Sehr geehrte Frau ………,

vielen Dank für Ihr Mail an Frau Glawischnig zum Thema Chemtrails.

Wir haben entsprechende Hinweise schon vor längerer Zeit zum Anlass für vertiefte Recherchen genommen und uns dabei auch mit ExpertInnen u.a. aus Deutschland in Verbindung gesetzt.

Laut verschiedener Artikel im Internet emittieren militärischen und zivilen Flugzeuge Aluminium- und Bariumverbindungen in die Atmosphäre, um dadurch der globalen Erderwärmung hervorgerufen durch den Treibhauseffekt entgegenzuwirken. Drahtzieher dieser weltweiten Aktion sei die Regierung der USA. Im Bewusstsein, dass die Erde auf eine verheerende Klimakatastrophe zusteuert, wolle Washington den Klimawandel auf diese Weise stoppen ohne dabei auf Energieverschwendung und Lebensstandart zu verzichten.

Insbesondere in Deutschland haben Umweltbundesamt, verschiedene Ministerien und Meteorologen zu diesem Thema bereits Stellung bezogen und antworten mit wissenschaftlichen Fakten. Manche Kondensstreifen bleiben aufgrund unterschiedlicher Luftfeuchte und natürlicher Verwirbelungen der Atmosphäre länger sichtbar. Weiters treten solche Kondensstreifen in auffälliger terminlicher Übereinstimmung mit meteorologisch labilen Situationen (Wetterumschwung, Föhnlagen, …) samt den entsprechenden Luftschichtungen auf, was sowohl das „Auseinanderfließen“ der Kondensstreifen (infolge untypisch feuchter Luftschichten in untypischen Höhen) als auch das zeitlich parallele Auftreten von Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und anderen Phänomenen der „Wetterfühligkeit“ bis hin zu Nasenbluten erklären kann.

Es gibt keine Anzeichen, dass bewusst Chemikalien in die Luft entlassen werden. Es hat zwar in der Tat verschiedene Vorschläge gegeben, zum Schutz des Klimas unterschiedliche Stoffe (z.B. Aluminiumoxid, Ruß, Eisenverbindungen) in die Atmosphäre einzubringen. Abgesehen von der Frage der Wirksamkeit und Kosten sind großmaßstäbliche Eingriffe in natürliche Vorgänge kaum umzusetzen. Bisher konnte auch kein Nachweis für die Anwesenheit von Barium oder Aluminium in Kondensstreifen von Flugzeugen oder in Flugzeugtreibstoffen erbracht werden. Dasselbe gilt für den vereinzelt behaupteten festen gitterförmigen Niederschlag im Zusammenhang mit derartigen Kondensstreifen-Erscheinungen – auch hier ist kein Nachweis erfolgt.

Es ist auszuschließen, dass im Rahmen von kriminellen Geheimprojekten Chemikalien von Flugzeugen systematisch in unsere Atmosphäre entlassen werden. Falls Chemtrails wirklich existieren, würde es sich wohl um den größten umweltpolitischen Skandal handeln, den unser Land je erlebt hat. Ich kann Ihnen versichern, die Grünen würden sich dieser Angelegenheit mit vollen Einsatz annehmen.

Der zunehmende Flugverkehr bringt allerdings tatsächlich große Umweltprobleme mit sich und leistet einen enormen Beitrag zum globalen Klimawandel. Schon heute verursacht der weltweite Flugverkehr Emissionen in der gleichen Größenordnung wie die des Autoverkehrs. Nach Angaben der OECD wird der Einfluss des Flugverkehrs auf die Klimaerwärmung im Jahre 2030 mehr als dreimal so groß sein wie im Jahre 1990. Der internationale Flug- und Schiffsverkehr ist zudem der einzige treibhausgasintensive Sektor, der in seinen Emissionen nicht durch das internationale Kyoto-Protokoll beschränkt wird.

Seitens der Grünen setzen wir uns auf nationaler und internationaler Ebene ein, dass auch im Flugsektor Maßnahmen ergriffen werden, um den globalen Klimawandel gerecht zu werden. Das Problem ist nicht ein geheimes, kriminelles Experiment, dessen Existenz höchst fragwürdig ist, sondern der „ganz normale“ Verkehrswahnsinn in der Luft, der Jahr für Jahr immer weiter anwächst auf diese Weise unsere Umwelt und Lebensqualität zerstört. Hier wollen wir ansetzen und hier sind wir überzeugt, dass wir etwas verändern können.

Mit freundlichen Grüßen

Irina Hantschl

Mag.a Irina Hantschl
Büro Klubobfrau und Bundessprecherin Dr.in Eva Glawischnig
Grüner Klub im Parlament
1017 Wien