gelegener Ort, in der Landschaft erhöht (daher auch Dohlenstützpunkt) und über einem schönen Fluss, der sich durch die Gezeiten füllt und leert (auch das mögen die Dohlen). Ein Ort, der ganz gezielt „verarmt“ wird, damit dort auch keine menschliche „Konkurrenz“ hochwachsen kann. Diese nachträglichen deutlichen Zeilen hier auch deshalb, weil dort wieder ganz aktuell Gift für Dohlen auslag und entschärft wurde. Die Dohlen lassen sich jedoch dadurch ersichtlich nicht ihre Stimmung vermiesen (das ist vorbildlich). Stattdessen leben sie dort sehr lebhaft und herumtollend direkt über den Köpfen ihrer „Todfeinde“.

Dohlen als „Meister“ ihrer Feinde

Und auch das zeichnet Dohlen wie keinen anderen Vogel aus. Sie können aufgrund ihrer individuellen Fähigkeiten und ihrer Gruppenintelligenz direkt bei ihren „Todfeinden“ sichtbar leben. Dabei sind sie auf der einen Seite greifbar nahe und dennoch ganz weit weg. Vielleicht ähnlich wie sog. „Engel“ in den Lüften, rein metaphorisch bzw. „vermenschlicht“ gesehen. Und davon können wohl auch die meisten Greifvögel, die Dohlen erbeuten wollen, „ein Lied singen“ (siehe oben und sogleich).

Wanderfalke und Habicht unterhalten sich. Fragt der Wanderfalke den Habicht: „Hast du denn in letzter Zeit eine Dohle ergreifen können? Ich nicht wegen deren ständigen selbstverliebten akrobatischen Mätzchen und nahezu paranoiden Neigung zu lärmenden Querelen, sofern sie mich nur aus weiter Entfernung schon sehen.“ Daraufhin antwortete der Habicht: „Ich auch nicht. Aber eine war bei den Essensresten vom Fuchs greifbar nahe an meinen Horst gerückt. Aber in dem Moment, als ich zugreifen wollte, war sie schneller als mein Auge davon.“ Ein Uhu mischt sich in die Unterhaltung ein: „Habe ich nun richtig vernehmen können, ihr scharfen Tagaugen habt auch keine Dohlen erhaschen können? Als ich es heimlich in der Nacht probierte, spürte ich urplötzlich den heftigen Stoß eines Kormoranschnabels in meinem entblößten Rücken. In meinem Hunger und der Eile vergaß ich, dass sich diese Angsthasen in der Nacht doch so liebend gerne millimetergetreu zwischen die Reihen der Kormoranvögel mischen. Und mit deren großen Gemeinschaft, auch wegen der vielen ellenlangen Lanzen, lege ich mich, ich habe Frau und Kind, nicht an.“

Anhand dieser Konversation zwischen Falke, Habicht und Uhu können Sie übrigens „prüfen“, ob Sie den bisherigen Text aufmerksam genug – ähnlich wie eine Dohle – gelesen haben. Ja, dies alles ist nun ein „Loblied“ auf die Dohlen geworden (und es geht noch weiter, auch mit vielen anderen Tieren). Und diese haben es „verdient“, angesichts des Hasses, den wir Menschen ihnen aus Eigentumsgedanken – aber auch „Neid“, ähnlich wie das bei Fischern gegenüber den ebenso gruppendynamischen Delphinen der Fall ist – entgegenbringen, und weil sie absolut einzigartig und auch uns Menschen gegenüber äußerst „verzückend“ sein können.
 

Der „mysteriös“ ausrückende Dohlenschwarm

Bevor noch gemeinsam mit den Dohlen sogar in die „große Kinowelt“ hinabgeflattert wird, eine wahre Dohlen-Geschichte von gestern. Denn diese dürfte vieles von dem exemplarisch aufzeigen, was oben bereits aus eigenen Beobachtungen heraus beschrieben wurde. Man suchte hohe Bäume auf, auf denen sich eine bisher unbekannte Dohlenkolonie versammelte (das war vielleicht nicht gut, aber die Dohlen gehen spielerisch mit so etwas um). Denn die Dohlen erkannten zwar auf dem ersten Blick, dass man keine Schusswaffe oder sonstiges Gerät oder ein grimmiges Gesicht bei bzw. mit sich trug. Ebenso nahmen sie jedoch sofort zur Kenntnis, dass man es auf sie „abgesehen“ hatte. Das ließ sie kurz verbal „stocken“, aber (noch) nicht auffliegen. Die meisten Menschen zeigen den Dohlen gegenüber kein positives Interesse oder stellen diesen an jenen Orten, an denen sich der Schwarm einfindet, nach. Man merkte daher den Dohlen förmlich an, dass in den höchsten Etagen des höchsten Baumes „beratschlagt“ wurde, wie als Schwarm mit dieser Situation umzugehen ist (siehe noch unten). Also mit einem Menschen, den man noch nicht kennt bzw. noch nie gesehen hat und der dem Schwarm Aufmerksamkeit schenkt, dabei jedoch nicht den Eindruck erweckt, dass er ihnen nachstellen möchte. Denn auch das Ausschwärmen, gerade wenn es fluchtbedingt ist, ist mit Gefahren verbunden (Greifvögel, Jäger etc.). Daher gab es in diesem Fall auch Raum für eine „Abwägung“, die sichtbar erfolgte. Und die Dohlen, bzw. der größte Teil davon, entschieden sich, und hier kommt die oben angesprochene erhöhte „Vorsorge“ der Dohlen ins Spiel, als Schwarm auszurücken (weil sie keine guten Erfahrungen mit Bretonen haben). Das gleicht dann einer riesigen wildtönenden „Wolke“, die sich in kürzester Zeit obgleich der weiten Landschaft dem menschlichen Blickfeld entzieht.

Daraufhin wurde entschieden, diesen Ort zu verlassen, und das alles wieder aus einer gewissen Entfernung zu betrachten, um die Dohlen nicht zu stören bzw. diese unnötig in die Gewehrkugeln der in der „Jagdsaison“ überall präsenten Jäger zu treiben. Und kaum kehrte man diesem Ort sichtbar den Rücken zu, raste diese gerade noch in der Weite aus den Augen verlorene „Wolke“ wieder auf die Bäume zu und nahm Platz, und heftigste Begrüßung der kurz „Hinterbliebenen“, als hätte man sich über Jahre sehnsuchtsvoll nicht mehr gesehen. Eine vom Schwarm ausgegliederte Gruppe von Dohlen war dabei als „Vorhut“ (siehe zum „Militär“ noch unten) so schnell, dass diese Vögel wie „Sturzflug-Falken“ wirkten. Hierzu spiegelbildlich gibt es dann einzelne Gruppen von „Nachzüglern“ für den Fall, wenn der zurückkehrende Hauptschwarm bei worst case in die Falle geraten sollte. Diese wären dann gewarnt und könnten dadurch rechtzeitig reagieren, womit ein Teil des Schwarms in Sicherheit wäre. Gerade bei der systematischen Verfolgung durch Menschen (siehe noch unten) könnte ein Schwarm gefährdet sein. Daher diese Vorsorge der Dohlen in solchen Situationen und die zahlreichen Überlebensstrategien (Ausgliederung von Teilpopulationen, scheinbare Auflösung des Schwarms und Zerstreuung bzw. Verteilung, dazu dann nahezu unbemerktes Brüten etc; siehe oben und noch unten).

Aufgrund der starken Nachstellungen durch den Menschen wenden die Dohlen die Strategie des Verteilens und unauffälligen Brütens in der gesamten Bretagne bereits aus Vorbeugegründen automatisch an. Auch weil die Landschaft sich dazu anbietet, und es an Bergen, Schluchten und hohen Autobahnbrücken fehlt, wo auch der Schwarm einigermaßen in Sicherheit wäre. Die dortige Verfolgung hat somit, wie das bei der Jagd generell bei vielen Tierarten der Fall ist, genau das Gegenteil vom erwünschten Effekt gebracht. Bei den Wildschweinen ist dies genauso. Diese würden mit ihrem treuen und gut sortierten Rottenverhalten weit weniger in den Fokus rücken, wenn sie nicht so flächendeckend und äußerst tierschutzwidrig massakriert und deren Sozialstrukturen dadurch zerstört würden. Dass die Jagd noch nicht verboten wurde, dürfte aufzeigen, wie wenig Verständnis von realen Naturabläufen vorhanden ist. Und das betrifft auch Hase, Fuchs und Reh.

Dass die Bretagne ein Hauptverbreitungsgebiet der Dohlen ist, liegt auf der Hand. Sie schätzen dort den Wind, und suchen ihre Nahrung gerne in der übersichtlichen Heide an der Küste oder am Rand von Ackerflächen. Die Küste sorgt für Nahrung (auch die Zuflüsse) und stellt zudem eine Barriere dar, d.h. einen Schutz vor Fressfeinden. Direkt dort in den Felsen brüten sie aber in der Regel nicht, weil das nicht sicher genug und auch zu auffällig wäre (dort gibt es jedoch kleinere Bestände von Alpendohlen, die zierlicher und in wesentlich kleineren „Einheiten“ organisiert sind, und sich deshalb dort besser verstecken können, womit man auch sieht, wie sich Tiere den Lebensraum „brav“ aufteilen; siehe zum „generellen Missverständnis“ der Tiere noch unten). Die Siedlungsbauweise der Bretonen, insbesondere die Strukturierung der historischen Ortskerne der vielen kleinen Ortschaften dürfte die Grundlage des „Wohlfühlens“ der Dohle in der Bretagne verwirklichen. Dohlen lieben eben nun einmal alte Gemäuer und Häuser mit engen Abständen und verkrümmten Winkeln dazwischen, wo man sich auch einmal vor dem Wind „verstecken“ kann, und vor allem hohe und geschnörkelte Kirchtürme, von denen es in der Bretagne nahezu in jedem Ort einen gibt. Und diese zahllosen Ortschaften sind ihr zuhause und dort fühlen sie sich auch behütet, was außerhalb nicht unbedingt der Fall ist. Und so sollte der Mensch, weil er doch auch angeblich „global“ denkt, regionale Hauptverbreitungsgebiete von Tieren aufgrund besonders guter Lebensbedingungen akzeptieren und einen Weg finden, mit diesen Tieren friedlich auszukommen. Überfälle von Dohlen auf Menschen sind dem Autor bisher noch nicht bekannt, und müssten sich dann auf ein „schlechtes Wunder“ inkl. Provokationen beziehen.

Ein paar der am Ort verbliebenen Dohlen kamen zwischendurch vorsichtig recht nahe und waren nicht so ängstlich wie das Kollektiv, das Vorrang hat und vorsorglich in Sicherheit gebracht wurde. Und selbst diese verbliebenen und nahekommenden Dohlen haben für dieses Kollektiv gewirkt, weil sie den bisher unbekannten „Eindringling“, der als Mensch ein potentieller „Todfeind“ sein könnte, in der Abwesenheitszeit des Schwarms ausgiebig „gemustert“ hatten, um die Situation noch besser für den Schwarm einschätzen zu können. Dabei ließ sich beobachten, dass wiederum ein anderer Teil der verbliebenen Dohlen nicht von dieser „Musterung“ berührt war, wohl weil er nicht dafür „zuständig“ gewesen ist. Bei diesen Tieren ließ sich jedoch erkennen, dass sie Ausschau hielten, ob noch weitere Menschen vorhanden sind, also ob der „Eindringling“, der dem Schwarm Aufmerksamkeit schenkt, auch wirklich allein ist.

Oben wurde erwähnt, dass man den Dohlen förmlich anmerken konnte, dass in den höchsten Etagen des höchsten Baumes beratschlagt wurde, wie als Schwarm mit dieser Situation umzugehen ist. Dies konnte man sehen, indem einzelne Tiere aus dem großen Schwarm dort zusammengerückt sind, während die meisten in diesem Moment körperlich stillhielten (zu diesen „erfahrenen Dohlen“ unten noch mehr). Sie waren von dieser Stelle auch nicht weit entfernt. Also das ging ziemlich flink. Wer da jetzt das “ letzte Wort“ hat bzw. wie sich so ein Entscheidungsfindungsprozess unter Dohlen gestaltet, entzieht sich wohl den menschlichen Beobachtungen. Was noch auffiel, war, dass der ausrückende Schwarm nach dieser kurzen und sichtbaren „Bedenkzeit“, in der die Dohlen dann praktisch vorsorglich schon in den Startlöchern sitzen (dieses körperliche Stillhalten ist höchste Aufmerksamkeit), wie auf Knopfdruck geschlossen reagierte. Die Vögel waren immerhin über mehrere große Bäume verteilt. Und durch das kollektive „Geschnatter“ (bei gleichzeitigem Stillsitzen in den Startlöchern) bedingt durch die große Anzahl von Vögeln bei einem vollständigen Schwarm kann ein einzelner „Befehl“ an alle Vögel durch einen einzigen Warnruf wohl kaum vollständig an alle durchdringen. Die Vögel flogen zudem exakt – ohne Abweichler – in dieselbe Richtung . Das wäre auch die „sicherste“ gewesen, wenn der „Eindringling“, also man selbst, böse Absichten gehabt hätte. Und daran kann man sehen, dass der Mensch die Kommunikation bzw. deren Wege bei diesen dynamischen Gruppentieren sich noch nicht ausreichend „verinnerlicht“ hat (siehe oben, und zum sog. „militärischen Nutzen“ noch unten).

Dohlen können sich Gesichter, Statur und Auftreten der ihnen häufig begegnenden Menschen, wie das Haustiere ja auch können, „merken“ und mit der Zeit erkennen, ob von diesen „Lebensgefahr“ ausgeht. Sie können auch Menschen einzelnen Häusern zuordnen, und umgekehrt, vergewissern sich dabei jedoch noch einmal in jedem Fall, also wenn das Fenster plötzlich aufgeht und der Kopf eines Menschen hinausschaut. Die Dohlen wollen aus Vorsorgegründen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Und bei aller Tierliebe entscheiden sie dabei selbst, wie nahe sie jeweils kommen wollen.

Die Papageien-Dohle

Zu Dohlen muss man als Mensch meist sehr langsam und bedächtig Vertrauen aufbauen, ähnlich wie das unter uns bei gefestigten zwischenmenschlichen Beziehungen auch der Fall ist. Und wenn sich die „Grundeinstellung“ der Menschen gegenüber den Dohlen verändern würde (also raus aus der Rolle des „Feindes Nr. 1“), dann würden sich die Dohlen gegenüber den Menschen wohl von einer Seite präsentieren können, die für die meisten Menschen jetzt noch unvorstellbar ist (Stichwörter „Papagei“ und „Geselligkeit“). Man könnte Dohlen auch durchaus als „Papageienvögel“ einstufen. Dann wären die Menschen ihnen wohl von Grund auf freundlicher zugeneigt. Daran sieht man übrigens, wie schädlich die Wissenschaft für Tiere ist, indem sie diese kategorisch nach ihrem Gutdünken strikt in Arten und Unterarten einteilt, trennt und klassifiziert (Nazifizismus). Und da wirken vor allem auch die (zahnlosen) Naturschutzverbände mit, die ja zum „Gesamtkonzept“ der grenzenlosen Naturausbeutung dazugehören. Denn diese können das Wort „Dohle“ zumeist nicht schreiben oder aussprechen, ohne dabei gleichzeitig das Wort „Rabenvogel“ zu benutzen (das machen sie absichtlich, weil sie mit der „Landlobby“ unter einer Decke stecken). Je länger man mit Dohlen ein gutes Verhältnis hat, desto mehr sieht man sie als Papageienvögel, die sogar mit einem sprechen möchten, wie Papageien das tun. Und generell sind sich sog. „Rabenvögel“ und sog. „Papageien“ recht ähnlich. Man kann Elstern, Krähen und Raben aufziehen wie „Kinder“ und sie dann freilassen und dennoch eine lebenslange Beziehung zu ihnen pflegen, wie manche Menschen dies sogar tun. Sog. „Rabenvögel“ sind ausgesprochen treue Tiere und haben ein hohes Interesse an gefestigten und vertrauensvollen „Beziehungen“. Überwiegend daraus resultiert auch die „Menschenähnlichkeit“ dieser Vögel in vielen Verhaltensweisen.

Das strikte Abstellen auf sog. „Arten“ hat innerhalb des sog. „Naturschutzes“ zu nahezu widersinnigen Ergebnissen geführt. Auf der einen Seite wurden Schwarmtiere davon ausgenommen bzw. als häufig bewertet, nur weil sie sich treffen, und andere sog. „Tierarten“ sich eben aufteilen. Zudem gibt es „Extrembeispiele“ bis hin, bei dem auf Veranlassung eines Naturschutzverbandes ein ganzer Auwald entweder gefällt oder höchst kostspielig durch eine spezialisierte Firma gestutzt wurde. Dies deshalb, damit die Bäume nicht zu viel Wasser ziehen. Denn in den wenigen Pfützen sollte irgendwo noch ein Flusskrebs hausen, der jedoch irgendwann einmal von einem „verrückten Professor“ dort eingeschleppt worden war. Und in diesem Auwald brüteten unzählige seltene Vögel. Dies war ein Refugium. Und der Landkreis hatte sich ebenso mit Geldern für dessen Zerstörung und Ordnung eingesetzt. Und diese „Zerstörung und Ordnung der Natur“, die auch oft dem „reinen“ Profitgedanken geschuldet ist, nennt man dann in der Fachsprache „Waldverjüngung“, „Wiederaufforstung“ oder „Ausgleichsmaßnahmen“ i.S.d. sog. „Naturschutzgesetzes“.

Exkurs: Der „Arten-Poker“

Auch Charles Darwin hat der „Tierwelt“ keinen großen Gefallen getan und „dem Menschen“ und dessen „Lebensbedingungen“ dadurch eher grundlegend geschadet. Er hat viel zu sehr auf die einzelnen, wissenschaftlich voneinander getrennten sog. „Arten“ abgestellt. Dadurch fehlen im Einzelfall Bezugnahmen auf andere damit zusammenhängende sog. „Arten“, und insgesamt hat er sich zu sehr an der sog. „Hierarchie der Nahrungskette“ orientiert. Diese gibt es jedoch nur in den Köpfen der Menschen, und vor allem auch zu der Zeit, in der Charles Darwin lebte. Aber diese sog. „Hierarchie der Nahrungskette“ gilt bis heute, weil sich der Mensch in dieser – der Tierwelt gänzlich unbekannten – „Liste“ rücksichtslos ganz oben sieht. Und diese „Rücksichtslosigkeit“ bedurfte damals einer wissenschaftlichen Rechtfertigung. Darwin hat zudem zu wenig den symbiotischen Vorgängen Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl der gesamte Naturkreislauf eine einzige große Symbiose darstellt, ähnlich wie ein großer Dohlenschwarm. Und diese „Gesamtsymbiose“ zerteilt sich, ähnlich wie ein Dohlenschwarm, in unzählige Vorgänge, die eben für den Menschen häufig nur schwer nachvollziehbar sind. Jedenfalls konnte Darwin dadurch nicht erkennen, dass vordergründig entgegenlaufende oder getrennte Prozesse dann doch wieder an einer anderen Stelle nahtlos zusammenführen. Ferner hat er sich bei Tieren zu sehr an deren Nahrungsaktivitäten orientiert, was in der Wissenschaft bis heute anhält. Gleichwohl diese bei Tieren – mangels Supermarkt – eine deutliche Rolle spielen, wäre dies jedoch nahezu gleichbedeutend, wie wenn man einen Menschen nur nach seinen Essgewohnheiten und -verhalten definieren würde. Dabei dürfte er die „Regulierungsfunktionen“ durch sog. Prädatoren hoch über- und andere Faktoren wie Umweltbedingungen und Nahrungsangebot deutlich unterbewertet haben.

Dies zeigt vor allem die heutige Zeit. Prädatoren sind – und das für die Wissenschaft jetzt auch sichtbar – gänzlich hinter die Umweltbedingungen und das Nahrungsangebot als Regulativ getreten. Das Problem der Feldhasen (das auf dem Bild sind Kaninchen), vor denen wir Menschen uns getrost „schämen“ dürfen, ist nicht der Fuchs, sondern die Umweltbedingungen (und künstliche Prädatoren wie Jäger), wie heute bei fast allen anderen bedrohten „Arten“ auch (nur auf abgetrennten Inseln können eingeschleppte Prädatoren großen Schaden unter anderen „Arten“ anrichten). Und die Zukunft wird beweisen, ob der Feldhase mangels Lebensgrundlage oder wegen „fehlenden Eigenschaften“ langsam zum Zauberer und damit zum Känguru wird, oder gar zu einer Eidechse oder einem Vogel. Vielleicht wird aus ihm ein Murmeltier, damit er sich besser vor den Jägern verstecken kann. Für eine Verwandlung der sog. „Art“ lässt die gerade angesprochene „Gesamtsymbiose“ kaum Raum. Entweder ein Tier ist optimal angepasst und die Lebensbedingungen stimmen, oder es stirbt aus. Dagegen kann man Gebiete beobachten, in denen Feldhasen bereits etwas kleiner geworden sind, weil sie nicht mehr in der offenen Landschaft („Pestizid- und Traktorwalzen-Wüste“) leben, sondern fast nur noch in der letzten Hecke, die man ihnen aus Lärmschutzgedanken zugunsten der menschlichen Anwohnerschaft ließ. Das soll heißen, wenn Molche in eine stockfinstere Höhle fallen, könnten sie über die Generationen erblinden, da sie die Augen dort nicht mehr benötigen und in dieser Zeit stattdessen andere Sinne schärfer ausbilden. Wenn es Exemplaren dieser etwas leicht modifizierten „Art“ gelingen sollte, die Höhle zu verlassen oder einen Bereich zu erreichen, in den bereits das Licht hineinfällt, würde sich dieser beschränkte Abänderungsprozess wieder durch Fortpflanzungen umkehren (sog. Mikroevolution). Was jedoch nicht geschehen wird, ist, dass sich der Molch in einen Frosch verwandelt oder gar in eine Fledermaus. Dies bedeutet, wenn die Feldhasen die kleine Hecke wieder verlassen und die große Weite nutzen können, dann würden sie über die Generationen wieder etwas größer werden. Und viel mehr Raum ist da nicht. Jedenfalls war Kritik an der sog. „Evolutionstheorie“, so wie sie gelehrt wird, zwangsläufig die Folge. Allein durch eigene Beobachtungen der Tierwelt dürfte diese „Theorie“ (es ist eine Annahme und nicht mehr) nicht aufrechtzuerhalten sein. Insbesondere sind Tiere zu speziell ausgebildet und auf ihren Lebensraum „abgestimmt“ (da diese andernfalls keine Überlebenschancen hätten), um sich „verwandeln“ zu können.

Die hier abgebildete Raupe des Windenschwärmers, die sehr groß werden kann, benutzt als „Schreckschutz“ vor ihren Fressfeinden exakt die gepanzerte Musterung derjenigen Schlange, die in ihrem Lebensraum vorkommt. Würde dort die Kreuzotter aussterben, dann würde dieser „Schreckschutz“ langsam entfallen, weil die Fressfeinde keine „Furcht“ mehr vor dieser Musterung und Farbe hätten. Damit wäre wohl das Schicksal dieser Raupe in dieser Region besiegelt und sie würde dort ebenfalls aussterben (und sich nicht verwandeln), sofern andere „Abwehrstrategien“ wie Bewegungsverhalten etc. nicht ausreichen würden. Jedoch könnte sich diese Raupe dann noch in Gebieten halten, in denen die Kreuzotter mit dieser Musterung heimisch wäre. Und dieser „Natur-Mechanismus“ ist gar so präzise und dadurch auch flexibel ausgestaltet, dass diese Raupe in den jeweiligen Regionen, in denen sie vorkommt, exakt die Musterung und Färbung derjenigen Kreuzottervariante besitzt, die dort ebenfalls beheimatet ist (denn Kreuzottern können unterschiedliche Farbgestaltungen haben, was meist regionalbedingt der Einbettung in die Landschaft geschuldet ist, wie z.B. in der Bretagne, in der exakt die oben abgebildete Kreuzotter heimisch ist samt der ebenso abgelichteten Raupe). Die hier abgebildete Raupe des Windenschwärmers trägt nämlich exakt die Farbprägung einer anderen, etwas schwarz-gelblicheren Variante der Kreuzotter. Daran sieht man übrigens auch beispielhaft, wie eng diese Raupe, zumindest in diesen Farbgestaltungen, an die verschiedenen Farbvarianten der Kreuzotter und an diese selbst gebunden ist. Aber es geht noch weiter. Denn das empfindliche Kopfende jener Raupe gleicht zudem – im Gegensatz zu der anderen Raupe der sog. eigenen „Art“ – einem Kartoffelkäfer, der mit seiner Farbgebung und Musterung ebenso signalisieren möchte, dass er für alle potentiellen Fressfeinde giftig und absolut ungenießbar wäre. D.h., diese Variante könnte das Aussterben entweder der Kreuzotter oder des Kartoffelkäfers vielleicht überleben. Und das ist natürlich kein Einzelfall, sondern ein gängiger Mechanismus der Naturkreisläufe. Würden sich darin einzelne sog. Arten verwandeln, also „ausbrechen“, hätte dies einen „Domino-Effekt“ für die Naturkreisläufe zur Folge und alles könnte womöglich zusammenbrechen (und genau das soll ja in der Natur nicht geschehen); vielleicht ist dies ja wirklich mit einer einzelnen „Art“ passiert, aber doch nicht bei den Tieren, denn diese sind mit ihren speziellen Eigenschaften quasi „gebunden“ (siehe oben Feldhase und Molch). Völlig unbeantwortet ist auch die Frage, warum so viele Tierarten ausgestorben und andere sich hingegen – wie eigenmächtig – verwandelt haben sollen. Die Naturkreisläufe sind so angelegt, dass sie Verluste von sog. „Tierarten“ notfalls kompensieren können. Dann springen quasi andere sog. „Arten“ je nach Region entweder ein, oder kleine Teilkreisläufe fallen weg, was die Welt dann ärmer macht, aber nicht den gesamten Naturkreislauf zerstören kann, oder die Naturkreisläufe verschieben sich oder modifizieren sich leicht (in ihren Grenzen), d.h. z.B. sie ergänzen sich plötzlich an Stellen, wo für diese Kreisläufe zuvor noch kein Bedarf war (Stichwort „Effizienz“, s.u.). Und all dies mit unzähligen Vorgängen (s.o.). Und dennoch kennt all dies Grenzen, wenn der Mensch „verwüstet“, d.h. ganze Landstriche oder Gewässer zerstört, wie es heute fast überall – automatisch durch unsere (rücksichtslose) Lebensweise – der Fall ist. Und wenn z.B. behauptet wird, dass wir Menschen aussterben würden, wenn die Biene verschwinden sollte, dann ist das aus den vorgenannten Gründen eine unwissenschaftliche Aussage, auch wenn sie von Wissenschaftlern getroffen wird. Sie kann wahr sein, denn wenn die Lebensbedingungen für die Biene nicht mehr vorhanden sind, dann wird es auch uns automatisch nicht mehr gut gehen (Stichwort „Verwüstung“, s.o.). Diese Aussage lässt jedoch unberücksichtigt, dass es unzählige von anderen Bestäubern gibt. D.h. sollte die Biene aussterben, und diese Aussage bezieht sich ja meist nur auf die dressierten Bienen (Honigbienen), und nicht auf die Wildbienen, die wesentlich effektiver und widerstandsfähiger sind (aber wir lassen ihnen durch unseren „Ordnungswahn“ zu wenig Lebensraum für ihre Völker und erzeugen mit den Honigbienen zusätzlich künstliche Konkurrenz, die ihnen auch noch körperlich überlegen ist), dann würden andere Bestäuber dies automatisch miterledigen (gerade die nahezu unverwüstlichen Wildbienen), bis die Zahl der Bestäuber insgesamt so gering wäre, dass Pflanzen darunter begännen zu leiden (da könnte es dann die eine Pflanze – je nach ihren eigenen Fähigkeiten und Regeln und Region und Populationen der übrigen Bestäuber – früher oder später als die andere treffen), womit wir wieder bei der sog. „Verwüstung“ angekommen wären.

Der Gesamtnatur liegen nahezu unzählige Vorgänge zugrunde, auch um stabil und flexibel zu sein, und in diese haben wir schon äußerst radikal eingegriffen; und das auch noch ohne uns auszukennen, aber die Natur gibt alles, was ihr zur Verfügung steht, her, um uns zu trotzen und damit letztendlich zu helfen. Wir sollten uns dafür bedanken, dass im Frühling das Grün wächst, das wir zum Leben benötigen. Es könnte nämlich auch sagen, es möchte jetzt nicht mehr, weil es vom Menschen so geordnet und verstümmelt wird; woher kommt dieser „Ordnungs- und Verwüstungswahn“ gegenüber der Natur, der fast alle befallen hat (siehe Gärten world wide)? Antwort: Weil wir nicht akzeptieren wollen, dass die Natur stärker ist als wir alle zusammen. Und auf die Tiere, die heute noch leben und noch nicht ausgestorben sind, sollten wir auch etwas „stolz“ sein. Diese haben sich als „Überlebensexperten“ erwiesen, sofern der Mensch deren Lebensbedingungen nicht durch sein Tun begünstigt hat, wie das bei manchen Tierarten der Fall ist. Und wie dieser Beitrag hoffentlich ebenso zeigt, könnten viele Tiere (inkl. Naturkreisläufen) mit uns leben trotz sog. „Überpopulation der Menschen“, die sich vor allem auf Städte bezieht, wenn wir uns anders verhalten würden; und damit dies nicht geschieht, wird offiziell alles auf die sog. „Überpopulation der Menschen“ geschoben. Damit niemand die „von oben“ organisierte darwinistische „Gier“, deren Beute wie Macht, Eigentum und Geld nicht unter alle Menschen gelangt, stoppen kann.

Und genau daran lässt sich einer der größten Unterschiede zwischen Mensch und Tier erkennen. Der Mensch „glaubt“ (beinahe alles), und das meist ohne eigene Erfahrungen und Beobachtungen, und die Tiere beobachten ganz genau und ziehen daraus samt eigenen Erfahrungen ihre Schlüsse. Eine Dohle „glaubt“ nicht, sondern sie ist sich entweder „sicher“ oder geht ein geringes Maß an Risiko ein (siehe „Essensreste des Fuchses beim Habicht“ oben; und unten zu einer möglichen Begegnung zwischen Autor und Leoparden). Wenn sie dabei dennoch vom Habicht „überrumpelt“ wird, und dieser ist eine starke, dabei gewandte und äußerst stille Greife, dann war dieser in jenem Moment effektiver. Die Beutetiere, gleichwohl z.B. eine Dohle bestimmt eine Form von „Schmerz“ fühlt, wenn der treue und lebenslange Partner an den Habicht oder an einen Jäger verloren ging, entwickeln daher auch keine „Hassgefühle“ im vermenschlichten Sinne gegenüber ihren Fressfeinden (auch nicht gegenüber Menschen; siehe oben). Sondern sie nutzen Begegnungen und Erlebnisse, um sich bei der nächsten Situation noch effektiver verhalten zu können. In der Tierwelt geht es vor allem um „Effizienz“, weil nur dadurch das eigene Überleben und das der Population gesichert werden kann. Und daher sind Tiere meist sehr vorsichtig in ihren Bestrebungen und gehen Streit und Gefahrenquellen gerne recht großzügig aus dem Weg. Während der Mensch bei „Verletzungen“ in der Regel versorgt wird, ist das bei Tieren häufig gleichbedeutend mit dem sicheren Tod. Und das ist den meisten Tieren in jeder Sekunde ihres Lebens bewusst. Daraus resultiert auch deren ständige erhöhte „Achtsamkeit“. All dies hatte Darwin ebenso nicht genug beobachtet. Letztlich hat er dem der „reinen Verteidigung“ geschuldeten „Aggressionsverhalten“ der Tiere, was gerade bei Fütterungen oder der Anwesenheit von Menschen entstehen kann, viel zu viel Bedeutung beigemessen, wohingegen er die vielen „Streitvermeidungsaktivitäten und -strategien“ der Tiere (siehe hierzu beim Pavian und Leoparden sowie bei Haien noch unten) nicht anständig in den Blick genommen hat. Und exakt dadurch ist in der Gesellschaft letztlich ein „falsches Bild“ über Tiere entstanden.

Es wird zudem häufig übersehen, dass wilde Tiere den Menschen sogar auch nützlich sein könnten. Und eben nicht „nur“ Biene und Singvogel. Auch z.B. Wildschweine, die den Acker bestellen bzw. mit ihrem „Naturpflug“ (Schnauze) umpflügen. Dazu legt man auf dem Acker etwas Futter aus. Dann benötigte es keine „Traktorwalzen“. Dadurch ließen sich Pestizide „sparen“, weil die Wildschweine dabei Insekten vertilgen, welche es auf die Wurzeln der Aussaat abgesehen hätten (Engerlinge etc.). Oder Tiere, die Menschen zu Wasserquellen führen können. Tiere vermögen auch wichtige sog. Indikatoren für den Menschen sein. Nicht „nur“ die Schwalbe, die wir ebenso unbedingt erhalten sollten und die den Sommer doch „erst“ richtig bringt. Sondern z.B. auch Flusskrebse, die ein Indikator für sauberes Wasser wären. Zahlreiche Tiere kündigen zudem das Wetter an. Und wenn man den Habicht im Dickicht aufscheucht, dann kann man sich auch ohne Auswertung von Satellitenbildern meist sicher sein, dass man alleine, d.h. ohne menschliche Anwesenheit ist. Delphine haben früher den noch etwas weniger gierigen Fischern Fische in das Netz getrieben u.s.w. Aber all dies ist außerhalb unseres „Bewusstseins“ gerückt, und wird automatisch wieder „ausgegraben“ werden (müssen), wenn es den Menschen eines Tages vielleicht ähnlich wie den Tieren gehen sollte (also kein „Super“markt und keine Tankstelle mehr an der Ecke; warum auch immer) und ihre Gepflogenheiten und Gewohnheiten wieder auf etwas mehr natürlichere Art und Weise pflegen müssten. Und wenn der Mensch genau in jenem Moment damit begänne, die wilden Tiere nur als Nahrung zu sehen (weil der Supermarkt nicht mehr öffnet), würde er damit nicht nur Naturkreislauf und Tieren, sondern auch sich selbst schaden.

– Exkurs Ende –

Dohlen als unverwüstliches Modell einer tauglichen Sozialgemeinschaft

Und gerade bei Dohlen kann man gut beobachten, dass diese sich in der Kolonie oder im Schwarm alle bestens untereinander verstehen und ihre Aufgaben für das Kollektiv fleißig und fast schon übermotiviert erfüllen. Aber gerade bei Ruhephasen (und sogar im Flug) kann man deutlich erkennen, dass es sich dabei auch gleichzeitig um viele eng verbundene „Paare“ handelt inkl. Familie und damit verbundene „Gruppen“ bzw. „Stämme“ mit anderen Paaren und Nachkommen, die noch nicht „verheiratet“ sind („Halbstarke“), die sich untereinander noch vertrauter sind und auch nahegelegen brüten bzw. wohnen. Gerade bei der Nutzung von Gebäuden kann sich eine Kolonie weit erstrecken. Oft nutzen die Dohlenpaare jeweils ein Dach. Ungeeignete und zu niedrige Häuser werden ausgelassen. Und diese „Gruppen“ von Dohlen könnten, wenn der Schwarm in seiner Existenz bedroht wäre, umgehend eigenständige Nischenpopulationen gründen, die nach relativ kurzer Zeit wieder zu einem Schwarm führen würden. Aus diesem Grund waren die Dohlen – neben ihren vielen anderen Fähigkeiten – trotz der massiven Versuche vom Menschen nicht auszurotten. Systematische Ausrottungsversuche wurden betrieben bei Tierarten wie eben Dohle, aber auch z.B. Biber, Wolf, Kolkrabe und Uhu, natürlich auch Adler oder Luchs, da dieser – ähnlich wie Wolf – ab und zu ein Schaf isst und lebendige Konkurrenz zu den grau erstarrten Jägern darstellt.

Heute können derartige „Ausrottungsversuche“ bei Huftieren wie Reh, Hirsch und Wildschwein beobachtet werden. Das betrifft vor allem Staats- und Gemeindewälder (reiner Kommerz), aber auch sonstige Gebiete mit riesigen „revierübergreifenden“ Jagden, die einem großen Gemetzel an der Tierwelt gleichkommen und höchst schädlich für die Naturkreisläufe und alle sonstigen Tierarten sind. Und das vor aller Augen.

Derartige Ausrottungsversuche, hinter denen letztlich die „Landlobby“ steht und die damit verbundenen Landkreise und Gemeinden, können jedoch auch aufwändig oder gar kostspielig sein. Bei der Dohle wurden diese quasi wegen Sinnlosigkeit (da das Ziel selbst bei scheinbarer Zerstörung des Schwarms nicht erreicht werden kann) langsam über die Jahrhunderte aufgegeben bzw. stark reduziert, wobei die innere Ablehnung leider geblieben ist. Vor allem aus Eigentumsgedanken, Profitgier (Saat etc.), Neid, allgemeiner Tierfeindlichkeit, die gerade auf dem Land weit verbreitet bzw. dort sogar „allherrschend“ ist, aber auch aus einer generellen Ablehnung des Menschen gegenüber Lebensformen, die wesentlich dynamischer als die von ihm selbst organisiert sind. Da stecken psychologisch gesehen wohl nicht nur Ängste dahinter, die gegenüber den Ameisenvölkern schon beginnen (die ähnlich wie Bienen äußerst wertvoll für den gesamten Naturkreislauf sind, daher sind deren Völker auch ähnlich aufgebaut). Sondern bestimmt auch eine Portion stille und scheinbar unerfüllbare (unterdrückte) „Sehnsucht“ nach ähnlichen hochsozialen Beziehungsgeflechten innerhalb der eigenen Art, da der Mensch – ähnlich wie diese Tierarten – höchst sozialorientiert ist und die gesellschaftlichen Realitäten das stark beschneiden bzw. sogar auf ein fast unerträgliches Maß „pervertieren“.

Dohle und Delphin: Sozialdynamische Lebensformen

Bei den Delphinen, die bereits in diesem Beitrag eine große Rolle spielten, ist das ähnlich. Diese werden ja nur vordergründig „geliebt“, weil Mensch nichts gegen die Überfischung der Meere oder deren Beifang oder Bejagung durch EU-subventionierte Fischereien unternimmt und der Fischerei keine Regeln auferlegt. Und diese sieht den Delphin nun einmal als Störer und Querulanten an und ist diesem gegenüber nicht zart besaitet, gelinde gesagt. Sowohl Delphin als auch Dohle werden letztlich überwiegend als Lebensformen angesehen, die uns Menschen den Lebensraum „streitig“ machen wollen (bei Dohlen Stichwort „Dohlen vertreiben“; siehe oben). Konkurrenz sozusagen, auch, weil diese Tiere gut organisiert sind und dabei zudem noch den Menschen überragende Fähigkeiten besitzen. Dies kann bei Fischern mit Blick auf die flinken und intelligenten Delphine oder bei einer Kirchenverwaltung angesichts der vielen unfrommen Dohlen hoch am Turm des „heiligen“ Tempels sogar tiefsten Hass erzeugen. Auch weil diese beiden Tiere es verstehen, dem Menschen trotz gezielter Maßnahmen direkt vor der Nase zu trotzen (siehe hierzu beim Pavian und Leoparden noch unten).

Zwar stehen Delphine, vor allem deren Jungtiere, durchaus auf der „Speisekarte“ großer Haiarten. Jedoch verhält es sich bei Delphinen ähnlich wie mit Dohlen und deren Fressfeinden. Wenn Delphine die Haie im Blick haben, also nicht von diesen überrascht werden, dann haben jene diese normalerweise „im Griff“ aufgrund ihres überlegenen Bewegungsverhaltens. Dabei können Delphine, gerade wenn mehrere Tiere zusammenwirken, höchst dominant werden, ohne dabei „angreifen“ zu müssen. Selbst sog. Bullenhaie verschwinden dann meist lieber freiwillig, so dass Delphine diese Fähigkeiten auch nutzen, um Menschen das Leben zu retten: Das Zweite Leben von Jonathan. Jonathan berichtete hinterher, dass drei Delphine so dicht an ihm dran gewesen wären, dass er sie hätte berühren können. Auf diese Weise schützen Delphine auch ihre eigenen Kinder vor Haien. Und dies war gewiss kein Einzelfall, wie es eine unüberschaubare Anzahl von Erfahrungsberichten von Surfern oder Schwimmern zeigt.

Dohlen als Flug- und Kommunikationswunder

Der militärische Komplex dürfte sich von Dohlen (leider) einiges abgeschaut haben. Ähnlich wie bei der Libelle aufgrund deren beweglichen Flügelpaare oder dem Makohai wegen der Hautstruktur (wohl der schnellste Hai) dürfte das Bewegungsverhalten der Dohlen, d.h. deren Flugfähigkeiten, interessant gewesen sein. Insbesondere deren Standflug (s.o.), dessen Beherrschung wohl auch Grundvoraussetzung für deren sonstigen akrobatischen Flugkünste sein dürfte (Loopings, Turns, Fakes, beim Basketball könnte man zudem von klassischen Crossovern sprechen, also wenn die Luft der Ball und der Gegner der Wanderfalke wäre). Die Dohle – die aus jeder Lage wie ein Pfeil senkrecht Richtung Boden fliegen vermag – kann praktisch im selben Moment für eine „logische Sekunde“ in zwei Richtungen fliegen; und dabei nutzt sie entweder den Wind in einem Maße, wie sie ihn benötigt, oder sie „beseitigt“ ihn – und das wie blitzartig, wenn sie will – bis auf „Null“, was andere Vögel offenbar nicht können oder zumindest nicht in diesem Ausmaß. Ähnlich wie beim „Standflug“, bei dem der Auftrieb entweder beschränkt oder bei starkem Wind sogar beseitigt werden muss. Im schnellen Flug könnte man sich das wie einen rasenden Windsurfer vorstellen, dem es gelingt, sein Segel blitzartig zu wenden und gleichzeitig wieder zurückzudrehen, womit dieser jedoch vom Brett fallen dürfte. Und mit reichlich Wind funktioniert dies alles wohl energieschonender und sogar noch schneller, was einer der Gründe sein dürfte, warum die Dohlen den Wind so mögen. Oben angesprochen wurden zudem Begriffe wie „Vorhut“ und „Nachzügler“, was bei Dohlen sichtbar der Fall ist. Dohlen „sichern“ auch – ähnlich wie Elsterngruppen – svorsichtig ungesicherte Landstriche, indem sich einzelne Tiere vortasten, dann ziehen die hinteren nach, solange bis das gewünschte „Gerüst“ in zuvor ungesicherter und unter Umständen dadurch gefahrbringender Landschaft steht. Erst dann kann die Aufmerksamkeit beruhigt und unter Schutz der wachsamen Artgenossen der Futtersuche gewidmet werden. Droht Gefahr, wird sofort alarmiert, weil „der Raum gesichert“ und alle Richtungen im Blick sind. Diesen Schutz bauen diese Vögel, ähnlich wie auch die Krähen, insbesondere deshalb auf, da diese bei ihrer Nahrungssuche sehr aktiv am Boden sind, dort herumstöbern und -wühlen, und dabei ansonsten leicht von Fressfeinden erbeutet oder von Jägern erschossen werden könnten. In den Fokus gerückt sein dürfte aber auch deren nahezu perfekte Gruppendynamik im Schwarm und in den Kolonien, inkl. der oben erwähnten für uns Menschen wohl „verschleierten“ und nahezu blitzschnellen Kommunikationswege, die bei jedem Wetter und in jeder Lage funktionieren. Die Wissenschaftler beobachten bei alledem, was ein Tier kann und mit welchem Mittel und auf welchem Weg es dies tut, und versuchen dann jenes auf technisch „verschleierte“ Weise nachzu“äffen“. Und selbst die Vogelwolke in dem Logen-Heimatsfilm Herr der Ringe, die Aufgaben eines Spähers erledigte, dürfte eine Anlehnung an die Dohlen gewesen sein, insbesondere an deren „allsehendes Auge“ (siehe oben). Schade ist, dass die Eigenschaften der Dohle bisher nicht, so wie sie es selbst für ihre eigene Art und zumindest indirekt sogar für andere Vogelarten tut (siehe oben), für „gute“ bzw. soziale und von menschlichen Machtgelüsten „befreite“ Zwecke verwendet wird.

Dohlen als funktionierende Doppelgemeinschaft

Dohlen sind somit ausgesprochen familiär und dabei gleichzeitig allerhöchst schwarmorientiert. Und dies wohl wie kein anderer Vogel (höchstens Papageien), zumindest nicht in diesem nahezu reibungslos funktionierenden Maße mit so vielen Vögeln. Und dabei konnte bisher noch kein „Diktator“ oder „König“ in einer Kolonie ausgemacht werden. Gleichwohl gibt es dort ersichtlich Vögel, die einem das Gefühl vermitteln, dass sie einen noch stärkeren Blick auf die gesamte Kolonie besitzen und dabei sogar gelassener bzw. souveräner als andere wirken. Das sind wohl erfahrene Tiere, die sich durch „Bewährungen“ praktisch automatisch in diese überväterliche Position – zusammen mit anderen erfahrenen Vögeln – gebracht haben. Und unter diesen Tieren sieht man keine „Hahnenkämpfe“ (die haben das nicht nötig, auch weil jede erwachsene Dohle ihren treuen Partner und eigene Familie samt Brutplatz hat). Und selbst die „Halbstarken“ haben kaum Zwistigkeiten untereinander. Derartiges konnte letztlich nur beobachtet werden, wenn es um außergewöhnliche Nahrung ging und Schnelligkeit gefragt war, wie z.B. bei Fritten, die einem Kind beim Laufen herunterfielen etc. Da kann es passieren, dass plötzlich eine halbstarke Dohle unter der anderen liegt für eine „logische Sekunde“ (siehe oben). Dohlen lösen ihre „Problemchen“ untereinander mit Bewegungsverhalten und verbaler Kommunikation. Da ist viel Bewegung drinnen und es wird reichlich geschnattert. Durch ihre Geschicklichkeit geraten sie kaum aneinander oder höchstens aneinander vorbei. Erfahrene oder starke Tiere übernehmen dort automatisch Aufgaben, für die schwächere Tiere sich in Gefahr bringen könnten oder die Fähigkeiten der „Halbstarken“ noch nicht ausreichen. Diese sollen dabei zusehen und lernen, da sie selbst zu „erfahrenen Dohlen“ heranreifen sollen. Je mehr erfahrene Dohlen vorhanden sind, und vor allem starke Familien, desto erfolgsversprechender sind die Strategien des Schwarms.

Eine sog. „Rangordnung“ ist bei den Dohlen von außen betrachtet so gut wie nicht sichtbar und würde sich dann vermutlich auf „Gruppen“ (s.o.) beziehen mit den erfahrensten Tieren und höchstgelegenen Plätzen (Ausblick wegen Wächter- und Schutzfunktion). Vielleicht sollte man daher auch gar nicht von „Rangordnung“ sprechen. Dass dies alles ohne Rivalitäten so gut funktioniert, dürfte dem erhöhten „Schutz- und Vorbeugebedürfnis“ der Dohlen (s.o.) geschuldet sein. So wie der Schwarm in der Nacht gerne die Nähe zu den stärkeren und den Dohlen offenbar wohl gesonnenen Kormoranen sucht (s.o.), so freut sich der Schwarm und jede Familie, aber auch jedes Einzeltier, über jede starke und erfahrene Dohle, die Schutz vor potentiellen Angreifern bieten und den Wanderfalken im Alleingang unter teils fliegenden und teils auf den Dächern herumhüpfenden Ovationen „verjagen“ kann. Zudem ist jede Dohle auch sehr auf ihre eigene Familie konzentriert. Die Familien scheinen für ihr Teilterritorium innerhalb der Kolonie (s.o.) „zuständig“ zu sein (auch das vermeidet Konflikte). Das betrifft aber ebenso Aufmerksamkeit und Wächterfunktion. Durch Beobachtungen kann man letztlich den Eindruck gewinnen, dass durch den reibungslosen Ablauf innerhalb der und zwischen den vielen Familien („Gruppen“) auch der gesamte Schwarm bzw. die Kolonie automatisch – wie durch ein verschleiertes „Wunder“ 🙂 (s.o.) – funktioniert. Und das wie auf „freiwillige Weise“. Und wenn sich der Schwarm zum „Talk“ und zur „Flug-Show“ trifft, lassen sich etliche „Familien“ beobachten, die nicht mitfliegen, oder nur ab und zu, und sich ausruhen oder andere Dinge machen. Dabei wissen sie jedoch meist genau, wo der Schwarm gerade ist, weil ein herumtollender Dohlenschwarm auch schnell aus dem (zumindest menschlichen) Blick- und Gehörsfeld geraten kann (s.o.). Ein Dohlenschwarm kann auch wie auf Knopfdruck sich in alle Richtungen verteilen, d.h. auflösen, und das proportional und nicht ungleichförmig, oder wie eben Bedarf besteht. Auch wenn keine Gefahr droht. Und selbst wenn sog. „Raubtiere“ Schwärme auseinandertreiben oder Teile davon isolieren sollten. Das kennt man aus der gesamten Tierwelt. Die Dohlen würden dem zuvorkommen und jeweils reagieren, wie es angebracht wäre. Und dabei scheint deren nahezu blitzartige „Schwarm- und Gruppenkommunikation“ für uns Menschen – ähnlich wie bei den Delphinen – wie verschleiert zu sein (s.o.).

Dohlen- und Affengemeinschaften

Und bei den vorhandenen Ähnlichkeiten zu Affengruppierungen (siehe oben), die ja ebenso stark sozialorieniert sind, unterscheidet dies die Dohlen von vielen. Da gibt es keine „Silberrücken“, welche die anderen Männchen der Kolonie „unterdrücken“ und die vielen Weibchen für sich alleine begehren. Es gibt Affenverbände, da spielen die Weibchen und Nachkommen die zentrale Rolle bei der Bewältigung der Aufgaben, während die Männer ihre Kräfte demonstrieren und ausloten. Dies geschieht bei manchen Affenarten, damit das „Dominanzmännchen“ bei Verlust möglichst gleichwertig vom nächsten – bei den sanften Gorillas sogar pflanzenessenden – sog. „King-Kong“ ersetzt werden kann. Dadurch würde jedoch ein Dohlenschwarm seine Dynamik und Effizienz und damit auch seine Überlebenschancen einbüßen. Obgleich hingegen Affen wie z.B. die Paviane sehr gruppendynamisch und flexibel ausgestattet sind. Diese konnten sich dem Menschen gegenüber dadurch anpassen bzw. haben sich nicht verdrängen lassen, was in Südafrika selbst beobachtet werden konnte. Dort gab es unerwartete Begegnungen mit freien Kolonien von Pavianen. Es war idyllisch und rührend, und wie in einer anderen Welt. Auch wenn der (bei Pavianen) schnell zu erkennende und auf sich aufmerksam machende „Chef“ zur Begrüßung jeweils kurz seine Leopardenzähne aufblitzen ließ; damit keine bösen, sondern nur friedliche Absichten entstehen.

Nicht nur Dohle, auch Affe besser als „der Ruf“

Durch diese plötzlich auftauchenden „Pavian-Siedlungen“, eine war äußerst idyllisch direkt an einem Bach in einer schmalen, sehr begrünten Schlucht gelegen (auch Tiere benötigen jeden Tag Wasser), ist der Autor ganz langsam hindurchgelaufen. Er hatte bisher noch keine Erfahrungen mit Pavianen (bis auf die unten noch beschriebene), und dort auch nicht auf sie geachtet, sondern eher auf den Leoparden als potentiellen sog. „Fressfeind“ (siehe noch unten). Daher wurde auch mehr auf die Bäume gesehen (s.u.), da sich diese dort für Leoparden durchaus anboten, und wegen möglicher Schlangen direkt auf den Boden (s.u.). Und plötzlich stand man mitten unter sog. „Affen“, die einen bestimmt schon lange zuvor bemerkt und ausgiebig „gemustert“ hatten (wenn Gefahr droht, können Paviane auch nahezu blitzartig ihr „Lager“ geschlossen entweder vorübergehend oder für immer verlassen). Dabei wurde versucht, Engstellen mit den Pavianen zu vermeiden, um diese nicht zu provozieren (da waren viele Kinder, die alle neugierig geschaut hatten), und ab und zu etwas stehen zu bleiben, um einen ruhigen bzw. friedlichen Eindruck zu erwecken. Und zu keiner Zeit tauchte das Gefühl auf, dass „Angriffsbestrebungen“ auf Seite der Paviane bestehen würden, obwohl man (unverhofft) mitten durch deren „Ortschaft“ lief (die bauen kuschelige Betten, also Schlafstellen in Nischen oder unter Felsvorsprüngen, ähnlich wie wir Menschen das dort tun würden). Im Gegenteil. Paviane freuen sich offenbar, wenn man kein Farmer, Winzer oder Jäger mit einer Flinte ist. Sie zeigten Interesse. Es war einfach schön. Und dennoch lief man weiter, um eben einen „Konflikt“ mit den Pavianen, vor allem mit deren „Chef“, der einen begleitete und dabei genau beobachtete, zu vermeiden. „Chef-Paviane“ denken in jeder Sekunde an die Sicherheit und das Überleben ihrer Gemeinschaft, da dies ihre natürliche „Pflicht“ ist. Und so etwas muss bzw. sollte man als Mensch respektieren. Und dort hat es auch nicht etwa gestunken. Alles war top sauber. Müll gab es dort nicht. Und sie hatten ihr „Fort“ offenbar exakt so angelegt, dass sie den Leoparden – ähnlich wie dies bei der sog. Schlacht bei den Thermopylen (Spartaner) gewesen sein soll – die wenigen engen Einlässe verstellen konnten, und allen voran der „Chef-Pavian“, damit diese nicht in die „Siedlung“ gelangen konnten; denn diese am Bach sah „altbewährt“ aus (siehe zu Leopard/Pavian noch unten). Und durch die vielen sog. Schlangen mieden Menschen in der Regel dieses Gelände, so dass man daran sehen kann, dass diese eine Art „Schutzfunktion“ gegenüber den Pavianen, Leoparden und vielen anderen sich dort versteckenden „Tierarten“ erfüllen (siehe zum allgemeinen „Verstecken der Tiere“ vor dem Menschen noch unten).

Diese Begegnung mit den Pavianen war bisher das einzige Tiererlebnis, welches das eigene Gedächtnis wie „verschleiert“ hat, ähnlich wie ein „Filmriss“, der bei dem anfänglichen „Zahnblitzen“ durch den „Chef-Pavian“ (s.o.) eintrat. Nicht endgültig. Eher ein „Vergessen“, wobei man sich dann doch noch an jede Einzelheit erinnern kann (sogar an die Gesichtszüge der Affen). Womöglich um diese dort erlebte „Harmonie“ zu „konservieren“? Es schien wie ein kurzer Aufenthalt auf einem „anderen Stern“. Man weiß es nicht. Es war einfach bzw. ist so. Und es kam ein großes Verständnis auf für Dian Fossey, eine Frau, die mit Gorillas lebte, und deshalb ermordet wurde. Damit die Wahrheit über „Affen“ nicht unter Menschen kommt.

„Chef-Pavian“ als „Aufpasser“ und „Schiedsrichter“

Und aus Sicht der Paviankinder und der anderen Tiere hätte man sich selbst diesem achtsamen und dabei so bedacht handelnden „Chef-Pavian“ auch vollen Herzens anvertraut. Dieser hatte sogar beide Seiten – also Mensch und seine Halbstarken – fast schon wie ein „Schiedsrichter“ im Blick. Und es entstand sogar der Eindruck, dass dieser den Menschen, also einen selbst, auch vor womöglich unüberlegten Handlungen seiner eigenen Spezies absichern wollte (siehe zu dessen Begleitung oben). Und der „Chef-Gorilla“ bei Dian Fossey hatte diese als „fremde“ Spezies aufgenommen in den Genuss und Schutz seiner Gemeinschaft.

Tier-Oase für Affe und Leopard

Die Ehrlichkeit zwingt einen an dieser Stelle dazu. Man wollte dort im „Affenparadies“ dem Leoparden in absolut freier Wildbahn begegnen bzw. nahm dies sehr stark „in Kauf“. Und da man idyllische Bachläufe eben schätzt und diese einem eine gute Orientierung in weiten Umgebungen bieten. Anm.: Leoparden können je nach Verbreitungsgebiet sehr unterschiedlich ausschauen. Und man muss schon sagen, die Leoparden in Südafrika sind wirklich ausgesprochen hübsche Tiere, wie Sie hier sehen können (ohne Bürste und Make-up und ständig in der Natur; da wären die Top-Models bestimmt neidisch, zumal auch dessen Zähne von Natur aus weiß blitzen)

Denn auch diese eher vom Menschen gefürchtete sog. „Tierart“ würde in natürlicher Umgebung Konflikten mit dem Menschen wohl aus dem Weg gehen, was in ausgewiesenen Nationalparks eben nicht unbedingt der Fall sein muss (siehe zur allgemeinen „Nationalpark-Problematik“ noch unten). Dabei war man sich nicht absolut sicher, nahm jedoch das aus seiner Sicht geringe Risiko – und damit auch die Verantwortung – in Kauf (siehe hierzu bei Dohle i.V. zum Habicht oben). Und hätten die Paviane sich in dieser engen Schlucht nicht niedergelassen, dann hätte wohl der Leopard dort am Bach sein „Zelt aufgeschlagen“. Das war die einzige Situation, dass man versucht hat, sich einem sog. „gefährlichen Raubtier“ freiwillig zu nähern bzw. sich unter Umständen in dessen Heimstätte zu begeben. Dies war auch nicht das direkte Ziel, sondern man nahm zur Kenntnis, dass man exakt in dieser dicht grün bewachsenen Schlucht den Leoparden treffen könnte. Eine bessere Umgebung könnte er sich kaum wünschen, denn dieser wettergeschützte „kleine Dschungel“ war hoch in die Berge eingebunden und weit weg von Zivilisation und Menschen. Zudem waren die Abhänge nicht zu steil für ihn, so dass er die Schlucht auch an vielen Orten verlassen konnte. Vielleicht hatte dieser „Spielverderber“ einen gesehen oder sogar beobachtet. Dort, wo Paviane außerhalb von „Parks“ sich zurückziehen, ist der Leopard in der Regel nicht weit. Solche Tiere haben eben wesentlich „schärfere“ Sinne als wir Menschen. Man dringt zudem als „Wanderer“ in stille Lebensräume ein, was die allermeisten Tiere dort natürlich bemerken. Dennoch können wir unsere Augen einsetzen und die Ohren, um diese vielleicht ebenso mit der Nase sehen zu können.

Anm.: Durch das Erkennen von Lebensräumen von Tieren kann man sich auf potentielle Begegnungen eher einstellen.

Konfliktvermeidung durch Kenntnis der Tierverhaltensweisen (Beispiel Leopard / Großkatzen)

Zumindest sollte man dies beim Leoparden tun, wenn man sich Bäumen nähert, die für Leoparden geeignet sein könnten. Diese fühlen sich auf Bäumen wohl. Darauf können sie im Schatten und Schutz des Laubes mit erhöhter Aussicht schlummern und gleichzeitig abwarten, ob von dort eine unvorsichtige Beute zu „erhaschen“ ist. Der Leopard ist kleiner und schlanker als Löwe und Tiger und dadurch sehr aktiv in Bäumen, und wo auch immer, und somit insgesamt flexibler. Und wie der Tiger springt der Leopard gerne, wenn er seine Beute überwältigt, weil Wucht und „Überraschungseffekt“ dann noch stärker sind. Wenn der Leopard durch die Luft fliegt, kann man ihn als Beute nicht hören (Tiere reagieren daher auch generell – im Gegensatz zu den meisten Menschen (s.u.) – reflexartig auf schnelle Schatten). Würde man sich unvorsichtig unter einem Baum begeben, auf dem der Leopard sich befindet, könnte man – muss aber nicht, da der Leopard in der freien Natur aus gutem Grund extrem scheu vor Menschen ist das Bild einer „leichten Beute“ abgeben. Genau dies kann nämlich in ausgewiesenen „Parks“ in Afrika passieren, wenn sich Touristen Bäumen nähern, z.B. beim „Wasser“ lassen, und dabei meist zuvor widerrechtlich das Auto verlassen hatten (in Asien wurden Menschen in einem „Park“ von Tigern getötet, weil diese bei einem Streit das Auto verließen; die Tiger waren sofort zur Stelle und hatten regelrecht darauf gewartet, was kein natürliches Verhalten von Tigern ist; und das ging so schnell, dass die „Ranger“ nicht mehr eingreifen konnten, obwohl sie sofort zur Stelle waren). Das könnte dann auch schon für den einen oder anderen „erprobten“ Leoparden (oder bei Tigern, wie das Beispiel gerade gezeigt hat) eine Form von „Automatismus“ sein, ähnlich wie der Griff des Menschen an die servierte und gewohnte Torte. Und dies noch eher als bei einem Hai, da wir von Statur Affen ähneln und zudem Landsäugetiere sind. Wenn man den Leoparden jedoch vorher sieht, zu dessen Erstaunen stehen bleibt und ihm liebsam in die Augen blickt, könnte sich sein Verhalten – ähnlich wie bei Mensch und Torte – vielleicht ändern. Wenn Sie lieblich von einem Menschen oder Haustier angeblickt werden, dann warten Sie vielleicht noch mit dem Griff zur Torte.

Zumindest würde der Leopard bei rechtzeitigem Erkennen, also wenn man ihn auf dem Baum sieht, und ein Leopard kann weit springen, bemerken müssen, dass er mit einem Sprung das nicht erledigen kann (Wegfall des möglichen „Automatismus“; s.o.), und stattdessen überlegen, ob er es dennoch tut. Dazu müsste er den Baum verlassen, was er bei tierischer Beute durchaus tut (weil er sehr schnell ist auf den ersten Metern), aber wohl kaum beim Menschen außerhalb von „Parks“ aufgrund seiner dort auffälligen Scheu. Und dann müsste er überlegen, wie er es tut (Stichwort „Effizienz“, s.o.). Und dies wiederum könnte zunächst zu einem „Stillhaltereflex“ bei dem Leoparden führen. Oder Flucht, da er sich entdeckt fühlt. In der freien Natur sind Leoparden ohnehin in der Regel schneller weg als man sie sehen kann, und auch in „Parks“ sieht man normal eher die Löwen und – wenn man Glück hat – den Geparden, da diese auch die offene Landschaft nutzen. Und wenn man sich plötzlich unter einem Leoparden wiederfinden würde, hier jedoch nur rein hypothetisch unterstellt (weil Tiere derartiges spüren können, also ob man „kampfbereit“ ist oder „Angst“ hat; daher sollte man daran auch nicht denken, um Tiere nicht zu provozieren oder zu verscheuchen), dann würde man sich wohl reflexartig wehren, wenn ihn ein netter Kuss auf die Schnauze nicht zum „Schwärmen“ bringen sollte, und der „Schock“ nicht zu tief säße, und er einem dazu überhaupt die Möglichkeit ließe. Wenn ein ausgewachsener Leopard beim Menschen selbstbewusst zugreifen würde, dann wohl „gute Nacht“ , zumal dieser – zumindest in Südafrika – die Paviane gewohnt ist, die ebenso versuchen würden, mit Armen und Beinen (und zusätzlich Gebiss) alles mögliche zur Abwehr zu erreichen, und das viel besser als wir Menschen können (s.u.). Im Verhältnis Mensch/Großkatze, vor allem Löwe, Tiger und Leopard, ist wohl eher zu betrachten, dass der Mensch wegen Schocks kaum aktiv wird (auch das Zufassen von sog. Hauskatzen kann schon heftig sein), während so mancher Pavian beim Leoparden und Löwen um sein Leben kämpft (s.u.). Mangels Fells und der eher zarten Beschaffenheit der Haut dringen beim Menschen Krallen und Zähne sofort auf den Körper durch, was umgehend Schockwirkung entfalten kann. Zudem können Katzen sowohl im Stehen als auch im Sitzen und Liegen gezielt Tatzen und Gebiss einsetzen.

Die Vorderläufe von Großkatzen sind sehr kräftig und haben scharfe Krallen, dazu das Gebiss, zusätzlich die Schnelligkeit (und Beschleunigung), Gewandtheit und Gesamtkraft und das Gewicht. Großkatzen maximieren dabei ihre Fähigkeiten, weil sie die Beute, die innerhalb der Tierwelt auch sehr wehrhaft sein könnte, praktisch per „Schock“ kampfunfähig setzen wollen, um das Gebiss richtig anlegen zu können (dies geschieht einfacher, wenn die Beute halb bewusstlos am Boden liegt). Aber auch um Energie zu sparen, denn längere Kämpfe kosten Großkatzen – ähnlich wie lange Sprints – sichtbar Kraft. Zudem könnte die Beute zwischendurch entwischen; auch die Verletzungsgefahr würde sich erhöhen. Löwen, denen hierzu oft die notwendige Deckung fehlt in der offeneren Landschaft, kompensieren das mit Gruppenangriffen, also mehrere Löwen, oder der Gepard mit seiner Schnelligkeit in der offenen Landschaft. Der Puma wiederum ist ein bevorzugter Springer, der dabei offenbar nicht ganz an alle physikalischen Gesetze gebunden ist. Der Jaguar ist der stille Schatten des Urwaldes, der aufgrund seiner speziellen Beißkraft und Geschicklichkeit selbst vor adulten Kaimanen im Wasser nicht halt macht. Und der ausgewachsene Tiger ist so stark und auf kurzen Strecken dynamisch und schnell, dass er außer Flinten und Fallen des Menschen nichts zu fürchten hat; vermenschlicht gesehen ist der Tiger der König der Tiere zu Land. Dennoch sollten wir dem Tiger etwas mehr Lebensraum eingestehen, und dieser Planet wäre wohl groß genug, Zonen zu schaffen, in die der Mensch nicht eindringt, insbesondere Fluss-, Küsten- und Urwaldgebiete (d.h. sensible Lebensräume und weil dort die meisten sog. Arten leben), aber auch Steppen für Löwen etc., und nicht nur „Parks“ (s.u.). Dies würde unzählige Tiere vor dem möglichen Aussterben bewahren. Und in Indien ist es zu eng für den Tiger, also man lässt ihm zu wenig Raum, und daher gibt es dort hin und wieder Probleme. Und das trifft dann zumeist die „Armen“ wie  Tage“löhner“ in den (Gier)Plantagen, die den natürlichen Lebensraum des Tigers verkürzt haben. Beim Jaguar in Südamerika sind das vor allem die Massentierhalter, also die Vieh-Aristokraten, die weit in den Urwald eindringen, und die natürliche Beute vom Jaguar aus Konkurrenzdenken schießen und auch ihm selbst nachstellen, da er sich gelegentlich an  „Vieh“ vergreift; was logisch ist, wenn man in seinen Lebensraum eindringt, wie diese Gier-Menschen es aufgrund der großen globalen Nachfrage an Rindfleisch tun. Dabei ist dieses – wie die Milch – ungesund für Menschen.

Anm.: um so wichtiger ist es für Menschen, die Verhaltensweisen von Tieren in deren Umgebung zu kennen, und das gilt für Land und Meer bzw. wenn man sich in entsprechende Lebensräume von Tieren begibt; und oft sind es eben Touristen, wo es zu Komplikationen mit Tieren kommt (siehe z.B. oben bei Tigern und Leoparden in „Parks“), da sich diese nicht auskennen; s.u. noch im eigenen Fall mit Pavianen im „Park“ als damals frisch eingereister Tourist, den der „Chef“ dieser sog. Affen super gut und eigenhändig gelöst hatte.

Unterschiedliche Tierverhaltensweisen (Beispiel Leopard / Großkatzen)

Wenn man sich bei einem „Teekränzchen“ mit Großkatzen entscheiden müsste, würde man dann wohl den Leoparden dem Tiger und Löwen vorziehen (aufgrund dessen außerhalb von „Parks“ eindeutig scheuen Verhaltensweisen, was bei Tiger und Löwe nicht immer der Fall sein muss; s.u.). Aber was sollen da „Mutproben“? Leoparden kommen in Südafrika eben – ähnlich wie Tiger in Indien – außerhalb der „Parks“ vor – und dies häufiger als Tiger. Man nahm dort in Kauf, dem Leoparden als „Freund“ zu begegnen bzw. als ein Mensch, der Interesse an ihm zeigt, ohne dabei eine Flinte zu tragen (was man bei Tiger und Löwe – mit einem großen, sicheren Bogen um die Schlucht – nicht riskiert hätte). Und ohne sich dabei als „leichte Sprung-Beute“ zu präsentieren (s.o.), und war dabei möglichst wachsam aus der recht bescheidenen menschlichen Sicht; indem man plötzlich mitten unter sog. „Affen“ stand (s.o.). Aber die Paviane waren eben nicht auf den Bäumen, sondern duckten sich am Boden ins Grüne, ähnlich wie sog. „Indianer“ das in Filmen tun. Dies könnte auch beim Tiger geschehen, aber den gibt es dort in Südafrika nicht (Tiger können sich im Verhältnis zu ihrer Größe – ähnlich wie Wildschweine – ganz flach auf dem Boden machen, daher wohl auch das Rot beim Tiger, weil der Boden im Urwald häufig rötlich ist); und die „Indianer“ – Ureinwohner – gibt es dort leider auch nicht mehr. Diese wurden vom „Weißen“ ausgerottet. Die sog. „Schwarzafrikaner“ sind in Südafrika nicht heimisch im originären Sinne, sondern stammen meist aus Zentralafrika oder Madagaskar und wurden als „Sklaven“ in das Land gebracht.

Das gerade angesprochene flache Hinlegen des Tigers macht diesen – neben seinen oben beschriebenen Fähigkeiten – so gefährlich bei potentiellen Angriffen, da er praktisch aus dem Nichts auf einen zugesprungen kommt. Dabei kann er seine Tatzen breit fächern, und seine langen Krallen ausfahren, die er zuvor noch eingefahren hatte, um Geräusche zu vermeiden. Mit dieser Angriffsweise sind praktisch alle Tiere und somit erst recht wir Menschen völlig überfordert (dessen Beutetieren hilft nur Schnelligkeit, ein Losreißen, wie das bei anderen Großkatzen gerade noch gelingen könnte, ist bei einem erfahrenen Tiger so gut wie ausgeschlossen). Der Leopard wiederum müsste aus einer solch flachen Situation am Boden meist etwas Anlauf nehmen, weil er nicht so stark wie der Tiger ist. Da könnte man dann einfach einen Schritt zur Seite gehen. Und auf den Löwen sollte man zulaufen, bevor sich dieser aus seinem Permamittagsschlaf erhebt und selbst langsam in Bewegung setzt, und ihm einflüstern, dass man einen anderen „Braten“ für ihn dabeihat, der viel besser schmeckt. Diesen sollte man dann schnell organisieren. Alternativ könnte man den eigenen Kopf, ähnlich wie es der Strauß tut, in den Sand stecken, und hoffen, dass der Löwe einen nicht sieht. 🙂 Löwe ist Löwe, und mit diesen sollte man keine unerlaubten Späße machen. Diese leben in Gruppen in der offenen Landschaft. Dabei ist – mangels Rückzugsräumen und Verstecken – Dominanz ihre Strategie zur Verteidigung ihrer Reviere. Im südafrikanischen Kruger-Nationalpark lief eine Gruppe von Löwen direkt am Auto des Autors vorbei. Fenster schließen und genießen, denn diese sind beeindruckende Tiere. Sie waren friedlich. Den einzigen „Unfrkeden“ gab es dort, als ein Alpha-Elefant, größer als groß, eine Kolonne von Autos vertreiben wollte. Man saß selbst lediglich auf der Rückbank, sah den Elefanten von hinten auf das Auto zurennen. Der Fahrer vorne „schlief halb“, bevor er gerade noch – nach einem ernstgemeinten „Alarmschrei“ – rechtzeitig losfuhr (siehe zur allg. „Nationalpark-Problematik“ noch unten). Das rührendste Erlebnis im Kruger-Park war eine Hyänen-Mutter mit ihren kleinen Kindern. Daran sieht man, wie verzerrt „Tierfilme“ sein können (s.u.), in denen diese Tiere eher auf andere Weise gezeigt werden.

Anm.: Unter wilden Tieren sollte man aus Verantwortung – auch den Tieren gegenüber – stets wachsam sein.

Gerade bei Großkatzen lassen sich recht unterschiedliche Verhaltensweisen erkennen. Auch gegenüber anderen Tieren, die ihnen zum Beispiel die Beute streitig machen wollen (was vor allem in „Parks“ passieren kann). Ein Löwe gibt seine Beute in der Regel erst ab, wenn viele Hyänen auftauchen und anfangen, in seinen ehrenwerten Hintern zu „zwicken“. Dabei kann es jedoch passieren, dass er eine dabei erwischt und tötet. Der Leopard hingegen lässt zuweilen von seiner Beute ab, wenn die erste selbstbewusste Hyäne (Gesundheitsapostel der Steppe) auftaucht, da er Konflikten mit Tieren, die nicht seiner Beute entsprechen, eher aus dem Weg gehen möchte. Zudem weiß er, wie wehrhaft eine ausgewachsene und erfahrene Hyäne ist, die ihren Hals so einzieht, dass er dort nicht zupacken kann. Auch große Wildschweine wären eine reelle Gefahr, da diese andere Tiere rammen können, wenn sie sich bedroht fühlen. Daher bringt der Leopard seine Beute ja auch so gerne auf Bäume, was er nur aufgrund seiner speziellen Schultermuskulatur und -kraft erledigen kann. Und dabei kann er Baumpartien erreichen, die andere Großkatzen oder gar Hyänen nicht erreichen können. Und selbst der Jaguar, der stärker ist, schleppt seine Beute in das tiefe Dickicht, wo er ungestört essen kann. Da derartige Strategien für den Löwen nicht möglich sind, muss er auf seine Kraft setzen, die er von der Natur auch mitbekommen hat. Dennoch muss er wachsam sein, damit er nicht von einem tonnenschweren Bullen auf die Hörner genommen wird. Auch der Huf einer Giraffe kann gefährlich sein. Und überhaupt besitzen Großkatzen diese Fähigkeiten, weil die Tierwelt sehr lebendig und wehrhaft ist, selbst eine kleine Antilope. In Südafrika kam eine mittelgroße Antilope unerwartet aus dem Gebüsch. Um einen Unfall mit dem Auto zu vermeiden, sprang sie über Auto und Straße hinweg auf die andere Seite ins Gebüsch. Und das so gut wie aus dem Stand und absolut wie selbstverständlich. Überdies wie blitzartig, so dass man nicht einmal erkennen konnte, was für eine Antilope das überhaupt war. Das wirkte wie ein Fantasy-Film, in dem es für uns unbekannte Tiere mit unbekannten Fähigkeiten gibt (siehe zum Pavian noch unten). Obgleich dies – vielleicht aufgrund des Sumpfgebietes – unter Umständen eine spezielle „Sprung-Antilope“ war (die auch im tiefen Sumpf „abheben“ können muss), soll dies heißen, dass diese Tiere enorme Kräfte und Reaktionsvermögen besitzen. Und das unerwartete Auto mit 80 km/h (das war kein „Park“, sondern eine „Nationalstraße“) hätte für diese Antilope der Gepard oder Leopard sein können. Und fangen Sie einmal eine derartige Antilope mit der Hand ein und bringen diese auf den Boden, wie es Großkatzen zum Überleben tun müssen. 🙂 

Der Kolbenfresser im Löwen-Revier

In dem südafrikanischen Hluhluwe-Park, der letztlich ein „Löwen-Park“ ist, hatte der Autor ausgerechnet in dem Revier der Löwen (Stichwort dort: „Lions everywhere“) einen unwiderruflichen Kolbenfresser am Motor seines Fahrzeuges. Damals waren Handys noch nicht groß angesagt. Und so entschied man nach einer längeren Warte- und Beobachtungszeit, den Standort des Autos zu verlassen (in diesen Parks soll man nicht einmal aus dem Fahrzeug steigen), und auf einen Hügel zu laufen, um sich Orientierung zu verschaffen. Löwen konnte man dabei in diesem relativ dicht bewachsenen Park (leicht tropisch) nicht sehen, aber regelrecht spüren. Ein aufmerksamer Ranger sah einen wohl auf dem Hügel stehen und schleppte das Fahrzeug ab. Und das alles knapp vor Einbruch der Dunkelheit. Und ehrlich gesagt. In einem Gehege mit abgerichteten Hunden, die Menschen anfallen (siehe sogleich), hätte man mehr „Angst“ verspürt, weil man derart unüberlegte Dinge wilden Tieren nicht zutraut, wenn man nicht gerade direkt in sie hineinläuft etc (s.o.). Wohl nicht immer, aber oft ist das so.

Anm.: In den Tropen stand der Autor an einem zunächst nicht sichtbaren Privatstrand plötzlich umgeben von mehreren Dobermännern, die wohl kurz vor dem Angriff standen und teilweise schon marschierten (wenn dort Diebe von hierzu gezielt abgerichteten Hunden getötet werden, interessiert das so gut wie niemanden). Der Autor kam vom Wasser und flüchtete sich wieder ins Wasser. Das war recht knapp. Für ihn war dies wohl die brenzligste Situation, die er jemals mit Tieren erlebt hatte. Dabei fiel auf, dass zwei Dobermänner sich über den Besuch freuten und diejenigen Hunde, die kaum etwas wahrnahmen, losmarschierten. Und dann startet spätestens nach dem ersten Biss wohl die Gruppendynamik, womit es – ähnlich wie bei abgerichteten Schäferhunden – aufgrund der Vielzahl von Bissen sehr gefährlich werden könnte. Dobermänner und Schäferhunde beißen ihrer „Zuchtrasse“ gemäß derart schnell und oft, dass man es kaum abwehren kann. Ein natürliches Verhalten wäre der schnellstmögliche und den Kampf beendende Gang an die „Kehle“, wie es Wölfe oder „naturnahe“ Hütehunde (s.u.) – oder eben die Großkatzen – gewöhnlich „im Kampf“ machen.

Es war in diesem „Löwenrevier“ auch kaum ein Unbehagen zu spüren, sondern dass Wachsamkeit gefragt ist. Vielleicht resultiert diese „angstfreie“ Verhaltensweise aus einem gewissen Vertrauen gegenüber wilden Tieren (siehe beim Leopard oben). Was jedoch Grenzen kennt bzw. kennen sollte, da man dies bei Tieren wie Löwe und Tiger, aber auch Hai, nicht freiwillig überstrapazieren würde. Man hätte auch die Nacht im Auto zwischen all diesen Tieren verbringen können, was auch nicht ganz ungefährlich gewesen wäre, zumal sich das eine Fenster nicht richtig schließen ließ. Zudem hatte man fast das gesamte Wasser zur „Löschung“ des glühenden Motors benötigt. Der Wasserkühler war ausgelaufen, was bei „Off-Roads“ durch Beschädigungen passieren kann. Und deshalb hatte man abgewogen, wie man damit umgeht und damit auch das vorhandene Risiko in Kauf genommen (Stichwort „Verantwortung“; auch den Tieren gegenüber, wenn etwas passiert wäre.).

Der Ranger hatte diesen „Fußmarsch“ nicht beanstandet. Wohl weil er wusste, wie nervenaufreibend es in der stockfinsteren Nacht unter all diesen vielen Tieren gerade für „degenerierte“ Mitteleuropäer ist, die nicht einmal genügend Wasser für Notfälle an Bord haben. Diese vielen, teils einem unbekannten Tiere hört man dann direkt am Auto, oder wo auch immer, und sieht sie nicht. Und da schließt man nachts wohl kein Auge. Denn man erkennt nicht, was einen erwartet und muss deshalb ständig mit allem rechnen. Auch mit einem Elefanten oder mehreren, denen das Auto dort nicht passt (s.o.). Elefanten können in „Parks“ etwas genervt sein, was ja auch nachvollziehbar ist. Das erwartet man nicht, weil man eben auch Vertrauen hat, aber man kann es nicht ausschließen. Zumindest hat man zu wenig Erfahrungen damit, d.h. mit einer Nacht ohne Taschenlampe im batteriedefekten Auto im Herzen eines extrem tierreichen „Parks“. Und so bestieg man eben lieber den Hügel, als man noch etwas sah, und drückte zuvor kurz die Daumen, dass die Löwen satt sind und tief dösen. So war das bestimmt auch. Am späten Nachmittag sind die Temperaturen dort am höchsten bzw. am stickigsten, und Löwen dösen gerne bei hohen Temperaturen. Bei Verhaltensweisen von Tieren können somit auch die Temperaturen und der Stand des Tages eine große Rolle spielen. Vor allem bei Prädatoren, wie auch den Haien. Viele Tiere haben – ähnlich wie wir Menschen – gewisse Rhythmen – so wie die Dohlen auch. Und wenn Prädatoren satt sind, was man ihnen auch oft ansieht, vor allem den Löwen und Haien, dann sind diese meist ungefährlich, was deren Beutetiere natürlich erst recht wissen und bemerken.

Von Zweibeinern und Vierbeinern

Und dennoch besteht innerhalb der Tierwelt immer die Möglichkeit, dass man von etwas überrascht wird, mit dem man nicht gerechnet hatte, wie bei den Tieren auch, und deshalb sollte man wachsam sein, so wie die Tiere auch. Und oft bewahrheitet es sich eben, dass man als Mensch selbst die größte Gefahr für sich darstellt wie bei Abstürzen oder selbst verursachten Geröllsabgängen, was gerade in wilden Landschaften leicht passieren kann, ähnlich wie das beim Ertrinken der Fall ist. Wohl öfters als Angriffe von Tieren. Eine der größten Gefahren für den Autor in Südafrika war ein zu schneller Abgang vom Berg, und so musste man aus ziemlicher Höhe – ähnlich wie ein Puma (s.o.) – in ein trockenes Flussbett springen. Der Kiesel hatte etwas gedämpft. Allerdings gab es schon eine Fußverletzung, aber nicht so schlimm, eher langwierig, weil wohl etliche Fußknorpel angebrochen waren. Und das übliche bei Stürzen wie Schürfwunden und blaue Flecken durch das Abrollen, d.h. das Gewicht nach dem Auftreffen am Boden sofort ausrollen lassen und nicht abrupt stoppen, weil dann der Aufprall zu heftig wäre. Wenn man senkrecht stürzt, dann geht das natürlich nur schwer oder nicht. Daher so weit nach vorne, wie es geht, wie es Tiere wie Großkatzen auch getan hätten bzw. ständig tun (Katzen können ihren Körper nach einem Sprung im Stand sogar „abfedern“, was wir Menschen jedoch so gut wie nicht beherrschen).

Nur sind Tiere eben dabei viel beweglicher und filigraner als wir Menschen und kennen ihre Grenzen bzw. den Punkt, an dem Verletzungsgefahren sich erhöhen würden. Und jetzt sind wir an dem Punkt, denn man hatte dort ausnahmsweise einen Hund dabei (des Vermieters), dem man folgen wollte. Aber er war zu schnell, und so geriet man als Mensch auf zwei Beinen ins Fallen, und der vierbeinige Hund sah sich den Sturz sicher von unten an. Er muss auch der Schutzengel gewesen sein, denn ein glücklicher Zwischenschritt am Felsen, als die Kontrolle längst verloren war, hatte einen wohl vor richtigen Brüchen bewahrt. Denn insgesamt war der reine Fall in die Tiefe über zehn Meter, und durch den Zwischenschritt konnte diese Höhe quasi halbiert werden. Bei Katzen oder Wölfen und anderen Tieren gehört derartiges mit Sicherheit zum Standard-Repertoire in Felslandschaften – und das wohl in der Regel ohne Kontrollverluste und Verletzungen.

Auf Felsen sollte man unbedingt nicht stürzen und besser überhöhte Vorsicht walten lassen. Man möchte es nicht auf den Hund schieben. Es war auch das berauscht sein durch diese Wildnis und man dachte, man kann es wie dieser Hund, dem man folgte, und ein „Zweigespann“ war. Aber als Mensch kann man dies eben nicht, oder nicht sicher genug bis zum Ziel. Es war eine Erfahrung. Der Hund war ein junger Schäferhund eines sog. „Weißen“. Und diese können dort per Zucht unter Umständen sog. „Schwarze“ anfallen (s.o.). Daher der Weg mit ihm in die einsamen Berge. Der Autor ist in der Natur – und auch sonst – nur noch mit Barfußschuhen unterwegs. Gerade in Felslandschaften (wie Bretagne) bewährt sich das, weil man damit nur das tut, was man sich zutraut bzw. was der Fuß tatsächlich kann. Zudem kann man dadurch Verstauchungen und Brüche am Knöchel oder Risse der Bänder, die oft durch die herkömmlichen Wanderschuhe bedingt sind, vorbeugen (weil gerade Wanderschuhe einen vom Untergrund abtrennen und den Knöchel und Fuß auf unnatürliche Weise einschnüren und damit einschränken oder sogar „ausschalten“). Mit Barfußschuhen kann man seinen Fuß als Art „Greife“ benutzen, so dass man einen besseren Griff auf dem Untergrund hat. Wenn die Gefahr des Umknickens oder Wegrutschens besteht, dann spürt man das sofort und kann gegenlenken oder sich schnell hinsetzen, was besser als eine Verletzung oder ein unfreiwilliger Sturz ist. Mit Barfußschuhen bedarf es jedoch einer „Übergangszeit“, in der man sehr aufpassen sollte, da Fuß und Knöchel und der gesamte Körper sich erst auf diese natürliche Bewegungsform einstellen müssen.

Was sich da ein Leopard denken würde, wenn er derartige „menschliche Fallstudien“ beobachtet. Er würde sich vielleicht denken, ohne Flinte könnte ihm der Mensch wohl nichts anhaben.

Anhand der Großkatzen lässt sich gut erkennen, wie der Lebensraum deren Körperbau und Fähigkeiten prägt. Leoparden und Pumas sind etwas kleiner und leichter, da sie auch harte Felslandschaften und Gebirge bewohnen, wo sich durch zusätzliches Gewicht wie beim Löwen oder Tiger die Verletzungsgefahren deutlich erhöhen und die Bewegungsmöglichkeiten vermindern würden. Der Jaguar ist etwas größer als der Leopard, da er – ähnlich wie der Tiger – den Dschungel bewohnt. Der Gepard füllt (elegant) die Lücken zwischen den Großkatzen in der Savanne, da er durch seine Geschwindigkeit auf mittlerer Distanz Beute fängt, die der Löwe kaum und der Leopard nur schwer erwischen würden. Zudem hält sich der Leopard in der Savanne eher in den Randbereichen zu Hügeln oder Gebirgen auf. Zwischen diesen Großkatzen gibt es dann noch Raum für etwas kleinere Katzen wie Luchs, Karakal (Wüstenluchs) und Ozelot (Dschungel), die sich an kleineren Beutetieren „vergehen“. Der Serval ist sogar auf Vögel spezialisiert. Dafür hat er lange Beine für seine Größe und einen überragenden Sprung in die Höhe. Nach dem Gepard ist er die zweitschnellste Katze. Letztlich teilen sich die Großkatzen und die übrigen Katzen den Lebensraum und/oder Beute auf.  

Anm.: Tiger und Löwen könnten wie „Kinder“ aufgezogen werden und ein gutes Verhältnis zu ihrem Menschen entwickeln. Dennoch verbliebe stets eine Restgefahr, weil jeder „Zugriff“ gerade dieser beiden Tiere schwerwiegende Folgen für den Menschen haben kann; s.o.; „Siegfried und Roy“ dürfte für viele noch ein Begriff sein. Roy Horn wurde während einer Show von seinem ihm am meisten nahestehenden Tiger am Nacken gepackt und an den Rand der Bühne geschleppt. Mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen. Roy Horn überlebte und erklärte sich hierzu, der Tiger hätte gespürt, dass er starke Kreislaufprobleme gehabt hätte und es ihm nicht gut ging, und der Tiger hätte ihn an den Rand der Bühne in Schutz bringen wollen. Viele halten dies bis heute für eine „Schutzbehauptung“, da er sich nicht eingestehen wolle, dass er von seinem eigenen Tiger angegriffen worden wäre. Allerdings könnte es in der Tat so gewesen sein, da Tiger und Löwen einen starken Schutztrieb zugunsten ihres Menschen entwickeln und viel sensibler sind als wir und daher auch mehr wahrnehmen können (Großkatzen schleppen ihre Kinder am Nacken in Sicherheit, allerdings besitzen diese dort ein kräftiges Fell zum Schutz vor den Zähnen). Und das ist eben auch gleichzeitig das Problem, weil dadurch nicht ausgeschlossen werden kann, dass andere Menschen, die als Bedrohung für das eigene sog. „Herrchen“ aufgefasst würden, angegriffen werden. Das kann auch eine Gefahr bei naturnahen Hütehunden wie z.B. dem Kaukasischen Schäferhund bzw. Owtscharka sein. Aber weder bei Großkatzen noch bei diesen „speziellen“ Hütehunden wäre dies als Bösartigkeit zu sehen, sondern als eine besondere Ausprägung des natürlichen Instinkts. Der „natürliche“ Owtscharka kennt nur seinen Schäfer und die Schafherde, und alles andere wird als Bedrohung für die Schafherde (und den Schäfer) angesehen (inkl. Bären und Wölfe, denen er sich angstfrei stellt). Viele Menschen stehen auf starke Hunde. Aber was soll so ein Hütehund im deutschen Vorgarten, wo er bei all seiner Kraft und Wachsamkeit ohne „Herde“ keine Aufgabe hat? Der Tiger von Roy Horn wurde jedenfalls dafür nicht „bestraft“ und starb an Altersschwäche. Es gab nie wieder Probleme mit ihm. Und letztendlich nutzten sie die Einnahmen aus der „glitzernden“ Prestige-Show, um Tigern und Löwen auch in deren Heimat etwas Schutz zu gewähren. Dennoch zeigt dies, dass man Großkatzen – ähnlich wie Bären – in ihrer natürlichen Umgebung belassen sollte. Und wer nachts schon einmal einen „Zirkus-Löwen“ hat stöhnen, jammern und weinen hören, wird wohl nie wieder einen Zirkus betreten. Im Internet war eine rührende Szene zu sehen, nämlich ein Löwe, der aufgezogen und freigelassen wurde. In der Freiheit als nunmehr erwachsener Löwe erkannte er seinen „Aufzieher“ (wohl ein Ranger) noch und sprang ihm aus Freude über diese Begegnung wie eine kleine Hauskatze in die Arme. Es ist nichts dabei passiert; und es zeigt, wie eng sich Menschen und wilde Tiere untereinander sein können, wenn sie sich vertraut sind. Wie Mensch benötigt Tier Vertrauen.

Die Ureinwohner hatten übrigens Großkatzen mit Lärm und Wedeln mit Stöcken in der Luft und dem Herumschmeißen von Gegenständen versucht zu vergrämen (auch weil dies Menschen von tierischer Beute – abgesehen von den Pavianen, die auch ähnliche Dinge unternehmen – eindeutig unterscheidet und eine Großkatze wie Löwe abschrecken könnte). Vielleicht hatten sich diese jene Strategie von den Pavianen abgeschaut. Und wenn sich diese „Ureinwohner“ einem Baum genähert hatten, der für Leoparden geeignet schien, dann haben diese mit Sicherheit einen Blick darauf geworfen. Jedenfalls stand man dort unverhofft unter Pavianen. Solche Tiere können sehr unauffällig sein. Das ist oft ihre Überlebensstrategie in der „geordneten Menschen-Welt“ (s.u.). Bei Puma, Wolf und Luchs ist das ähnlich (und der menschengewohnte Bär kann in Siedlungs- oder Zeltnähe wohl etwas häufiger wahrgenommen werden, da er auch ein „Abfallwühler“ ist und ausglühende „Grillplätze“ liebt etc.). Leoparden kommen in der Nacht gelegentlich an die Strände bei Kapstadt etc., um nach Robben, Pinguinen u.s.w. Ausschau zu halten, und niemand bemerkt es (es gibt nur wenige Fotos und Essensreste, die das beweisen). Tagsüber bleiben sie in den nahegelegenen steilen Bergen und verstecken sich (bei Klick ein Bild von einem sog. „Cape-Leoparden“). Menschen entsprechen eben oft Gewehrkugeln. Und denen möchten nicht nur Menschen, sondern auch Tiere aus dem Weg gehen.

Auf diesem Bild kann man sehr gut die spezielle Schultermuskulatur des Leoparden erkennen. Denn diese befähigt ihn erst dazu, seine Beute auf Bäume schleppen zu können, um Konflikten und damit auch Gewalt mit anderen Tieren rund um die Beute vorzubeugen (Stichwort „Effizienz“; s.u., insbesondere auch den Anhang).

Konfliktvermeidung durch Achtung der Rückzugspunkte von Tieren

Heute würde man dies nicht mehr tun, also nicht mehr durch die oben beschriebene Schlucht laufen. Da einem inzwischen bewusst ist, wie wichtig diese Rückzugspunkte für diese – und andere – Tierarten sind. Sie ziehen sich dort vor allem vor uns Menschen zurück. Das ist das etwas unschöne dabei.

Wenn Farmer oder Winzer einen Leoparden auf „ihrem“ Gelände sehen (oder Paviane), greifen sie wohl automatisch zur Flinte und alarmieren gar per Funkgerät ihre Kumpels zum gemeinsamen „Gefecht“. Bei Schäfern dürfte es ähnlich sein. Auch in der Nähe von sog. „Strauß-Farmen“ (ist dieser Vogel wirklich nur zum Essen da?) und sonstigen kommerziellen „Landnutzungsunternehmungen“. Die Südafrikaner auf dem Land (meist „Settler“) verhalten sich etwas anders als Europäer in „Gefahr- oder Eigentumsmomenten“. Als der Autor nach Sonnenuntergang in einem Lokal saß (Nähe Durban), wurde dort ein „Übergriff“ von sog. „Schwarzen“ auf ein Haus eines sog. „Weißen“ per Funkgerät gemeldet. Sämtliche Buren – bis auf den Wirt – verließen daraufhin ohne Wortwechsel mit gezückten Waffen (Gewehre und Pistolen) das Lokal und stiegen in ihre großen PS-Jeeps, um zu diesem Haus zu fahren; „Einbrüche“ sind dort oft kein „Zuckerschlecken“ für sog. „Schwarze“, die auch meist „Angst“ vor diesen Buren haben; vgl. Historie von Südafrika. Den Tieren dürfte es nicht viel anders gehen. Und etliche Jäger finden es eben nun einmal „cool“, einen Leoparden mit Zielfernrohrgewehr oder anderen zielsicheren Flinten zu erlegen. Dadurch fühlen diese sich in ihren gesteigerten Minderwertigkeitsgefühlen „erhoben“ und dem Leoparden an List, Schnelligkei, Kraft und Intelligenz mindestens gleich. Entsprechende Bilder mit der feig und hinterlistig mittels „erhobener Technik“ erlegten „Trophäe“ schmücken dann die Familien-Salons, aber auch das Internet.

All dies zeigt, wie wichtig es für wilde Tiere ist, sich an friedlichen Orten zurückziehen zu können. Und diese Rückzugspunkte sollte man – auch zur Konfliktvermeidung – achten. Und dies nicht etwa nur in Afrika, sondern auch in der heimischen Natur, in der der „Jagddruck“(das sind die Jäger) sogar noch höher ist (dieser ist dort katastrophal für die Tierwelt, daher sogar Flucht in Großstädte) und die Lebensräume noch kleiner.

Mensch- und Tierverhaltensweisen

Man hatte somit in dieser idyllischen Schlucht vor allem auf Leoparden im Baum, ebenso auf Felsen, und Schlangen direkt vor sich am Boden geachtet (s.o.), da dies dort – neben Stürzen etc. – die reelen Gefahren für Menschen waren. Bei Tieren dürfte dies obgleich ihrer schärferen Sinne (s.o.) ähnlich sein. Die Dohle z.B. erkennt wohl, wenn sie eine Stelle erreicht, die nach der Heimat des Habichts aussehen könnte. Dabei dürfte sie dessen Verhaltensweisen und Fähigkeiten ebenso kennen (Stichwort „vorbeugende Konfliktvermeidung“ bzw. „Effizienz“; s.o.). Wenn eine Meise auf einem Meisenknödel nach jedem zweiten Picken in alle Richtungen blickt, bedeutet dies, dass sie nach Gefahren Ausschau hält, und vor allem nach Sperber, Falke und Habicht, da diese meist die reelsten Gefahren am Meisenknödel sind, sofern die Katze und andere „Vierbeiner“ wie Marder & Co. entweder schlafen oder im Blick sind; Greife sind extrem still und schnell (und äußerst geschickt) und daher nahezu jederzeit eine absolut reale Gefahr für deren Beutetiere (also für das Einzeltier und nicht den Bestand; s.o.). Auch deshalb ist die Singvogelwelt so viel in Bewegung oder macht gar einen etwas „nervösen“ Eindruck (auch weil wir Menschen die Deckung wie Hecken, Bäume u.s.w. wegnehmen) oder versammelt sich gerne unter „vielen Augen“ von Artgenossen; s.o.; und manche kennen vielleicht den Blick aus dem Fenster, wenn gerade ein Sperber eine Meise wie ein Pfeil davonträgt; da entscheiden meist Millisekunden oder gar noch weniger. Und deshalb sind diese Vögel so extrem wach- und achtsam (vgl. auch Dohle). Hätte der „Europäer“ natürliche sog. „Fressfeinde“ (vorsorglich wurde fast alles weggeschossen), wäre dieser wachsamer und achtsamer. D.h. Menschen könnten diese Fähigkeiten in ihrem Maße zurückgewinnen, wenn diese über einen längeren Zeitraum gefragt würden, wie z.B. in Südafrika oder Indien, wo man eben teils auf sog. „Raubkatzen“ u.s.w. achten muss oder auf „Überfälle“ wegen finanziellen Ungleichgewichts etc.; da spitzt man automatisch hier oder da seine „Sensoren“, was bereits dem „Überlebensreflex“ geschuldet ist, wobei dieser eben bei Tieren meist deutlich stärker ausgeprägt ist; siehe hierzu auch Stichwort „Degeneration“ zu Beginn des Beitrags, obgleich wir niemals das Auge des Adlers erreichen werden oder gar die Schnelligkeit und Bewegungsmöglichkeiten eines „Chef-Pavians“ (s.u.).

Tiere nicht an „Grenzen“ der Menschen gebunden

Leoparden sind recht scheu und vorsichtig, und nicht ganz so dominant wie z.B. der Tiger, dessen „Heimstätten“ man besser aus dem Weg gehen sollte (ähnlich wie bei Löwen das der Fall ist). Leoparden sind flexibler und können dadurch dem Menschen besser „ausweichen“ (ähnlich wie der Pavian), und ihren „Platz“ woanders aufschlagen. Daher können gerade Leopard und Pavian auch außerhalb der Nationalparks gegenüber den Menschen bestehen (siehe noch unten). So gut wie die Südafrikaner mit dem „Weißen Hai“, Walen und Delphinen umgehen bzw. bemüht sind, auch – aber nicht nur – weil sie so weit abgelegen Meer und Fisch „im Überfluss“ haben, so mächtig ist dort die burische (Niederlande) und britische „Landlobby“, um zu versuchen, Tiere wie Pavian und Leopard aus kommerziellen Interessen zurückzudrängen (siehe bei der Dohle und den heimischen Tierarten oben). Daher – und wegen Touristengeld – erfolgte ja auch die „Nationalpark-Strategie“, oft auf Flächen, die nicht lukrativ genug genutzt werden konnten (Felsen, Sumpf oder zu weit von der Infrastruktur abgelegen), oder Gebiete, in denen die sog. „schwarzafrikanische“ Bevölkerung Schwerpunkte hatte, um das Land wie ein Kuchen aufzuteilen und schonungslos „auszunutzen“ und dabei argumentieren zu können, dass gewisse Tierarten bitteschön nur in den Nationalparks „Platz“ zu nehmen hätten. Und die sog. „Schwarzen“, denen dann auch noch von weißer Hand veranlasste „Kommerz-Wilderei“ und „Drogenhandel“ in die Schuhe geschoben wird – und die Europäer glauben eben (leider) fast alles (s.o.) -, mögen bitte ihren Mund halten. Und an diesen „einseitigen Vertrag“, der auch in anderen afrikanischen Ländern zwischen sog. „weißen Menschen“ abgeschlossen wurde, haben sich eben vor allem die Paviane aufgrund ihres dynamischen und flexibel ausgestatteten Gruppenverhaltens und der Leopard aufgrund seiner Scheu und ebenso Flexibilität (und beide aufgrund der vielen zuweilen unwegsamen Gebirgslandschaften) nicht „gehalten“.

(Anm.: Diese Natinalparks haben zwar Tiere, wie z.B. den Löwen, bestimmt bisher vor dem Aussterben bewahrt. Wer möchte Löwen als Nachbarn haben? Allerdings muss festgestellt werden, dass gerade die größeren Tierarten in Nationalparks ihr natürliches Verhalten entweder aufgeben oder stark anpassen (s.o.). Es kommt daher dort auch zu Widernatürlichkeiten und zu einer Form von Degeneration, was viele „Arten“ dann auch anfälliger für Krankheiten macht. Aufgrund der örtlichen Begrenzungen und der Ansammlung von Tieren können die oben angesprochenen „Streitvermeidungsaktivitäten und -strategien“ nicht mehr effektiv genug „praktiziert“ werden. Das kann gewisse Tierarten gesteigert „aggressiv“ machen (siehe zum Leopard und Tiger oben). Auch dadurch ist in der Öffentlichkeit zuweilen ein „schräges“ Bild über Tiere entstanden. Letztlich gleichen vor allem kleinere Nationalparks einem Zoo ohne die vielen Zäune dazwischen. Und die Tierfilmer versuchen natürlich, dies auszublenden und den Eindruck einer intakten Wildnis zu erwecken, ähnlich wie es auch bei Filmen über Tiere im „geordneten“ Urwald geschieht, wo die Filmer zu den einzelnen „Tierarten“ geführt werden)

Wenn Tiere die „Grenzen“ des Menschen „überspringen“

Als der Autor gerade in Kapstadt verweilte, wurde dort eine aus einem Tierpark ausgebüchste und sich (lokal und mengenmäßig beschränkt) fortpflanzende Population von Huftieren, ähnlich wie Steinböcke, jedoch aus dem Himalaya stammend, sofern die Erinnerungen noch stimmen (das war so um die Jahrtausendwende), „ausradiert“; sogar mithilfe von Hubschraubern, die deshalb täglich um den bekannten „Tafelberg“ kreisten. Diese Tiere hielten sich Jahre zuvor ebenso nicht an ihre „Grenzen“ (der Zaun vom Zoo war für ein paar „Himalaya-Springböcke“ nicht hoch genug). Offiziell hieß es, dass diese Tiere Trampelpfade errichten würden, auf denen Touristen abstürzen könnten. Ob das stimmt. Vielleicht wurden diese Tiere auch beseitigt, weil sie eine wichtige Nahrungsquelle für den Leoparden dargestellt und dessen Ausbreitung dort (s.o.) begünstigt hätten. Denn in den Bergen direkt um Kapstadt geht – bis auf zwei, drei bekannten Wegen – kaum jemand wandern (einmal Gondel zum Tafelberg und wieder zurück, weil es dort am Kap ein „riesiges Programm“ gibt, und diese Berge wegen der Stadtnähe und teilweise angrenzenden sog. „Townships“ der sog. vermögenslosen „Schwarzen“ nicht als „ganz sicher“ eingestuft werden aus sog. „weißer“ und vermögender Sicht). Und Tiere stören dort nicht sonderlich. Man selbst hatte diese Huftiere auch nie gesehen. Ebensowenig „verlockende Trampelpfade“. Abstürze oder Geröllsabgänge drohen zudem nicht nur bei tierischen Trampelpfaden, sondern fast überall in Südafrika. Es gab dort kaum Hinweise auf Tiere. Bis auf die Dassies. Diese Kuschelhamster sollen die nächsten noch lebenden „Artverwandten“ des Elefanten sein. Man hatte sich deshalb darüber gewundert, warum dort ständig Hubschrauber kreisten und über der Stadt durch den Schalleffekt des wuchtigen Tafelbergs Schüsse wie am Fließband zu hören waren. Daher fragte man nach. Aber das ist jetzt wirklich nur eine Annahme oder ein „Erklärungsversuch“. Jedenfalls zeigt diese Maßnahme gegenüber diesen Huftieren, die als „Himalaya-Steinböcke“ doch ganz gut zum recht tierarmen Massiv des Tafelbergs (trocken) gepasst hätten, wie „gnadenlos hart“ die Verwaltungen dort mit „wilden“ Landtieren umspringen können. Und den Pavianen und Leoparden wird es hier und da nicht viel anders ergehen. Und deshalb müssen wilde Tiere außerhalb der Nationalparks (und selbst in diese wird ja auch durch Jagd eingegriffen) sehr auf sich aufpassen und sich tagsüber verstecken – wie nahezu überall in dieser Welt.

Pavian: Wie Dohle „Gemeinschafts-Überlebenskünstler“

Am Gesamtverhalten der Paviane gemessen, und deren Fürsorglichkeit gegenüber der Gemeinschaft, aber auch der Umgang unter ihnen selbst und mit Menschen ohne „böse Absichten“ (siehe hierzu oben und noch unten), ist „deren Ruf“ eine „Beleidigung“ und ein Paradebeispiel einer boshaften und gierigen Kombi aus „Forschung, Naturschutz & Landlobby“ (siehe hierzu bei Dohlen oben). Speziell mit „Tierfilmen“ wird Tieren ganz bewusst wegen jeweils lokaler „Gierinteressen“ nach „Belieben“ ein „Hut“ aufgesetzt, und fast niemand bemerkt es, da die eigenen Erfahrungen meist fehlen. Und das fängt bei der heimischen Dohle und den Wildschweinen & Co. eben schon an (s.o.).

Der Ruf des Pavians ist deshalb so ungerecht „schlecht“, da er die einzige größere Affenart war, die den Interessen der kolonialen „Landlobbys“ zu deren Schreck trotz gnadenloser Bejagung und Landnutzung trotzen und sich dem Menschen anpassen konnte (siehe zum „Trotzen“ oben bei den Dohlen und Delphinen). In Südafrika nutzt der Pavian als Versteck die engen Schluchten und versteckte Steilhänge, sonst wäre er dort außerhalb der geldbringenden „Touristenparks“ womöglich schon ausgerottet. Der Orang-Utan hingegen ist viel zu sanft und „verschlafen“ (verträumt), um dem Menschen trotzen zu können. Bei dem Gorilla ist dies ähnlich. Zudem sind diese beiden Affenarten auf sehr spezielle Lebensräume angewiesen und konnten nicht damit rechnen, dass der Mensch aus übersteigerter Gier auch dorthin gelangt. Deren Zurückgezogenheit bzw. Abgeschiedenheit war gleichzeitig ihr natürlicher und spezieller Schutz. Deshalb werden diese wohl auch nicht überleben können, wenn es wie bisher weitergeht. Paviane können übrigens – ähnlich wie Dohlen (siehe oben) – schneller als unser Auge sein. In einem südafrikanischen Nationalpark, dem Blyde River Canyon, beobachteten Paviane offenbar durch das geöffnete Fenster, wie man etwas nach dem Einkaufen im benachbarten Supermarkt auf dem Kühlschrank abstellte (das waren damals „gesunde“ Chips). Plötzlich ereilte durch Diehle und Küchentüre ein „Schatten“ den Kühlschrank direkt neben einem, und man sah letztlich nur noch durch das geöffnete Fenster auf der gegenüberliegenden Seite, wie der „Chef-Pavian“ mit der Tüte Chips (lässig) unter seinem Arm auf den Baum stieg, damit dessen versammelte Gemeinschaft diese in Ruhe verzehren konnte.

„Chef-Pavian“ ging „Streit“ trotz Chips aus dem Weg

Dies stärkte den eigenen „Respekt“ vor Pavianen, da diese jene enorme Schnelligkeit „spielerisch“ nahezu nach Belieben einsetzen könnten, um Menschen gezielt anzugreifen. Man hätte in diesem Moment nicht einmal erkennen können, was mit einem in der eigenen Küche geschieht; zumindest aus Sicht der „Chips-Tüte“ (man sah letztlich nur, dass ein Schatten, der ähnlich wie ein Mensch aussah, allerdings sehr gelenkig wirkte, mit seinem immens langen Arm weit ausholend nach der Chips-Tüte griff bzw. diese gleich mit sich riss, den hohen Kühlschrank dabei wie durch ein „Wunder“ unberührt ließ, und gleichzeitig wieder die Türe inkl. weitläufiger Diehle verließ). Man hätte dann vermutlich recht schnell das Fell gespürt; und das damit verknüpfte wilde Fuchteln mit den Krallen und Zähnen dann schon einem Tier im „eigenen“ Haus zuordnen können (und nicht etwa der südafrikanischen GSG 9); und es schien auch ein wenig mehr nach einer wohl bisher unentdeckten sog. Affenart, einem ebenso blitzartigen sog. „Halbmenschen“ oder gar einem sog. „Alien“ ohne Bindung an Raum und Zeit als nach einem Leoparden (die sich in „Parks“ ab und zn an unvorsichtigen Touristen „vergreifen“; s.o.). Mehr einzuordnen war da nicht. Und dies alles nur aufgrnnd dieser raumfüllenden „Greifbewegung“ nach der Tüte Chips. Und weil man die Küchenarbeit für andere machte. Aufgrund der außergewöhnlichen Schultergelenkigkeit können Affen Bewegungen mit ihren Armen ausführen, die für uns Menschen kaum nachvollziehbar sind. Neben den dadurch möglichen Kletter- oder Kindrettungsaktionen (letzteres ist dieses Ausholgreifen bzw. das Kind an sich reißen, wie gerade beschrieben bei der Tüte Chips) können sie gerade dadurch sogar gegenüber stärkeren „Fressfeinden“ möglicherweise bestehen (siehe sogleich). Paviane greifen jedoch, obwohl sie mit Menschen den selben Lebensraum teilen, diese nur äußerst selten an, und meist nur, wenn Touristen sich in „Parks“ komplett falsch verhalten (und es sich dabei um „Gier-Nahrung“ wie eben Chips etc. dreht; siehe zu den Fritten bei Dohlen oben), obgleich wir ihnen ihren Lebensraum wegnehmen und ihnen nachstellen.

Ein „Küchen-Blitz“, der trotz Chips nicht „biss“

Und auch in diesem Fall hatte der beobachtende „Chef-Pavian“ offenbar exakt den Moment abgewartet, als man die Tüte Chips auf dem Kühlschrank abgestellt hatte, um einem körperlichen Konflikt (obgleich seiner Überlegenheit und der nach Chips quengelnden Paviankinder) aus dem Weg zu gehen. Daher unternahm er dies auch so schnell, dass man darauf nicht einmal ansatzweise reagieren konnte. Und dabei sah er zuvor, dass von Touristen keine Gefahr für ihn ausgeht, da diese nicht bewaffnet sind und auch gar nicht mit so etwas rechnen, und stattdessen eine leicht erschließbare Quelle für Chips etc. sind. Der „Chef-Pavian“ hätte somit vor seiner versammelten Familie auch den „dicken Max markieren“, auf einen zustürmen und die Tüte locker aus der Hand reißen können (und noch einiges mehr); oder sich dabei gegebenenfalls für ein von Meschenhand erlegtes „Gemeinschaftsmitglied unter seiner Führung“ rächen können (woran untereinander verfeindete Menschen durchaus denken „könnten“), oder wie auch immer, was aus Sicht des Menschen zu erheblichen Verletzungen hätte führen können (zu dem nachfolgenden Bild noch mehr im Anhang).

„Chef-Paviane“ müssen in ihrem natürlichen Lebensraum ihre Gemeinschaft vor Leoparden schützen. Auch vor Löwen. Aber gerade die Leoparden, die sich dort als einziger Vertreter der sog. Großkatzen auch außerhalb der „Parks“ in den gebirgsähnlichen Landschaften (durch ihre Scheu und Paviane als ausreichende Beutegrundlage) etablieren konnten (s.o.), können so gut wie in jedes Versteck gelangen und zudem ziemlich gewandt sein in den Steilwänden und auf Bäumen. Da bleibt für Paviane oft nur der Kampf. Aus diesem Grund wiederum versucht der Leopard unaufmerksame oder von der Gruppe etwas abgelegene Tiere schnell zu „erwischen“ oder nutzt den „Überrumpelungseffekt“ bei Schlaf etc., da auch der Leopard nicht verletzt werden bzw. sinnlose Kämpfe führen möchte. Jedenfalls hätte man als unbewaffneter Mensch gegen diese „Dominanz-Paviane“ wohl kaum eine „Abwehrchance“; zumindest dann nicht, wenn es diese darauf anlegen würden. Auch die Klitschkos nicht. Selbst, wenn diese noch mehr Geschwister oder gar einen großen Stamm hätten. Echte Affen, aber auch Dohlen und fast alle anderen Tiere auch, wollen jedoch mit „dem Menschen“ Frieden haben.

„Wohngemeinschaft“ namens „Mensch-Natur-Tier“

Und derartige Begegnungen, wie z.B. mit den Pavianen, beweisen das ganz deutlich. Und selbst wenn in der Küche etwas passiert wäre, hätte man dafür als Mensch die Verantwortung übernehmen müssen. Im „eigenen“ Haus war ein Hinweis der Nationalparkverwaltung vorhanden, dass man gerade nach dem Einkaufen im Supermarkt Türen und Fenster wegen der Affenpopulationen schließen sollte, was man eben nicht zur Kenntnis nahm. Auch die kleinen, zierlichen sog. Affenarten unternehmen solche Dinge dort. Sogar noch viel häufiger. Und selbst da möchte man seine Finger nicht dazwischenlegen. Und je länger man in solchen Ländern verweilt, desto mehr lernt man (bzw. muss man lernen), dass man den Lebensraum mit anderen Tieren teilen muss, was manche ja auch gerne tun und deshalb nach Südafrika etc. reisen. Und das gilt eben nicht nur gegenüber Tieren, die wohl „stärker“ sind als wir Menschen (siehe Pavian oder Luchs/Wolf oben), sondern in Südafrika z.B. auch gegenüber Fröschen, die an manchen Orten postwendend eine für „uns Europäer“ kaum vorstellbar große Kolonie im Pool aufbauen, wenn dieser nicht täglich „betreut“ wird (Stichwort hierzu „Eigentum und wilde Tiere“; s.o.). Man sieht dann gelegentlich den Poolbereich nicht mehr vor lauter Fröschen (viele Tiere leben eben nun einmal in „Kolonien“, was in Europa kaum mehr möglich ist). Und gerade durch derartige („uns Europäer“ zuweilen auch oft überraschende) Erfahrungen – und gleichzeitig schöne und zuvor kaum vorstellbare Erlebnisse – mit Tieren könnte man ein Verständnis dafür entwickeln, dass wir Menschen uns nicht außerhalb, und auch nicht darüber, sondern innerhalb der Tierwelt, d.h. insbesondere in den dazugehörenden „Natur-Kreisläufen“, begreifen; und dafür sogar hier und da auch Verantwortung übernehmen müssen. Auch um unseren eigenen (natürlichen) Fähigkeiten, die wiederum Dohle, Libelle, Makohai (s.o.) oder Paviane nicht haben, gerecht werden zu können. Auch daran möchte dieser Beitrag ein ganz kleines Stück mitwirken, unter den gschätzten Leserinnen und Lesern, sofern Offenheit und Interesse dafür besteht.

Dohlen in Gemeinschaft als „role model“ für Menschen?

Damit wären wir nach diesem „kleinen“ Einschub über sog. „Affen“ – und sogar Leoparden – zum Abschluss nun wieder bei den heimischen und ebenso verspielten Dohlen angelangt. Diese sind funktionierende und notfalls auch eigenständige, stark familiär geprägte „Gruppen“ im Schwarm, der wiederum ebenso nahezu perfekt in alle Richtungen ohne größere Streitigkeiten oder gar Rudelkämpfe auf äußerst nette Weise funktioniert. Damit sichern schon einmal diese das Überleben der Tiere trotzend zu Luft, wie der Pavian trotzend zu Boden (s.o.) und der Delphin trotzend zu und hüpfend über Wasser (s.o.), aufgrund der in diesem Beitrag beschriebenen hochsozialen und recht dynamischen „Gruppen-Fähigkeiten“.

Die Dohlen sind somit ein „Paradebeispiel“ für ein individual- und kollektivbezogenes „Zusammenleben“ in der doch sprichwörtlich „fabelhaften“ Welt der Tiere.

Ähnlich wie Delphine, wobei sich Dohlen eben besser beobachten lassen und die unmittelbare Umgebung des Menschen teilen und nutzen.

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Der Autor dieses Beitrags, Dominik Storr, wollte als Kind Tierforscher werden. Glücklicherweise wurde er dies nicht. So konnte er nicht nur von Klein auf, sondern auch weiterhin als Erwachsener ohne Dogmen und frei von Vorverurteilungen die verschiedensten Tierarten intensiv beobachten und ihr natürliches Verhalten und deren Fähigkeiten und Begabungen einschätzen. Und dabei konnte er zum Teil „Verblüffendes“ und auch sehr viel „Menschliches“ (siehe oben) in zahlreichen Situationen beobachten, was den „Respekt“ vor Tieren noch einmal deutlich erhöht hatte (die Folge war Veganismus etc.). Tiere kann man überall beobachten, selbst im Alltag. Dazu benötigt man kein Fernglas, sondern Offenheit und Interesse, und dann können sich u.a. sehenswerte Aussichten bieten oder gar beeindruckende Begegnungen. Bei Dohlen fasziniert ihn viel, wie dieser Beitrag es hoffentlich deutlich gemacht hat. Insbesondere auch, dass diese Vögel ihre individuellen und kollektiven Fähigkeiten nicht etwa dazu nutzen, anderen Vögeln Schaden zuzufügen. Überfälle auf andere Vögel konnten nie beobachtet werden. Stattdessen setzen sie ihre Fähigkeiten ausschließlich zum Erhalt ihres Schwarms und ihrer Familie ein. Und dies auf eine Weise, die unser Menschenherz berühren kann. Vielleicht interessiert Sie auch Fais-le bien, ma petite chérie – Von Tauben, Delpinen, Haien und Menschen

Epilog (von „Arten“ und „entartet“)

PS: Die Antwort der oben angesprochenen dohlen- und menschenvergrämenden „Greiflosvögel“ war wohl eine sog. „Sachbeschädigung“ am Auto, die gerade entdeckt wurde (Reifen mit Messer „abgestochen“, dabei bitte „viele Grüße“ an „die Logen“ in Deutschland, die all dies in der Bretagne koordinieren). Man sollte daher Menschen, denen man sich – ähnlich wie „Chef-Pavianen“ unter ihresgleichen oder sogar mit fremden Spezies (s.o.) – anvertrauen möchte, stets fragen, ob diese – anders wie Delphine, Dohlen oder gar „Chef-Paviane“ (s.o.) – in einer „Loge“ sind (die „Antwort“ wird man an den Augen erkennen). Denn dies „zwingt“ diese Menschen automatisch zu „bösen Taten“. Dabei wird selbst auf „soziale Beziehungsgeflechte“ – also anders wie in der Tierwelt (s.o.) – keine Rücksicht genommen. All dies geschieht durch die übergeordnete „Befehlsstruktur“ bei gleichzeitiger Ausschaltung des eigenen Gewissens. Also ähnlich wie beim sog. „Militär“. Die Motivation hierzu entstammt der Gewinnung selbstbezogener Vorteile und insbesondere der Erlangung von „Vorzügen“, die „wertmäßig“ meist weit über dem liegen, was man selbst für die „Gemeinschaft“ erbringt. Auch dieser „Mechanismus“ ist der Natur – und vor allem den sog. „Affen“ – fremd (s.o.).

Derart Hinterlistiges am eigenen „Nest“ bei Abwesenheit könnte aus „heller“ Dohlensicht in Form einer „Sanktionierung“ bei gleichzeitiger „Warnung“ bzw. „Drohung“, aber auch durchaus als Ausdruck von – selbst unter sog. wilden Tieren gänzlich unbekannter (s.o.) – „Rache“ gewertet werden. Ferner eine Form von – ebenso hier tierfremden – „Neid“, da man sein ideenreiches „Nest“ und die „Flugstrecken“ nicht mit gewissen „Greiflosvögeln“ bei ausreichend vorhandener „Dohlen-Sicht“ (s.o.) teilt. Zudem wäre an „Nest-Sabotage“ zu denken, die unter freien Vögeln jedoch so gut wie nicht vorkommt. Oder der Beginn einer Kette von weiteren auf das „Nest“ oder „Flugstätten“ bezogenen Ereignissen. Zudem ein „Geburtstagsgeschenk“, ähnlich wie Drohungen kurz vor Weihnachten. Und dabei scheute man das Angesicht. Sei es wegen der fluchsen Augen der Dohle (s.o.) oder gar aus Angst vor der hoffüllenden Ausholbewegung des Pavians (s.o.). Das ist eine Annahme bzw. ein menschlicher „Erklärungsversuch“. Damit muss man sich auch abgeben. Ähnlich wie die Wissenschaften, wenn einem die absolute Gewissheit fehlt (s.o. bei den Tieren und insbesondere den Text zu „Arten-Poker“).

Und selbst, wenn einen die „Weitsicht“ noch erlangen sollte, nachdem die Dohlen mit ihrem „allsehenden Auge“ (s.o.) befragt wurden, würde man – ähnlich wie die oben beschriebenen Tiere, und selbst der Leopard (s.o.), aber nicht unbedingt Delphin, Pavian und Dohle (s.o.) – das Weite suchen; angesichts derart mutwillig „entarteter“ Verhaltensweisen von Lebewesen, die dann oft noch das „Sagen“ unter den ihnen anvertrauten Gemeinschaften haben. Und deren Geschicke lenken. Dabei, sogar auch heimlich, organisiert sind. Und selbst der Gemeinschaft Dinge verschweigen oder falsch darstellen. Ebenso bei Verdächtigungen. Und dies nicht etwa, um die Gemeinschaft zu fördern, sondern sich selbst und andere, welche die Gemeinschaftsmitglieder oft gar nicht kennen, zu bereichern. Dies fällt den meisten „Beutetieren“ innerhalb dieser Gemeinschaften nicht auf. Deshalb wäre es begrüßenswert, wenn diese – meist leicht ergrauten und körperlich eher zerbrechlich wirkenden – nach „Kunst-Alpha“ riechenden „Wesen“ sich dabei bedacht und solidarisch, und sogar beiden „Seiten“ wie ein geeigneter „Schiedsrichter“ zugewandt, exakt wie „Chef-Paviane“, also die mit echtem „Alpha“, verhalten würden (s.o.).

„Chef-Paviane“ als Vorbild habend, da diese unnötigen Konflikten aus dem Weg gehen (s.o.), wurden die Namen des bretonischen Ortes und der Region (s.o.) nachträglich entfernt. Dohlen sind nicht nur dort (noch) nicht willkommen. Und nahezu jede Gemeinde“führung“ dieser „geordneten Welt“ (s.o.) müsste versuchen, Bewohner, d.h. Mitglieder der eigenen Gemeinde, zu „vergrämen“, wenn der Befehl „von oben“ bzw. „von außerhalb“ kommt. Und auch hierzu, also dass sich das irgendwann einmal ändert, soll dieser Beitrag ein kleines Stück mitwirken, indem er soziale Begabungen und Gefüge innerhalb der Tierwelt etwas näher vorstellt. Und dies nicht etwa, um Tiere über Menschen zu „heben“. Sondern um Offenheit und Interesse auch gegenüber anderen Lebensformen zu wecken, die friedlich, und oft sogar auch als „Nachbarn“ (s.o.), mit uns Menschen auskommen wollen (s.o.).

Zum Abschluss

Begegnen sich zwei Waldwühlmäuse.

Fragt die eine: „Hast du heute schon den Habicht gesehen?“

Antwortet die andere: „Nein. Und ebenso wenig Marder, Wiesel, Sperber und Fuchs.“

Entgegnet die andere: „Könnte uns der Sperber denn bedrohlich werden?“

Antwortet die andere nahezu bestürzt: „Da musst du die Dohle fragen.“

Fragt die andere verdutzt: „Warum die Dohle? Die hat doch starke Greife.“

Flüstert die andere ganz leise: „Ja, aber diese sitzt plötzlich damit direkt über deinem Kopf.“

Wendet die Dohle schnell ein: „Habt bloß keine Angst vor mir. Aber seid auf der Hut. Vorne, seht her, wo der eine Baum mit Efeu zu Boden neigt, wartet der Sperber bereits im Dickicht auf euch. Und dessen Greife wehrte ich selbst ab, und kenne sie daher haargenau. An eurer beiden Stelle würde ich dessen scharfes Werkzeug ähnlich wie beim Habicht ernst nehmen. Macht es gut, denn ich vernehme gerade die Botschaft meiner Familie. Ihr könnt es noch nicht sehen, aber auch der Habicht ist nicht mehr weit. So muss auch ich mich nun schnell mit meinem Schwarm in Sicherheit bringen.“

Die eine Maus nahm daraufhin die andere rasch in ihrem Bau auf. Und wenn diese nicht inzwischen wieder geschieden sind, wühlen sie als Paar an dieser Stelle bis heute.

 



 

Anhang

Dieser Anhang ist einem anderen Beitrag entnommen. Stören Sie sich daher bitte nicht an den Bezugnahmen auf diesen Dohlen-Beitrag. Er vertieft die Verhaltensweisen von Leoparden und Pavianen. Es wird gezeigt, wie dominant der Grundsatz der „Effektivität“ in der Natur ist, auch damit Tiere überflüssigen Konflikten aus dem Weg gehen können. Dabei wird auf die Gewaltvermeidung bei Tieren wie Pavian, Leopard und Hai Bezug genommen.

Wie geht man mit „Gewalt“ um?

Eine wichtige Frage für uns Menschen ist, wie man mit „Gewalt“ umgeht. Diese taucht in vielen Formen auf. Als verkappteGewalt“ bei der Arbeit (Mobbing, Rufschädigung etc.) oder als sichtbare Gewalt gegen das Eigentum (s.o. Auto) oder gar gegen den Körper. Gewalt durch Menschen kann somit nicht nur Tiere treffen, sondern auch andere Menschen. In einer Vielzahl von Fällen. Selbst innerhalb von Familien gibt es Gewalt, oder in Erziehungseinrichtungen oder auf der Straße – bis hin zu ganzen Bevölkerungen, die vor der Weltöffentlichkeit, also vor aller Augen, „preisgekrönt“ bekriegt werden.

Treffen sich zwei Eidechsen.

Fragt die eine: „Hast du heute schon einen Käfer erwischt?“

Antwortet die andere: „Ja, aber nur dessen Panzer.“

Fragt die andere überrascht: „Und was ist mit dem Käfer passiert?“

Antwortet die andere: „Der hatte sich zuvor aus dem Staub gemacht.“

„Gewaltvermeidungsaktivitäten und -strategien“ der Paviane

Leoparden können sich in Südafrika außerhalb der sog. „Nationalparks“ in den Gebirgszügen aufgrund ihrer Flexibilität und Scheu halten – auch wegen der Paviane als Beutegrundlage (siehe Dohlen-Beitrag). Dabei versuchen die Paviane dem Leoparden aus dem Weg zu gehen, was jedoch aufgrund dessen Gewandtheit nicht immer möglich ist. Dazu können Paviane auch fluchtartig ihr „Lager“ (Panzer, s.o.) verlassen. Sie wollen Konflikten mit dem Leoparden aus dem Weg gehen. Man weiß nicht, wie diese Situation auf dem Bild ausgegangen ist. Man hat es auch nicht recherchiert, weil einen „Kämpfe“ zwischen solchen Tieren, die dann auch noch von Menschen selektiert und aneinandergereiht werden (auch dadurch entstehen falsche Eindrücke über Tiere) nicht interessieren. Zudem muss es hier keinen „Kampf“ gegeben haben. Wenn der Leopard in einem solchen Fall erfolgreich war, läuft er gewöhnlich mit einem kleinen bis mittleren Pavian schnell davon, und das scheint hier nicht der Fall gewesen zu sein.

Der Autor wusste, dass Paviane kräftige und schlaue Tiere sind, insbesondere die „führenden“ Männchen. Deren beeindruckenden Fähigkeiten, vor allem deren Schnelligkeit und Beweglichkeit (bei vorhandener Kraft), konnte er erst durch eigene Erfahrungen entdecken, ebenso deren Besonnenheit (fast schon als Form einer in dieser Welt verloren gegangenen „Weisheit“) und Streitvermeidungsaktivitäten, die verblüfften. Auch deren Kuschelbetten (vgl. Dohlen-Beitrag).

Leopard strikt gebunden an „Effizienz“

Dies soll heißen, ein Leopard sucht in aller Regel nicht die Paviane auf, um ausgerechnet deren „Master-Chef“, also den „Chef-Pavian“ höchstpersönlich zu einem Ringkampf zu „fordern“ (noch dazu für menschliche Gelüste). Und das im Stehen. Hallelujah. Siehe unten zur „Effizienz“ (Anlauf des Leoparden und Herunterdrosseln dessen Geschwindigkeit durch „Chef-Paviane“). Mit anderen Worten: Ohne Anlauf vor einem „Chef-Pavian“ zu stehen, ist für einen psychisch stabilen Leoparden sozusagen der „Worst Case“ bei einer möglichst schnellen, unauffälligen und erfolgreichen Beuteaktion bei einer großen Gruppe von Pavianen. Und Leoparden schleppen ihre Beute gerne schnell auf Bäume (siehe Dohlen-Beitrag), um exakt Nahkampfsituationen wie diese mit starken Tieren an der Beute, die andere lockt, zu vermeiden (Stichwort: „Streitvermeidungsaktivitäten“), und seien es „nur“ Schakale oder Wildschweine. Dies tut er nicht nur, weil es seinem Instinkt oder seiner Laune entspricht, sondern weil er naturgemäß mit einer speziellen Schultermuskulatur ausgestattet wurde, die ihm das erst ermöglicht (Stichwort „Effizienz“). Der Leopard verfügt nämlich nicht über das für derartige „Kämpfe“ oder zur Abschreckung erforderliche Gewicht eines Tigers oder Löwen (außerhalb von „Parks“ sind Leoparden ohnehin meist schlanker und leichter). Er scheut in aller Regel gefahrbringende Kämpfe und Kontakte mit anderen starken Tieren und ist stattdessen sehr flexibel und recht heimlich in der Landschaft unterwegs. Und deshalb kann er außerhalb von „Parks“ bestehen (wir sollten auf den Leoparden etwas „stolz“ sein).

Leoparden können je nach Verbreitungsgebiet unterschiedlich ausschauen. Die Leoparden in Südafrika sind ausgesprochen hübsche Tiere, wie Sie hier sehen können. Jaguare sind kräftiger als Leoparden und haben einen stärkeren Biss. Allerdings gehen auch Jaguare sehr sorgsam bei ihren Unternehmungen vor und meiden ebenso unnötige Konflikte. Und wenn der Jaguar einen adulten Kaimanen erbeutet, dann tut er dies nicht, wie mancher Mensch meint, um der Welt zu zeigen, dass er die „Nr. 1 im Dschungel“ ist. Sondern einzelne Exemplare des Jaguars sind insbesondere darauf spezialisiert und wissen ganz genau, wo sie bei diesem mit ihrem starken Gebiss hingreifen müssen (Stichwort „Effizienz“). Und obwohl Kaimane wehrhaft sind, flüchten diese, wenn sie das rechtzeitig erkennen (Stichwort „Effizienz“).

Vermeidung von Gewalt (Beispiel „Chef-Pavian“/Leopard)

Man möchte daher das obige Bild beschreiben, wie man es aus Blick der Tiere in dieser logischen Sekunde empfindet. Eine Flucht der Paviane war entweder nicht möglich oder nicht notwendig. Dem „Chef-Pavian“ gelang es, sich dem Leoparden in den Weg zu stellen (der Leopard wurde jedenfalls „ausgebremst“). Dabei zeigt der „Chef“ seine Fähigkeiten (Angstlosigkeit, mentale und körperliche Stärke, Gewicht). Der Leopard kennt auch dessen enorme Schnelligkeit (vgl- Dohlen-Beitrag) aus dem Stand heraus, die der Leopard nicht unbedingt besitzt, da er meist etwas Anlauf oder einen ausreichenden Sprung benötigt, um größere Kräfte oder Beschleunigungen zu erzeugen. Zumindest bei kräftigen Beutetieren. Man hat den Eindruck, dass der Pavian, der in diesem Moment längst zum Schutz seiner Gemeinschaft zugreifen könnte, dies ganz bewusst nicht tut. Er zeigt stattdessen volles Selbstbewusstsein, auch weil er die Bindung des Leoparden an die „Effizienz“ (s.o.) und dessen „Schwächen im Stand“ kennt. Gleichwohl kann ein erfahrener Leopard zu jeder Zeit extrem „wehrhaft“ sein. Und dem Pavian fehlt ebenso das Gewicht eines Löwen, um den Leoparden einfach unter sich „begraben“ zu können. Somit drohen Verletzungsgefahren auf beiden Seiten, was beide Tiere vermeiden wollen bzw. sollten (Stichwort „Effizienz“). Paviane wollen sich auch nicht an Beute vergreifen, bei der sie sich erheblich verletzen könnten. Und beim Leoparden ist das auch so. Man hat den Eindruck, er weiß, dass der Pavian in diesem Moment nicht zugreift, sondern auf sein Verhalten wartet. Der „Chef-Pavian“ wartet auf Vernunft beim Leoparden (s.u.), so schaut es hier aus.

Vielleicht täuscht man sich in diesem Einzelfall auch. Schließlich kennt man die Hintergründe nicht, oder ob gar ein Konflikt von Menschen für „Gelüste“ provoziert worden war. Aber generell ist das bei „Chef-Pavianen“ so. Und genau das, also ein unter Tieren womöglich vernünftiges Verhalten in Konfliktsituationen muss doch auch unter Menschen möglich sein.

„Chef-Paviane“ als besonnene Hüter der Gemeinschaft (und der „Gegenseite“)

Daran sieht man auch, wie wichtig diese „Chef-Paviane“ für ihre Gemeinschaft und vor allem die vielen Kinder sind. Sie können und müssen diese zum Teil im Alleingang vor sog. „Raubkatzen“ schützen. Und dabei können diese aufgrund ihrer großen Besonnenheit und Erfahrung selbst Konfliksituationen ohne Gewalteskalation lösen (siehe Dohlen-Beitrag).

In dem Dohlen-Beitrag wurde beschrieben, dass bei einer Begegnung mit freilebenden Pavianen der Eindruck entstand, dass der „Chef-Pavian“ den Autor vor möglichen Übergriffen seiner „Halbstarken“ bewahren wollte („Schiedsrichterfunktion“), so wie er diese und die anderen Paviane gleichzeitig vor möglichen Angriffen des Menschen „beschützen“ wollte. Dabei hat der „Chef-Pavian“ bis auf das kurze Zahnblitzen zu Beginn der Begegnung zu keiner Zeit gedroht, sondern lief wie ein friedlicher und besonnener Mensch, gleichwohl etwas gebückt, neben einem. Und dies, obwohl man als Mensch, also als potentieller Todfeind Nr. 1 der Paviane außerhalb von „Parks“, unerwartet in deren Siedlung stand (siehe Dohlen-Beitrag).

Und die körperliche Stärke der sog. „Dominanz-Affen“ ist somit notwendig, um Konflikte mit Prädatoren zu vermeiden. Der Leopard muss in der Regel schnell und clever sein, um gefahrlos ein schwächeres Tier erwischen zu können. In dieser Situation ist sich der Leopard bewusst, dass dies nur noch gelingen könnte, wenn er den „Chef-Pavian“ überwindet. Dieser wiederum weiß, dass intelligente oder clevere Leoparden dies nicht tun würden. Denn diese versuchen jenes dann besser woanders mit unaufmerksameren oder verstreuten Pavianen oder anderen Beutetieren. Und diese „Streitvermeidungsaktivitäten“ können überall in der Natur beobachtet werden. Selbst unter Haien. Aber viele Menschen wollen eben die „Kämpfe“ sehen und nicht deren Vermeidung.

Tiere meist friedlicher als Mensch denkt

Und dabei sollte man beachten, dass Tierfilmer zu Konflikten zwischen Tieren beitragen können. Zum einen legen diese entweder Beute aus oder sie nähern sich Beute oder Beutezügen von Tieren. Die Tiere bemerken dies meist. Dennoch fahren sie fort, da sie Tierfilmer nicht als tödliche Gefahr mit Flinte einstufen. Allerdings fühlen sich diese Tiere dadurch nicht mehr ungestört und unbeobachtet in ihren Aktivitäten. Und dies kann zu Unsicherheiten, Widernatürlichkeiten und Blockaden bei Tieren führen – und damt zu einer Anhäufung von Konflikten, die es in der freien Natur ohne Anwesenheit von Menschen nicht geben würde (Stichwort „Streitvermeidungsaktivitäten“). Und dabei spielt vor allem der – der Natur innewohnende – Grundsatz der „Effizienz“eine entscheidende Rolle (siehe Dohlen-Beitrag).

Und auch in diesem Fall wäre es für den Leoparden höchst ineffizient, den Weg zur Beute ausgerechnet über einen „Chef-Pavian“ zu suchen. Dabei können Ausnahmen aufgrund besonderer Fähigkeiten und/oder Erfahrungen von Einzeltieren unter Prädatoren – gerade bei Großkatzen und Haien – durchaus bestehen, wie z.B. starke und schnelle Löwen, die den Leoparden im eigenen Revier wie Beute reißen (wohl auch zum Schutz der eigenen Jungen), so dass auch der Leopard achtsam vor anderen Prädatoren sein muss (die Frage jedoch ist, ob so etwas auch außerhalb von „Parks“ geschehen würde). Oder einzelne Exemplare von Tigerhaien, die andere Großhaie als Beute betrachten, was diese dann gelegentlich überrascht. Und dies weiß erst recht der kluge „Chef-Pavian“ – zumindest bei den „Landtieren“. Und deshalb ist er bei jedem einzelnen Leoparden (vor allem bei denjenigen, die er noch nicht kennt oder als besonders gefahrbringend einstuft) oder bei sonstigen Gefahren „auf der Hut“. Und während dieser dem Leoparden den Weg verstellt – oder mit gezielten Sprints dessen Geschwindigkeit drosselt und dessen Bewegungsmöglichkeiten einschränkt oder ihn am Felsen „einklemmt“ -, können sich die anderen Paviane, und vor allem die Mütter mit den Kinder, verstecken oder in Sicherheit bringen, so gut wie es geht.

Unberechenbare Gefahren könnten gerade von jungen und noch unerfahrenen Großkatzen ausgehen (vor allem bei Löwe und Tiger, auch Puma neigt dazu). Diese kennen ihre Fähigkeiten noch nicht ausreichend, und ihnen fehlt die Erfahrung (zudem handelt es sich dann oft um Geschwister, also zwei Tiere mit Gruppendynamik), und könnten dadurch z.B. meinen, dass ein „Chef-Pavian“ generell kein Hindernis wäre. Und dies könnte zu überflüssigen Verletzungen auf beiden Seiten führen (Stichwort: noch keine ausreichende „Effizienz“). Und wenn ein Leopard dennoch einen Affen der Gemeinschaft erwischt, dann rücken diese nicht etwa mit Speeren aus, um den Leoparden zu erlegen. Sie nehmen es hin. Was bleibt ihnen anderes übrig. Und sie wissen und respektieren, dass der Leopard in dieser Situation effektiver war (siehe Dohlen-Beitrag), auch wenn sie Schmerz über den Verlust empfinden. Geht der „Chef-Pavian“ verloren, rückt der nächste geeignete männliche Affe in diese Position und muss anhand von Erfahrungen erst „wachsen“. Daher ist es nicht förderlich, wenn Jäger vor allem auf die „Chef-Paviane“ als Trophäe schießen. Denn diese können meist nicht sofort ersetzt werden. Das benötigt Zeit, und in dieser Phase ist die Gemeinschaft zusätzlichen Gefahren ausgesetzt – ähnlich wie bei Leitbachen unter Wildschweinen. Auch sog. „Wildschäden“ am „Eigentum“ der Menschen, wie z.B. durch Paviane oder Wildschweine, können sich dadurch erhöhen, da Gruppen und „Halbstarke“ ohne besonnene Führung sind. Mensch hätte genug Verstand, um dies nicht auszublenden, um es hinterher den Tieren anzulasten.

Und so wie gute Taucher lernen müssen, unerwarteten Begegnungen mit Großhaien Besonnenheit „entgegenzubringen“, so weiß erst recht der „Chef-Pavian“, dass er Konflikte mit Großkatzen oder anderen Tieren oft aufgrund seiner Besonnenheit und mentalen Stärke, deren Maß bzw. Ausprägung sich häufig von anderen Tieren unterscheidet, lösen kann.

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Tiere keine Rechtfertigung für aggressive Verhaltensweisen von Menschen

Die durch Wissenschaft und Tierfilme erzeugte „Tierwelt“ ist somit eine halbe Fiktion. Um den kriegerischen und ausbeuterischen „Soldaten“ im Menschen zu rechtfertigen, wird die Tierwelt zu einem einzigen Platz kriegerischer Handlungen herabgewürdigt. Dabei kann dies in der Natur so gut wie nicht beobachtet werden, oder nur ausnahmsweise. Das wäre dann die Futterbeschaffung durch die Tiere, der sich selbst Delphine „hingeben müssen“ und die meist so schnell geschieht, dass der Mensch das gar nicht mitbekommt. Deswegen muss ja auch Futter ausgelegt werden, um Tiere filmen oder abknallen zu können. Die Tierwelt wird somit eindeutig zu Machtzwecken instrumentalisiert. Sie soll den Menschen als sog. „halbes Tier“ schlecht ausschauen lassen und dessen gesteigerte Aggressivität – selbst unter der eigenen Art – rechtfertigen. Dabei geht es in der Tierwelt meist sehr friedlich zu. Und auch deshalb könnten Menschen von Tieren etwas lernen.

Wie wichtig das Thema Mensch- und Tierverhaltensweisen (inkl. Naturverständnis) ist, zeigt die Tatsache, dass es selbst im deutschsprachigen Raum bei youtube zahlreiche „Profi-Trolls“ gibt, die zielgerichtet „Horrorvisionen“ über Tiere verbreiten, gerade über sog. „Raubtiere“ (s.o. und sogleich), oder nur Kämpfe zeigen oder „Angriffe“ auf Menschen ohne Hintergrundinformationen oder sogar Phantasiewesen wie Riesenschlangen ungeheuerlichen Ausmaßes oder Phantasie-Realitäten wie über schiffspaltende Urhaie in den Raum stellen. Auch die TV-Anbieter stimmen letztlich „in diesen Kanon“ ein, indem die Tierwelt als eine „Pyramide“ dargestellt wird und unmögliche Dinge behauptet werden, wie z.B. dass Leoparden „den Tod in die Natur bringen“ würden und Haie „Superraubfische“ wären ganz oben in der „Hierarchie-Pyramide“. Und diese „Superraubfische“ würden „keine Auswüchse dulden“. Und wo stünden dann die Kleinstlebewesen und Insekten und die zahlreichen für unser Auge unsichtbaren Naturprozesse? Siehe „Arten-Poker“ im Dohlen-Beitrag.

Und wo stünden die Kaninchen in dieser „Werte-Skala“ der TV-Produktionsanstalten? Das sind doch auch grandiose Überlebenskünstler, obwohl sie so massiv bekämpft werden. Man duldet ihre Lebensweise in Kolonien in Europa nicht. Und gerade Tiere, die in Europa in Kolonien leben, wie auch die Delphine, haben es nicht ganz leicht mit uns Menschen (siehe Dohlen-Beitrag).

Konflikt- und Gewaltvermeidung gegenüber Menschen durch Tigerhaie, Weiße Haie und Bullenhaie (die sog. „gefährlichsten Raubtiere der Welt“)

In dem Beitrag Fais-le bien, ma petite chérie – Von Tauben, Delpinen, Haien und Menschen wurde im Anhang dieses Video verlinkt, in dem in Südafrika Tigerhaie, Weiße Haie und Bullenhaie (und andere Haiarten) friedlich nebeneinander sich an einem Walkadaver „bedienen“. Das ist eine wichtige Aufgabe im Naturprozess.

Wale werden in Südafrika nicht bejagt, so dass dies ein natürlicher Walkadaver gewesen sein könnte. Dieses Gebiet Aliwal Shoal südlich von Durban ist reich an Walen und Fischleben. Und exakt dort muss man bei Tauchgängen jeden Tag damit rechnen, Tigerhaien, Weißen Haien und Bullenhaien zu begegnen. Aber auch Delphinen ohne Ende (sog. Dolphins Coast), Meeresschildkröten, Mantarochen, Walhaien, Barschen, Thunfischen und riesigen Fischschwärmnen. Zudem ein schönes, buntes und lebendiges Korallenleben, obgleich viele Taucher wegen der sog. „Haigarantie“ mit Kameratechnik anrücken. Selbst ein Albatros ließ sich blicken, indem er direkt über dem kleinen Boot flog bzw. in der Luft „stand“ und die Besatzung ausgiebig musterte. Und der Vogel war richtig groß und dabei fast „greifbar“ nahe. Dieser seltene Artenreichtum ergibt sich durch das Aufeinandertreffen von polaren und tropischen Meeresströmungen bei gleichzeitiger Abgeschiedenheit von Südafrika. Ebenso ein Surferparadies, so dass dieses Gebiet wegen der Strömungen und hohen Brandung, die der Skipper auf der Fahrt zu den Tauchgründen mit seinem Schlauchboot erst überwinden muss, zu einem der anspruchsvollsten Tauchplätze gehört. Etliche Touristen wurden auf der Fahrt zum Tauchgang – trotz Walen und Delphinensee“krank“, zumal die Skipper mit ihren „Schlauch-Speed-Booten“ dort auch schon einmal gerne Vollgas geben (dort ist es Pflicht, seine Füße anzuschnallen): Und diesen „Seekranken“ kann man nur helfen, wenn man sie überzeugt, mit ins Wasser zu hüpfen. Unter Wasser „gesundet“ man schlagartig, während man darüber „seekrank“ bleibt und dabei auf die Taucher in der kleinen Nussschale (Schlauchoot) warten muss. Einem Touristen ging es so schlecht, dass ein Tauchlehrer ihn einfach mitgenommen hat, also ins Wasser; daraufhin ging es ihm sofort wieder gut und er hatte einen schönen Tauchgang.

Haie sind auch Aasvertilger und daher gerade für die wärmeren Meere sehr wichtig, zumal es Aas meist an die sonnenbeschienenen Strände schwemmt, was für die dortigen menschlichen Anwohner nicht angenehm ist. Die einzigen, die Unruhe bei diesem stillen und essentiellen Naturvorgang erzeugt hatten, waren die filmenden Taucher. Diese versuchten sogar Tigerhaie zu streicheln, was natürlich Unruhe erzeugt hatte, und was man generell nicht tut. Never touch tigers. Der Tigerhai wollte dies auch nicht. Menschen wollen auch nicht von jedem angefasst werden, vor allem dann nicht, wenn sie gerade essen. Und man sollte doch froh sein und Respekt davor entwickeln, dass der „mächtige“ Tigerhai, dem bei einer Beißkraft von ca. zwei Tonnen pro Quadratzentimeter nur Gruppen von Orcas oder Großen Tümmlern (bei Letzteren dann zur Abwehr mittels Stoßtechnik) gefährlich werden könnten, einen als unter Wasser extrem schwächlich daherkommenden Menschen direkt neben sich bei seiner Beute duldet, ohne ihm dabei etwas anzutun. Bei Tigern zu Land oder Löwen wäre dies womöglich anders ausgegangen. Auch bei so manchem Hund. Man soll gewiss keine Hunde streicheln, die gerade essen und die man nicht kennt.

Immerhin trauten sich die Taucher zunächst nicht ins Wasser, was verständlich ist, wenn man dort bei zu Wasser schlechten Sichtverhältnissen zahlreiche Tigerhaie, Weiße Haie und Bullenhaie an einer Stelle sieht. Der Autor kennt diese Lokation und diese Sorte von Tauchern dort. Desto unverständlicher ist es, dass diese ihre „Disziplin“ mit der Zeit aufgaben, indem sie versuchten Haie zu berühren oder sich zwischen Haie und Beute geschoben haben. Wegen falscher Selbstsicherheit. Denn mit einem einzigen Biss von nur einem einzigen dieser Haie, der als „Warnbiss“ durchaus hätte erfolgen können, da man eben ohne Streicheleinheiten essen wollte, wäre das alles sehr unschön ausgegangen. Außerdem ist die Haut ein wichtiges Sinnesorgan der Haie, das sensibel ist und auf das sie auch acht geben. Dort langt man nicht hin. Nur Menschen tun so etwas. Oder hat jemand schon einmal einen Hai lächeln oder sich sonst freuen sehen, während er wie ein Dackel vom Menschen angelangt wird? Bei Delphinen ist das anders, obgleich diese eindeutig zu erkennen geben, ob sie angelangt werden wollen.

Haie haben keine Arme und müssen daher automatisch mit den Zähnen zeigen, wenn ihnen etwas nicht passt, nachdem der Mensch deren vorherige Körperabwehrsprache sich nicht genügend verinnerlicht hatte. Der eine Tigerhai ging dem Taucher flugs aus dem Weg, was ein deutliches und gewaltfreies Abwehrzeichen ist – obgleich der dort anwesenden Beute und einer Beißkraft von ca. zwei Tonnen pro Quadratzentimeter. Und da der Tigerhai ein speziell großes Gefäß (Mund) hat, das diesen sogar oft von der Seite betrachtet lächeln lässt, käme da an Gewicht und Kraft bestimmt einiges durch. Und Weißer Hai und Bullenhai wissen ebenso, mit ihren „Gefäßen“ effektiv umzugehen. Jedenfalls sieht man dort drei der sog. „gefährlichsten Raubtiere“ der Welt im Einklang und Frieden nebeneinander. Und mit den Tauchern, auf diese die Haie sogar gewaltfreie Rücksicht genommen hatten, obwohl sie aßen.

Und da „die Medien“ offenbar alles herumdrehen müssen, „krönte“ Focus dieses Video als eine Umzingelung von Tauchern durch die gefährlichen Raubfische. Dabei verhielt es sich genau anders. Die etwas nervösen Taucher umzingelten die friedlichen und ruhigen Haie; und fassten diese sogar an. Diese revanchierten sich allerdings dafür, indem sie den Walkadaver hinaus auf das offene Meer zogen, damit die Haie nicht in die Hainetze an den (Surf)Stränden geraten konnten. Und dies zeigt, dass diese Taucher vom Aliwal Shoal wollen, dass diese Haie dort ihren Platz in der Natur haben. Wer dort nicht zu viele Haie sehen möchte, sollte außerhalb der Paarungszeit der Sandtigerhaie, die man dort Ragged toothed sharks nennt, tauchen. Zu dieser Zeit sind diese zwar völlig ungefährlichin echter Trance sozusagen. Zu Hunderten kann man diese dort dann allerdings sehen bzw. man „muss“ zwangsläufig in dieser Zeit ständig um sie herum oder über sie hinweg tauchen, da sich diese in ihrer „Liebes-Trance“ kaum oder nur sehr langsam fortbewegen können. Der Meeresboden liegt in diesen Bereichen voller Zähne, da sich diese Haie bei der Paarung verliebt ineinander verbeißen, und diese dabei verlieren, die aber wieder ersetzt werden (ohne Zahnarztbesuch). Sandtigerhaie sind meist größer als die üblichen Riffhaie und kleiner als der riffbewohnende Tigerhai, und füllen daher diese „Lücke“, da sie sich häufig an Riffen aufhalten. Dabei sind sie u.a. auf den Fang von Fischen in Schwärmen spezialisiert, die sie gerne in Gruppen von Haien erbeuten, was Delphine ebenfalls tun (siehe Fais-le bien, ma petite chérie – Von Tauben, Delpinen, Haien und Menschen). Bei Wikipedia muss dies natürlich wie folgt beschrieben werden: „Zuerst wird ein großer Schwarm von Beutefischen umzingelt, dann fallen die Sandtigerhaie gemeinsam über ihre Beute her.“ (Stand 02.02.2019; siehe oben zu dieser „Sensationsgier“ bzw. Verherrlichung von natürlichen „Verhaltensweisen“ in Richtung Aggressivität und vermenschlichter Gewalt)

Für den Autor war es vor allem in Südafrika bei Tierbegegnungen äußerst verblüffend, dass wilde Tiere ihre Fähigkeiten nicht etwa gegen uns Menschen richten. Immerhin stellen wir ihnen nach und verkürzen ihren Lebensraum und dringen in diesen ein. Gleich, ob ein Delphin, der wie eine Druckwelle für uns Menschen unsichtbar direkt an einem als Taucher vorbeischoss, oder der „Chef-Pavian“, der trotz Chips nicht biss, oder eine kräftige Antilope, die über Auto und Straße hingwegsprang. Oder Großhaie, die nur nachsehen wollten, was in ihrem Revier los war. Oder Schlangen, die sich – zuweilen fast schon aufopferungsvoll – bemühten, so schnell wie möglich den Weg bzw. ihren Sonnenplatz zu räumen, obwohl sie – wie z.B. die Mamba – mit einem Biss töten könnten. Auch Großspinnen (darunter Vogelspinnen in den Tropen), die man morgens unter dem Gebälk über dem Bett entdeckte, hatten in der Nacht nicht angegriffen. Und wie oft war man in Südafrika in den einsamen Bergen unterwegs und wurde nie von Leoparden, Pavianen oder Wildschweinen attackiert (der einzige „Angriff“ erfolgte dort durch einen etwa amselgroßen, unbekannten Vogel, der zur „Reviersicherung“ Sturzflüge auf den Kopf unternahm, bis man sich wieder weit genug von dessen „Wohnzimmer“ entfernt hatte). Auch niemals im Meer von Haien, Barrakudas, Muränen, Seeschlangen, Walen, Seehunden, Pinguinen oder Delphinen. Nicht einmal vom gefürchteten „Zambi“, obwohl dieser es – auch zuvor in Indonesien –  mehrfach leicht hätte tun können. Dank an „Zambi“!

Der sog. Bullenhai wird in Südafrika „Zambi“ genannt nach einem Fluss in Mosambik (Zambezi), in den er hineinschwimmt; auf „Zambi“, der ein direkter Küsten- und Flussbewohner ist, sollte man insbesondere in Flussmündungen Rücksicht nehmen, da dort mit Abstand das höchste Konfliktpotential besteht; das sind seine „Hauptjagdgründe“, die er sogar vor „Eindringlingen“ verteidigen könnte (siehe Fais-le bien, ma petite chérie – Von Tauben, Delpinen, Haien und Menschen). Durch seine äußerste Gewandtheit im flachen Wasser und seine enorme Bisskraft könnte der Bullenhai dabei bereits bei relativ kleiner Körpergröße eine ernste Gefahr für Menschen darstellen. Aber gerade in den Flüssen selbst, wo es auch viele Haiangler und sonstige „menschliche Gefahren“ gibt, fällt auf, dass er dort oft eine ähnliche Strategie wie der Leopard (s.o.) fährt, nämlich ein möglichst unauffälliges und heimliches Verhalten. Dabei geht er stellenweise sehr intelligent vor, wie er z.B. hier einem Angler-Pärchen gewieft und für dieses völlig unerwartet den (gepeinigten) Fisch kurz vor dem Ziel im Kescher direkt vor der Terrasse wegschnappt. Maßarbeit nach zuvor stillem Beobachten (Stichwort „Effizienz“). Das weiter oben auf dem Bild ist ein Tigerhai, der in Südafrika in der Regel keine Menschen angreift. Der Tigerhai hat nicht unbedingt ein Fluchtverhalten vor dem Menschen. Man sollte ihm daher „respektvoll“ begegnen (s.o.). Dem Weißen Hai ist man nie begegnet, obwohl er dort bis hoch nach Mosambik gehäuft seine Reviere hat (eines seiner Hauptverbreitungsgebiete neben Kalifornien und Australien). Zur „Effizienz“ beim Weißen Hai und dessen Beuteschema mehr unter Von Tauben, Delpinen, Haien und Menschen. Haie sind in der Regel recht scheu. Die meisten Aufnahmen von Haien resultieren aus Fütterungen. Inzwischen kommen Aufnahmen von Drohnen hinzu, die in diesem Video z.B. beweisen, wie rücksichtsvoll ein Tigerhai mit Schwimmern umgeht. Haie werden somit oft nicht bemerkt, wenn sie Menschen „verschonen“. Auch hier entstand ein Bild mit einem Hai rein zufällig, diesmal von einem Weißen Hai in Wales, der sogar noch in der Welle des Surfers bemerkt hatte, dass es sich um keine tierische Beute handelte. Bei sog. „gefährlichen“ Tieren gilt, diese nicht zu bedrohen, nicht in Engstellen zu zwingen (wie es der erste laufende Schwimmer in dem zuvor verlinkten Video beim Tigerhai unbewusst tut, da er im Gegensatz zum Hai nicht achtsam ist), oder in diese als „leichte Beute“ (siehe Dohlen-Beitrag) hineinzulaufen (auch Fluchtverhalten kann gewisse Tiere provozieren) und bei Tieren wie Schlangen, Skorpionen, Rifftieren und Spinnen nicht aus Versehen hinzulangen oder auf diese zu treten. Und wenn Tiere tatsächlich angreifen sollten, was selten der Fall ist und dem oft auch noch menschliches Fehlverhalten vorausging, und sei es „nur“ ein Stachelrochen, der sich bedroht fühlt, stellt sich meist heraus, dass der Mensch damit überfordert ist.

Und ohne Waffen, Fallen und Netze könnten wir gegen viele dieser Tiere nichts ausrichten. Und daher sollten wir Menschen auf der einen Seite vielleicht etwas mehr Respekt vor Tieren entwickeln und vielleicht sogar auch etwas abschauen, sich unter der eigenen Art hier und da vielleicht etwas friedlicher oder zurückhaltender zu verhalten; nach dem Motto „erst beobachten, später bellen, wenn dieses dann überhaupt noch notwendig ist“. Und dies ist ein hoher Maßstab, an dem man als Mensch „wachsen“ muss. Und das ist auch verständlich, da unter Menschen eben viele Berührungspunkte und oft gesellschaftlich geprägte Konflikte bestehen (wegen Eigentums, Macht, Geld; Neid, Missgunst, Vorurteilen, Begünstigungen etc.).

Delphine auch in Europa, und fast niemand bemerkt es. Sie werden dort gnadenlos bekämpft von der hochsubventionieren EU-Fischerei. Dieser wurden aus „Gier“ keine Regeln im Umgang mit Tieren auferlegt. Und erst durch EU-Gesetzgebung inkl. Subventionen wurde die Massentötung von Haien wegen deren Flossen in Europa möglich – mit Delphinen als Beifang (siehe insbesondere Europas verdrängter Massenmord an Delphinen und Haien (mit Beispielen, wie nah sich Mensch und Delphin doch sind) / Umgang mit den europäischen Meere oder den Anhang zu Fais-le bien, ma petite chérie – Von Tauben, Delpinen, Haien und Menschen). Um dies – und viele andere unschöne Dinge – vor der (umweltverliebten) Bevölkerung „geheim“ zu halten, sind die etablierten Umweltverbände für diese Naturausbeuter essentiell wichtig.

Und unter der eigenen Art gehen Tiere ohnehin meist friedlicher um. Und selbst, wenn Löwen oder Tiger wegen des Reviers und der dortigen Damen untereinander kämpfen, verzichten sie dabei in der Regel auf die Maximierung ihrer Fähigkeiten (siehe Dohlen-Beitrag) oder unfaire Maßnahmen und lassen die andere Katze am Leben, die sich dann verzieht.


Mangelndes Naturverständnis hat uns Menschen zudem abhängig gemacht von Monopolisten und Politikern inkl. der vielen Machtmenschen, die sich Macht und Markt aufteilen und sich strategisch (wieder) zusammenfügen wie Discounter und Bio, wenn die „Gier-Kassen“ und „Gier-Monokulturen“ dabei lukrativer klingeln und wachsen. Monokulturen des Menschen sind extrem natur- und tierfeindlich. Wenige Tiere profitieren davon. In der Natur gibt es „Monokulturen“. Diese erfüllen dort ihren wichtigen Zweck. Gerade an Küsten zum Beispiel gab es dichte Wälder mit Eichen und/oder Buchen. Auf Sylt z.B. wurden diese weitgehend gefällt. Jetzt muss die Insel künstlich und finanziell aufwändig „zusammengehalten“ werden. Auch der Mittelmeerraum war an vielen Stellen stark bewaldet. Wälder an Meeren festigen somit den Boden und sorgen für stabile Küsten. Sie können Überflutungen vorbeugen oder stauen. Sie filtern das Salz in der Luft und bremsen den Wind, und machen dadurch Landwirtschaft dahinter erträglicher etc. Auch das Klima wird dadurch positiv beeinflusst. Aber wir verzichten auf all diese Vorzüge (denn es gäbe noch unendlich viele mehr) sogar freiwillig, und kommen dann mit den menschlichen Reparaturen, und seien es „nur“ Dünger oder – noch schlimmer – Pestizide & Co. oder Staudämmen, Deichanlagen und Begradigungen gleich welcher „Art“ nicht mehr hinterher, ebenso nicht mit sterilen Gewächshäusern inkl. künstlicher und hochintensiver Bewirtschaftung; was dann alles die Tierwelt und Naturkreisläufe – und damit auch uns Menschen – kolossal schädigt und extrem viel Geld kostet. Das zahlt alles der Verbraucher. Trotz 3o Jahren Bio ist somit Zeit, endlich umzudenken.

Dass Mensch und Tier sich so ähnlich sein können – und eben nicht „nur“ Wale und Papageien, wie es der Dohlen- Beitrag aufzeigen sollte -, und dies verstanden in einer positiven Form (siehe Dohlen-Beitrag), ist einem einfachen Umstand geschuldet. Durch beide fließt Leben in relativ ungefilterter Form. Wir Menschen kanalisieren dieses und teilen es auf, und schaffen dadurch eben auch viele Gegensätze zu den Tieren und zur Natur, und wir verlaufen uns dadurch zuweilen (siehe Absatz zuvor).

In Südafrika kann man Walen als Taucher begegnen. Man hört sie dort zudem häufig unter Wasser mit ihren weitklingenden Tönen. Allerdings ziehen es diese vor, wenn mam seine Tauchflasche dabei hinter sich lässt. Wale und Delphine mögen nicht unbedingt die Geräte, die seltsame Blasen und Geräusche erzeugen. Jedenfalls ist es schön zu sehen, wie hier ein Mensch und ein junger Wal miteinander in Frieden umgehen.